ZitatAlles anzeigenWie kam die "Sanktionsliste" der USA gegen russische hochrangige politische Persönlichkeiten und Oligarchen zustande? Jedenfalls nicht so, wie "Lieschen Müller" oder "Karl Maier" sich das vorstellen.
Mitten in der Nacht am 29. Januar 2018 veröffentlichte das US-Finanzministerium eine Liste hochrangiger politischer Persönlichkeiten und Oligarchen in Russland auf einer Website der US-Regierung.
Nur 11 Minuten vor Ablauf, einer vom Kongress gesetzten Frist, hatten die amerikanischen Finanzaufsichtsbehörden eine der Anforderungen des Gesetzes zur Bekämpfung von Amerikas Gegnern durch Sanktionen (Countering America's Adversaries Through Sanctions Act) des Kongresses erfüllt.
Es war eine schlampige Arbeit. Die Namen auf der Liste schienen aus dem Forbes-Milliardärsbericht und aus öffentlichen Verzeichnissen russischer Regierungsmitarbeiter kopiert worden zu sein. Dennoch floss die Liste, drei Monate später, in das veröffentlichte Sanktionspaket des Finanzministeriums ein, das prominente Russen wegen ihrer Verbindungen zu Moskaus "bösartigen" Aktivitäten ins Visier nahm.
Während sich der Kreml über die so genannte Forbes-Liste lustig machte, mussten die Unternehmen sie ernst nehmen. Als klar wurde, dass die Sanktionen große internationale Unternehmen betreffen würden, die sich im Besitz mehrerer, der auf der Liste aufgeführten unüberlegten Folgen, die die globalen Lieferketten lahmlegten, die Rohstoffmärkte in Aufruhr versetzten und ganze Wirtschaftszweige in den Vereinigten Staaten und Europa bedrohten. Unter dem starken Druck der US-Wirtschaft sah sich Washington gezwungen, seinen Kurs zu ändern, was zwar auf Kosten seiner eigenen Glaubwürdigkeit, aber nicht unbedingt auf Kosten des Vermögens der von den Sanktionen betroffenen Unternehmen, ging.
In ihrem Buch "Backfire: How Sanctions Reshape the World Against U.S. Interests" (Wie Sanktionen die Welt gegen die Interessen der USA umgestalten) bietet Agathe Demarais eine Vielzahl von Beispielen.
[Blockierte Grafik: https://www.jstor.org/cover-image/10.7312/dema19990]
Eines davon ist der Fall von Oleg Deripaska, einem der Oligarchen, die das Finanzministerium 2018 mit Sanktionen belegt hat. Deripaska, ein Kreml-Insider und Milliardär, wurde zusammen mit seiner Holdinggesellschaft EN+ sanktioniert. Deripaska ist in den Vereinigten Staaten vor allem für seine angeblichen Verstrickungen mit der Kampagne des ehemaligen Präsidenten Donald Trump im Jahr 2016 und die anschließende Untersuchung seiner Handlungen durch US-Ermittler bekannt.
Der "ewige Kampf" der Dems gegen den ehemaligen President, Mr. Trump.
Im übrigen das sichtbar einzige "Wahlprogram", das die Dems haben.
Demarais berichtet, dass das russische Unternehmen Rusal, der größte Aluminiumhersteller außerhalb Chinas unter dem Dach von EN+, Deripaskas Holdinggesellschaft fiel.
Rusal, das um die 10% des weltweiten Aluminiums produzierte, war in vielen Industriestaaten tätig.
Dumm nur, dass die Sanktionen, die Nicht-US-Akteure für die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen bestraften.
Und damit Unternehmen auf der ganzen Welt zwangen, ihre Verbindungen zu Rusal zu beenden.
So erklärte die London Metal Exchange (LMX), dass sie kein Aluminium mehr handeln würde - wenn nicht garantiert werden könne, dass Rusal es nicht hergestellt habe.
Die Hersteller versuchten, sich darauf einzustellen, erhöhten die Preise und erlebten Lieferengpässe. Als der Aluminiummarkt ins Taumeln geriet, schnellten die Preise um 30% in die Höhe, was Panikkäufe auslöste und die gesamte Branche in Mitleidenschaft zog.
Die größte Aluminiumoxidraffinerie des Kontinents wurde stillgelegt, die Stromversorger weigerten sich, die schwedische Schmelze des Unternehmens zu bedienen. Andere Metallunternehmen, Schifffahrtsgiganten wie Maersk und MSC sowie europäische Automobilhersteller bekamen mehr Probleme als ihnen gut tat. 800 000 deutsche Arbeitsplätze standen auf dem Spiel.
Die Nebenwirkungen, insbesondere auf den globalen Metallmärkten und den unzähligen Unternehmen, die Waren aus Aluminium herstellen, wirkten sich auf die Arbeit von Zehntausenden von Menschen aus in aller Welt aus. Ihre Lebensgrundlage wurde bedroht.
Aber es gab einen großen Gewinner. Denn weder US-Politiker noch die Europäer bedachten die Folgen. Als die Aluminiumpreise auf Rekordhöhen stiegen, sahen sich die Verbraucher mit höheren Preisen konfrontiert. Das war die Stunde Chinas. Denn chinesische Metallproduzenten füllten diese Lücke und profitierten davon reichlich. Denn nun konnte China für sein vearbeitetes Aluminium "Traumpreise" verlangen - und bekam jeden Preis.
In ihrer Verzweiflung (es ist nicht bekannt ob diese Verzweiflung über die eigenen Dummheit kam) erteilten die Vereinigten Staaten eine Genehmigung, mit der die Sanktionen gegen Rusal vorübergehend aufgehoben wurden und nach langwierigen Verhandlungen gab Deripaska einen (kleineren) Teil seiner Beteiligungen auf. Die USA hoben eiligst die Sanktionen gegen Rusal auf.
Die ebenfalls mit Sanktionen belegte russische Bank VTB erwarb einen Teil der Muttergesellschaft von Rusal und leitete die Gewinne vermutlich in die russische Staatskasse. Dabei wurden genau die Aktivitäten Russlands finanziert, die die Vereinigten Staaten veranlasst hatten, überhaupt Sanktionen gegen Rusal zu verhängen.
Trotz des Aufruhrs dieses geopolitischen Dramas, dürfen zum einen China und zum anderen Russland als Sieger gelten. Recherchiert man ein bisschen genauer, so stellen sich alle Sanktionen der USA / EU / Deutschland letztendlich als Wegbereiter einer "multipolaren" Welt mit Russland, China und noch ein paar anderen Staaten dar.
Der gesunde Menschenverstand wird nun annehmen, dass zb. Politiker in Deutschland / EU von den Wählern nicht mehr gewählt werden. Irrtum. In Deutschland sind die Wähler sichtbar schlimmeres als den Verlust ihres Arbeitsplatzes oder einer explodierenden Inflation (die dank der "Sanktionen" auf dem Fuß folgte) gewohnt. Na dann.
Inzwischen bauen Russland und China eine gemeinsame clearing-Stelle für die Bezahlung mit Rubel / Yuan auf. In verschiedenen Staaten dieser Welt wird inzwischen Öl / LNG bereits mit Rubel / Yuan bezahlt.
Und der Einfluß Chinas steigt in jenen Ländern die die westliche Welt verächtlich als "dritte Welt"
bezeichnet.
Natürlich ist der US$ (noch) die "Reservewährung" der Welt. Aber denken Sie an Tesla. Mit einem charismatischen und sehr hartnäckigen CEO, Elon Musk, hat sich die Welt des Autos komplett verändert. Und das in roundabout 10 Jahren.
Quelle ist ein kleiner Blog blogblick.de
saludos