Viel Dunst um nichts Ein Musterbeispiel dafür ist der kanadische Cannabis-Titel Aphria, einer der größten Vertreter dieser schillernden Branche. Bis letzte Woche brachte es das Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von 2,6 Mrd. CAD. Seit sich der Hedgefonds Quintessential Capital dem Thema in einer kritischen Studie angenommen hat, ist die Aktie jedoch um mehr als 50% eingebrochen. Zu erdrückend sind die von Quintessential-Gründer Gabriel Grego vorgelegten Beweise. Nach seinen Informationen ist Aphria in den letzten Jahren auf eine 700 Mio. CAD schwere Einkaufstour gegangen, um sich im Wesentlichen wertlose Assets in Jamaika, Argentinien und Kolumbien zu kaufen. Diese Unternehmen hätten sich die Insider des Unternehmens teilweise sogar indirekt selbst abgekauft. Viel Geld wurde also aus den Taschen gutgläubiger Kleinanleger zu den Initiatoren des Unternehmens „umverteilt“. Zum Beleg legt Grego Fotos der angeblichen Büros und Produktionsstätten vor, die von verfallenen Häusern bis hin zu nicht existenten Adressen reichen. Angeblich werthaltige Lizenzen der erworbenen Firmen sind teilweise bislang nicht einmal genehmigt. In einem Fall lassen sich diese quasi von jedermann für 500 USD innerhalb von sechs Monaten beantragen. Aphria selbst stellte übrigens die Fähigkeit in seinen Gewächshäusern ein Gramm Cannabis für 2 CAD herstellen zu können als wesentliches Differenzierungsmerkmal dar – und benennt damit gleichzeitig den größten Schwachpunkt des gesamten Branchehypes. Denn am Ende des Tages sind viele Unternehmen schlicht und ergreifend bessere Agrarunternehmen.
Aushttps://www.smartinvestor.de/weekly/siw-492018-jahresende-ohne-rally