Sil, Noten sind immer nur relativ, nicht umsonst heißt das Sprichtwort "Unter Blinden ist der Einäugige König".
Nichts gegen Deine Kinder, aber: Je tiefer das Durchschnittsniveau, desto einfacher sind (relative!) Spitzenleistungen zu erreichen.
Im übrigen spiegeln Noten gewiß nichts Meßbares-Standardisiertes wider, ebensowenig wie "1 Euro" (ohne Goldbindung) irgendeine meßbare Größe darstellt. In der Praxis honorieren sie eine Mischkalkulation aus Fleiß, Intelligenz und Anpassungsleistungen der Brut. "Begabung" ist hingegen seit 1968 irrelevant für die Noten :D.
Mir selbst hat man oft genug vorgehalten, ich sei ja "bloß begabt", aber die (Blöden), die sich "wirklich anstrengen" (und A...kriechen), verdienen "eigentlich" die besseren Noten.
Trotzdem, nicht alle Veränderungen seit 1968 sind negativ. Ich finde es gut, daß heute nicht mehr alle in Ehrfurcht erstarren, bloß weil "mein (tüchtiger/spießiger) Mann Prokurist bei der XY ist", oder "so-und-so-viel Geld verdient" oder die Kinder "die tollen Einsernoten haben".
Ich glaube, die Wertschätzung des Menschen nur/vorwiegend anhand seiner "Systemanerkennungen" (besonders auch in der DDR! - wo mit Abzeichen die fehlende finanzielle Anerkennung ersetzt wurde) wurde 1968 gebrochen und ein Diplom-Idiot ist halt ein Diplom-Idiot, wenn sonst nichts an (z.B. charakterlichen) Werten da ist.