Der Notenbanker an sich galt einst als verschwiegener Zeitgenosse. Wenn überhaupt, drückte er sich vage aus – damit ja keiner auf die Idee kommen könnte, Rückschlüsse auf die Geldpolitik zu ziehen. Das Verhalten, dass die Mitglieder der Europäische Zentralbank gerade an den Tag legen, ist allerdings das genaue Gegenteil davon.
Wohl orchestriert verrät ein Top-Notenbanker nach dem anderen, mit welchen geldpolitischen Schritten die Finanzmärkte zu rechnen haben. Den Anfang machte der Chef selbst. Mario Draghi erklärte am Rande der EZB-Sitzung in der vergangenen Woche, der Rat „fühle sich wohl damit“, im kommenden Monat zu handeln. Das bedeutet: Draghi will möglichst viel Geld unter das Volk bringen, er will den Euro abwerten und die Inflation antreiben – all das soll wiederum der Konjunktur in der Euro-Zone auf die Sprünge helfen.
http://www.handelsblatt.com/po…cher-der-ezb/9898170.html