Jodblockade nach einem Reaktorunfall im Kernkraftwerk
Die Richtlinien der Katastrophenschutzbehörden sehen für Reaktorunfälle klare Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor. Die Einnahme von Kaliumjodid dient hier der Vorbeugung von strahlungsbedingtem Schilddrüsenkrebs. Grundsätzlich erhalten im Ernstfall sämtliche Menschen, die durch die Strahlung einer besonderen Gefahr ausgesetzt sind, speziell dosierte Jodtabletten. Dazu zählen:
- alle Personen, die im betroffenen Atomkraftwerk beschäftigt sind
- alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland
- alle schwangeren und stillenden Frauen in Deutschland (unabhängig von ihrem Alter)
- Menschen bis zu einem Alter von 45 Jahren im Umkreis von 100 Kilometern um das Kernkraftwerk herum
Idealerweise erfolgt die Einnahme kurz bevor radioaktives Jod aufgenommen wird oder so schnell wie möglich nach der Strahlenbelastung. Die zeitliche Grenze liegt hier bei 24 Stunden vor oder nach dem ersten Kontakt mit radioaktivem Jod – außerhalb dieser kritischen Phase bleibt die Anwendung von stabilem Jod wirkungslos.
https://www.onmeda.de/ernaehru…od/jodtabletten-id212708/