http://www.goldseiten.de/conte…/artikel.php?storyid=1171
ZitatAlles anzeigen
Zitat:
Erst nach der Währungsreform von 1623 (im Norden bereits 1621) kehrte man zu "normalen" Geldverhältnissen zurück. Dabei wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:
Die minderwertigen Münzen wurden vom Markt genommen
"Gute" Münzen wurden neu geprägt
Die überhöhten Kurse der groben Sorten wurden schrittweise gesenkt
Das Preis- und Lohngefüge wurde durch eine detaillierte Taxordnung geregelt
Die Ausfuhr von Silber wurde verboten
Die schwersten Einbußen der Währungsreform ging zu Lasten der kleinen Kaufleute, Handwerker, Bauern und Arbeiter, da ihnen die offiziellen Ämter die Kippermünzen zu stark reduzierten Kursen zurücknahmen. Der Einlösungstermin wurde wegen der ungeheueren Menge des umlaufenden Geldes mehrfach, schließlich bis Ende 1625 verlängert. Der Verlust beim Umtausch betrug 86,7%, d.h. für 100 Taler Kippermünzen wurden 13,3 Taler Reichsmünzen ausgezahlt.
Der Volkszorn entlud sich auf die "kipperischen Strauchräuber, Galgenhühner, Säckel-, Beutel- und Taschenräumer, Blutegel, halbstinkenden Wucherer, Kauderer und Geldwänste". Sie wurden gehetzt, geschlagen,und hin- und wieder aufgeknüpft. Spottverse wurden gedichtet: "Kipp den Wipp zum Tor hinaus, der Galgen ist den Wechselhaus". Überlieferungen beschreiben von Geistlichen, die sogar "der verdammten Kippers-Rott, den Geld-, Land- und Leutverderbern" die Sakramente und eine religiöse Bestattung ablehnten. Um die empörte Bevölkerung zu beruhigen wurden Prozesse abgehalten. Es wurden seltsamerweise nur die kleinen Münzmeister verurteilt.
Fette Hervorhebungen im Zitat sind von mir.