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Safkhet ist auch short in Wirecard
Ein weiterer bekannter Name, auf den Quadir Shortwetten laufen hat, ist der deutsche Zahlungsdienstleister Wirecard. Schon Anfang 2018 hatte ihr Hedgefonds eine Wette auf einen Kurssturz bei dem DAX-Konzern platziert. Auch ein zwischenzeitliches Leerverkaufsverbot von Seiten der BaFin, das viele Leerverkäufer zur Aufgabe zwang, brachte Quadir nicht von ihren Shortpositionen ab.
"Ich bin fasziniert von Unternehmen, die über einen langen Zeitraum glaubwürdigen Anschuldigungen ausgesetzt sind, aber immer irgendwie davonkommen", sagt sie. Bei Wirecard sei dies bereits seit einem Jahrzehnt der Fall, begründete sie ihr Engagement.
Die Entscheidung der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kritisierte sie vor diesem Hintergrund seinerzeit scharf, indem sie einen Brief an Jean-Pierre Bussalb, den Leiter der Leerverkaufsabteilung, schrieb. Das Leerverkaufsverbot sei "bizarr" und "rückständig", hieß es in dem Schreiben, in dem sie zudem Leerverkäufe als Handelsstrategie als vorteilhaft und notwendige Ausgleichskraft zur Aufrechterhaltung der Markteffizienz verteidigte. Sie glaube nicht, dass es eine Situation gebe, in der ein Leerverkaufsverbot gerechtfertigt sei, betonte sie.
Anlegern von Wirecard riet sie, "die Kernkompetenzen von Wirecard und die in diesem Jahrzehnt gemeldeten Erfolge zu analysieren und sich zu fragen, ob das zusammenpasst". "Was zu gut ist, um wahr zu sein, ist normalerweise nicht wahr", so Quadir weiter.
Wirecard selbst hat unterdessen die jüngsten Vorwürfe der Financial Times ein weiteres Mal zurückgewiesen. Für den Hedgefonds ist dies aber kein Grund, seine Short-Positionen zu überdenken. "Es gibt weitaus einfachere Möglichkeiten, Geld zu verdienen, als short zu gehen - insbesondere bei der Größe der Positionen, die Safkhet einnimmt. Aber ich bekomme eine moralische Befriedigung, wenn ich das tue", betonte Quadir noch kürzlich.
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