im minenbereich haben wir inzwischen eine langjährige korrektur erlebt. die weltwirtschaft hat sich seit der finanzkrise ab 2008 im mainstream erholt. tatsächlich sind die ursachen aber nach wie vor präsent - nur nicht im mainstream. wie blackknight schreibt: die fallhöhe ist nur größer geworden - durch mehr und mehr schulden und abhängigkeiten. auf pump wurde die konjunktur angekurbel, dax und dow profitierten hiervon und gold und silber und als folge dessen auch die minen erlitten eine langjährige korrektur.
dax und dow sind inzwischen sehr abhängig von entscheidungen wie zinsen und anleihenkaufprogrammen - sprich sämmtliche investitionen die auf pump basieren und weniger von der eigentlichen leistung der unternehmen. gut erkennbar an der enttäuschenden reaktion der händler zur letzten entscheidung des anleihenkaufprogramms welches den dax ordentlich in den keller schickte.
fed erhöhte vor wenigen tagen die zinsen mit ausblick auf weitere steigerungen in den nächsten monaten. man behalte im hinterkopf, dass die verschuldung in den letzten jahren massiv gestiegen ist, somit steigen auch die belastungen (zinzzahlungen) für kreditnehmer. viele staaten, unternehmen und privatleute konnten dem billigen geld nicht widerstehen. schnell mal ein haus gekauft, was preislich über den eigenen verhältnissen liegt sobald die zinsen ansteigen? investitionen werden unerwartet teurer? zukünftige investitionen gehen auf grund höherer zinsen zurück? kommt es zu zwangsversteigerungen und firmenpleiten? können überschuldete kommunen ihren zahlungsverpflichtungen noch nachkommen, oder betrifft es gar den staat? folgen: weniger wachstum, mehr arbeitslosigkeit, weniger steuereinnahmen, noch mehr schulden, noch mehr zinszahlungen und der teufelskreis beginnt von vorne.
werden die zinsen nicht erhöht was dann?
wenn die zinsen nicht wieder auf ein "normales" niveau gebracht werden beraubt sich die fed der zinsschraube um die märkte zu regulieren. sollten in zukunft nochmals turbuente zeiten ähnlich wie 2008 auftreten - und sie werden auftreten, ist zur aktuellen lage kaum spielraum für zinssenkungen, da die zinsen historisch niedrig sind. somit sollte hier ein berechtigtes interesse seitens der fed bestehen die zinsen suksessiv zu erhöhen, ohne die konjunktur abzuwürgen - was aber defacto zu noch mehr schulden führen wird und die gefahr sehr realistisch ist, dass die konjuktur darunter spürbar leidet.
wie sieht es in euroland aus?
die erwartungen nach "geschenken" in form von anleihenkaufprogrammen sind auf seite der marktteilnehmer groß. werden diese erwartungen enttäuscht geht es für dax und nach unten. auf der anderen seite will die ezb eine inflation von 2% durchsetzen. um das durchzusetzen sind "geschenke" aktuell nicht drin.
es ist für mich schwer absehbar wie lange das spiel noch weitergeht. möglich ist es, dass der abwärtstrend bei minen noch 1 jahr weitergeht, vielleicht auch 2 oder 3 jahre bis die folgen der überschuldung ans tageslicht kommen. aus dem bauch heraus sehe ich jedoch das grobe überstanden. fed und ezb haben viel pulver verschossen und es ist eine umkehrbewegung von einer stark expansiven geldpolitik zu einer etwas restriktiveren geldpolitik erkennbar.
was könnte das ganze noch etwas heruaszögern?
damit geschenke im euroland wieder möglich werden müsste zb der ölpreis stark steigen um produkte im land teurer zu machen und somit von anderer seite die inflation anzukurbeln.
global betrachtet würde auch ein größerer krieg von der finanzproblematik ablenken. ggf wäre hier auch der nebeneffekt, dass der ölpreis im selben zug mit ansteigt.
sollte dieses szenario eintreffen müsste der goldpreis jedoch unabhängig von "geschenken" oder nicht auf grund von gefahr in verzug auch profitieren - somit auch die minen.
da der perfekte zeitpunkt für einen einstieg ohnehin nicht bestimmt werden kann, halte ich minen aktuell im zusammenhang mit den oben aufgeführten gründe (u.a. weg von der extrem expansiven zu einer etwas restriktiveren geldpolitik) für extrem billig, wohingegen ich dax und dow für extrem teuer halte. aktuell sehe ich dax und dow und auch gold, silber und minen nahe an einem wendepunkt. dax dow nach unten und gold ,silber, minen nach oben.
wie sieht es bei den minen aus?
auf grund von niedrigen metallpreisen in den letzen jahren waren viele minen im zugzwang die produktionskosten zu senken, um zu überleben bzw profitabel zu sein. viele unternehmen konnten das erfolgreich umsetzen. bei steigenden metallpreisen sollten also höhere margen drin sein, als vor wenigen jahren, als die produktionskosten noch deutlich höher waren. auch dieser umstand sollte die aktienkurse von minen bei steigenden metallpreisen beflügeln.
genug der worte... frohe weihnachten euch allen