Kein Happy End? Die drei kleinen Schweinchen und der gierige Wulff
Der Unternehmer Egon Geerkens hat nach Angaben der BW-Bank den Darlehens-Kontakt zum heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff hergestellt. [...] „Herr Wulff hat sich im Herbst 2009 telefonisch bei der BW-Bank gemeldet auf Empfehlung von Herrn Egon Geerkens.
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Der entsprechende Vertrag sei am 12. Dezember 2011 von der Bank unterschrieben an Wulff geschickt worden. Wulff habe den Vertrag am 21. Dezember unterschrieben, sechs Tage später – am Dienstag nach Weihnachten – ging dieser bei der BW-Bank ein, wie es weiter hieß.
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Von Arnim hält es außerdem für naheliegend, dass die Annahme des Kredits auch strafrechtlich ein Verstoß sei. Es könne der Tatbestand der Vorteilsnahme im Amt vorliegen, schreibt von Arnim in seiner Bewertung. Es lägen „gewichtige Anhaltspunkte vor“, die staatsanwaltliche Ermittlungen unausweichlich erscheinen ließen.
Es klingt alles nur noch wie in einem Märchen – allerdings einem schlechten. Einen Tag nach Unterzeichnung seines neuen Darlehensvertrags, am 22.12.2011, stand Christian Wulff vor den Kameras und entschuldigte sich für frühere Fehler. Hm, hat er vielleicht Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis?
Zu dem Geschehen passt eine Geschichte. Im Märchen von den drei kleinen Schweinchen geht es ebenfalls um Immobilien. Das erste Schwein baute ein Strohhaus, welches der Wolf einfach umpustete. Auch das zweite Haus aus Holz blies er zum Leidwesen von Schwein Zwei um. Danach fraß der Wolf beide Schweine auf. Lediglich das dritte Haus aus Stein hielt stand – ein Glücksschwein wohnte wohl darin.
In der Realität allerdings pustet nicht der Wulff die Häuser der Schweinchen um, sondern ein paar Schweinchen scheinen den bösen Wulff nicht mehr im Amt sehen zu wollen und versuchen verzweifelt, ihn aus Schloss Bellevue hinaus zu pusten. Doch bislang erfolglos, der Wulff scheint wie festgeklebt.
Mal sehen, wieviele Schweine sich noch in das reale Märchen einmischen. Ob dem bösen Wulff am Ende vielleicht doch langsam die Puste ausgeht? Jeder anständige Wulff jedenfalls hätte sich schon längst ins nächste Märchen verabschiedet, die Welt der Elitenpolitik bietet doch wirklich genügend unglaubliche Geschichten aus tausend und einer Nacht.
Erzählen Sie dieses Märchen bloß nicht Ihren Kindern, denn die könnten Sie fragen, in welchem Land solcherlei Schweinereien möglich sind. Und Sie wollen ja wohl kaum antworten: Ähm, in unserem Land – aber sonst ist wirklich alles in Ordnung.
http://www.crash-news.com/2011…en-und-der-gierige-wulff/
