Mach dich mal schlau, was passiert ist als Charles de Gaulle in den 60ern die französischen Goldreserven aus den USA abziehen wollte.
Und wenn du das rausbekomen hast, weißt du warum meine Überlegung logisch ist. Dieses Gold gehört uns nur buchmäßig. Also können wir´s auch (auf dem Papier) verkaufen, schließlich ist das nur einen Buchung, nichts anderes.
Danke für den Hinweis. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass de Gaulle ganz ganz andere Ziele verfolgte, als das Gold zum Verkauf abzuziehen. Auch wollte er es nicht einfach nur "nutzlos" einlagern. Vielmehr hat er die Amerikanische Administration bis auf`s Blut gereizt, weil er ein goldgedecktes Währungssystem neu etablieren wollte! Und das mitten im Vietnamkrieg - undenkbar für die USA.
Diese Situation ist m. E. aber nicht vergleichbar, mit dem, was wir nun erleben. Deshalb bin ich nach wie vor der Meinung: Entweder ist das Gold da oder nicht, dann können wir es auch abziehen oder eben nicht mehr.
Hier noch ein wenig historisches Futter:
"Lange bevor der Zerfall des Bretton-Wood-Systems in seine entscheidende
Phase trat, meldeten sich Kritiker zu Wort. Bereits in den 50er Jahren
wies der Ökonom Triffin darauf hin, daß der Gold-Dollar-Standard auf
höchst labilen Prämissen beruhe, und sagte dessen baldigen
Zusammenbruch voraus. Zu Beginn der 60er Jahre machte er noch einmal
deutlich, daß die amerikanische Praxis, die Weltgeldposition des Dollar
dazu zu nutzen, ihr chronisches Zahlungsbilanzdefizit zu finanzieren,
über kurz oder lang die Golddeckung der amerikanischen Währung in Frage
stellen und ein allgemeines Währungschaos herbeiführen werde. Um das zu
verhüten, forderte er die Ablösung des Dollar und die Schaffung einer
Weltzentralbank. Für die umgekehrte Auflösung der Dollarmisere trat der
französische Ökonom J. Rueff ein. Er machte sich für eine Rückkehr zum
Goldstandard stark. Dieser Vorschlag schlug einige Wellen, weil er
Mitte der 60er Jahre Eingang in die offizielle französische Politik
fand. Bei den europäischen Währungsbehörden wuchs zu dieser Zeit nicht
ohne Grund die Furcht vor dem inflationären Potential der
Dollarschwemme. Die Zentralbanken nahmen nur mehr widerwillig Dollars an. Der französische Präsident Charles de Gaulle
zog ganz in Rueffs Sinn die Konsequenz aus dieser Besorgnis. Er
protestierte im Februar 1965 nicht nur vehement gegen das »ungeheure
Privileg« der USA, »sich ungestraft über die Disziplin zum Zahlungsbilanz-Gleichgewicht hinwegzusetzen«, er machte sich allen Ernstes dafür stark, auf der Grundlage eines deutlich angehobenen Goldpreises das alte metallische Weltgeld zu reetablieren."
Grüße
C.