hammwolln
Geht wohl nicht mal nur ums eigene Sparbuch...
Naja, wahrscheinlich geht's nur darum den POG zu drücken.
Belgien:
Regierung erwägt Goldverkäufe zur Finanzierung der Verteidigung
In ihrem Bestreben, Milliarden zur Deckung der gestiegenen Militärausgaben aufzubringen, erwägt die Bundesregierung sogar, einen Teil ihrer Goldreserven zu verkaufen. Die Frage ist, ob die Europäische Zentralbank dabei mitmachen will.
Regierungsquellen zufolge ist dies nur einer von vielen Wegen, die geprüft werden. Aber es zeigt, wie weit die Regierung De Wever mit ihren Überlegungen gekommen ist, die Verteidigungsausgaben im Jahr 2025 auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts und im Jahr 2029 voraussichtlich auf 2,5 Prozent zu erhöhen. Um letztere Zahl tatsächlich zu erreichen, müssen jährlich zusätzlich acht Milliarden Euro aufgebracht werden, was in etwa den Kosten für die Versorgung von einer halben Million Langzeiterkrankter entspricht.
Die belgische Regierung prüft den Teilverkauf der Staatsbank Belfius, um zusätzliche Verteidigungsausgaben auszugleichen. Alle Optionen liegen auf dem Tisch, sagte Haushaltsminister Vincent Van Peteghem (CD&V) am Samstagmorgen in De Ochtend auf Radio 1.
Der Verkauf von Belfius ist politisch heikel. Im Jahr 2018 wurde ein geplanter Börsengang von CD&V aufgrund des Arco-Dossiers blockiert. Laut Van Peteghem hat sich der internationale Kontext inzwischen geändert und die Regierung muss alle ihre Beteiligungen überdenken. Belfius selbst plädiert anstelle eines Börsengangs für einen Teilverkauf von 20 Prozent an private Investoren.
Eine weitere Option ist der Verkauf der belgischen Beteiligung an BNP Paribas. Dies müsste jedoch schrittweise erfolgen, um den Marktpreis nicht negativ zu beeinflussen.
Die Belgische Nationalbank besitzt 227 Tonnen Gold im Wert von 20 Milliarden Euro. Der Zeitpunkt zum Verkaufen ist günstig. Am Freitag überstieg der Goldpreis auf den Märkten erstmals die Marke von 3.000 Dollar pro Unze. Und es wäre auch nicht das erste Mal, dass die Goldreserven reduziert werden. In den 1990er Jahren wurden unter Premierminister Jean-Luc Dehaene 1.000 Tonnen Gold verkauft, um die Staatsverschuldung zu reduzieren und der Eurozone beizutreten. Und im Jahr 2005 verkaufte die Regierung Verhofstadt weitere 300.000 Tonnen, um ein Haushaltsdefizit auszugleichen.
Allerdings stellt sich die Frage, ob das alles so einfach und zielführend ist. Erstens kann die Regierung das Gold nicht einfach entsorgen. Es steht in der Bilanz der Nationalbank, die innerhalb des Eurosystems, der Währungsbehörde der Eurozone, tätig ist. Mit anderen Worten: Jeder Verkauf muss in Abstimmung mit den europäischen und anderen Zentralbanken erfolgen, um die Währungsstabilität zu gewährleisten. Das Gold dient als eine Art Sicherheit für den Fall, dass jemals Liquiditätsbedarf besteht. "Bei allen untersuchten Möglichkeiten müssen wir die Argumente dafür und dagegen abwägen." Regierungsquelle
Zweitens droht ein Wiederaufflammen der jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit den privaten Anteilseignern der Nationalbank. Sie behaupten, das Gold gehöre der Nationalbank und ihr stehe die Hälfte der Wertsteigerung zu, während die Regierung behauptet, es sei Staatseigentum.
Auch innerhalb der Regierung gibt es unterschiedliche Auslegungen hinsichtlich der korrekten buchhalterischen Auswirkungen eines Verkaufs. Einer Quelle zufolge könnten die Erlöse nicht nur zum Abbau der Staatsverschuldung, sondern auch als Haushaltsposten verwendet werden. Andere Quellen gehen davon aus, dass die Europäische Kommission die Dinge in dieser Hinsicht erschweren könnte.
Zur Forschung
Die derzeitige belgische Gesetzgebung sieht vor, dass Kapitalgewinne aus einem Verkauf auf ein nicht verfügbares Reservekonto gebucht werden müssen und dass die Zinsen auf diesem Konto dann an die Staatskasse fließen. Aber natürlich kann die Regierung das Gesetz jederzeit ändern.
De Tijd und L’Echo erfuhren, dass die Nationalbank die Anfrage der Regierung nächste Woche prüfen wird. „Bei der Prüfung aller möglichen Wege müssen wir die Argumente dafür und dagegen abwägen“, hieß es aus einer Regierungsquelle.
https://www.tijd.be/politiek-economie/belgie/algemeen/regering-bekijkt-verkoop-van-goud-om-defensie-te-financieren/10598121.html