Patou und Kellermeister - ich muß es leider auch sagen, ich hab' noch keinen einzigen "Linken" getroffen, der die Aussagen der Statistik, Korrelation, Signifikanz usw., auch nur annähernd verstehen würde. Und ich hab' u.a. auch ein paar Soziologie-Seminare mitgemacht. Es ist einfach, für manche oder für viele, "zu hoch", und der gefühlte Widerwille versteigt sich dann in ideologischen Kampfbegriffen.
Tut der Sache - leider! - nichts Gutes.
Und Sarrazin, ganz gleich was man von ihm hält, hat sicherlich hochkarätige Berater bzw. Ghostwriter gehabt.
Leider leider gibt es in der gesamten linken Szene, die umgebende Wissenschaft inbegriffen, viel zu wenig klare Köpfe. Und wenn doch, dann vertreibt sie der dumme Mob, ich hab da auch so meine Erfahrungen
. Elsässer, ein brillanter Denker - mußte sich auch verabschieden. Die Ausnahme ist vielleicht Gysi.
Zitat
Erst bei einer Feinanalyse der Zusammenhänge wird deutlich, dass insbesondere das Fähigkeitsniveau der etwa fünf Prozent kognitiv Leistungsfähigsten einer Gesellschaft besonders relevant ist, weil diese Personen für technische Innovationen und deren Adaptation, für die Steuerung in Betrieben und Verwaltungen und für die Funktionalität komplexer Systeme die größte Verantwortung tragen.
Diesen Satz unterschreibe ich. Er ist wahr und er läßt sich nicht wegdiskutieren.
Ja, die "schlauesten" 5 Prozent können bzw. könnten die Grundlage für den Wohlstand für alle schaffen, wenn man sie denn ließe. Die Linke muß hier mal von ihren Gedanken vom "zu verteilenden Kuchen" runterkommen und auch von der Denke, daß "die da oben doch nur ausbeuten wollen". So wahr es für die aktuellen (Pseudo-)Eliten auch ist.
Wahrhaft intelligente Leute sind auch meistens eher bescheiden, d.h. sie verbrauchen für sich selbst im Zweifelsfall auch weniger an Wohlstand als sie selbst schaffen - wenn man sie denn ließe. Und ebensowenig liegt intelligenten charakterfesten Leuten etwas daran, andere zu unterdrücken. Und andere ausbeuten müssen sie auch nicht, da sie in der Lage sind, selbst genug zu (er-)schaffen. Fraglich wird es nur, wenn man daran ein Überheblichkeitsgefühl festmacht. Die dummdreisten Überheblichen, die uns allenthalben begegnen und aufstoßen, gehören aber wohl eher nicht zu den 5%.
Was Deutschland braucht, ist auch eine vernünftige (sprich beiderseits ideologiefreie!) Diskussion über Elitenbildung. Tja, m.E. hat gerade diese sozialistische Denke, dieses Gelabere von "Chancengleichheit" und so, dazu geführt, daß überwiegend fachlich unfähige, charakterschwache, aber selbstsüchtige und durchsetzungsstarke "Persönlichkeiten" an die Spitze kommen, und zwar in allen Bereichen (und allen Parteien).
Diese Pseudo-Persönlichkeiten behindern natürlich die Entwicklung der Gesellschaft und schöpfen - noch dazu - den Rahm für sich selbst ab.
Es gehört zur Tragik der Linken, daß sie diesen auch für ihr eigenes Klientel verheerenden Zuständen nicht zuletzt mit ihrer Bildungspolitik selbst Vorschub geleistet hat. Gefangen in der eigenen Ideologie. Und ich sage das mit Bedauern. Denn mir liegt am Wohl von Allen.
Das alles ändert freilich nichts an meiner Ablehnung von Sarrazin.
Denn als Erstes müßte er die bestehenden Pseudo-Eliten zum Abtritt auffordern.
Und genau das tut er natürlich nicht - weil er Teil vom System ist.
Und so arbeiten denn beide Seiten, die Sarrazenen ebenso wie die intellektuell viel zu schwache "Linke", gemeinsam daran, die bestehenden (Un-)Verhältnisse zu zementieren. 
Gruß Milly