Hallo Kollegen.
Noch paar Sachen zur Geologie des Silver Valley.
Ausserdem habe ich mittlerweile aus einem Antiquariat Karten erhalten, in denen neben der Geologie auch noch die Stollen der Minen eingetragen sind!
2 Schnappschüsse hänge ich an (unten).
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Ost & West Silver-Valley haben einige interessante Aspekte in der Entstehungsgeschichte, die es sich lohnt näher aufzudröseln.
Dann lässt sich leichter verstehen, wieso sich im Ostvalley (vor allem nördlich der Osburn Fault im Raum bei Mullan) die Aussagen, ob ein gutes Gebiet vorliegt, teils nicht so einfach treffen lassen, wie im Westvalley (vor allem südlich der Osburn-Fault im Raum Kellog und Osburn).
Entlang der Osburn Fault sind einige grössere Verschiebungen & Auffaltungen geschehen.
So ist das schmale östliche Silver-Valley Gebiet zwischen Paymaster Fault & Osburn Fault laut zweier meiner Quellen (Quellenangaben unten) offenbar das Ergebnis einer West-Ost-Verschiebung um ca. 19 Bogenminuten zusammen mit einer Nord-Südverschiebung um ca. 3 Bogenminuten ... .
Dies betrifft also insbesondere das Gebiet um die Lucky Friday-Mine.
Dieses könnte geologisch also aus der Gesteinsregion zwischen dem heutigen Kellog & Osburn stammen, da allerdings aus dem ehemaligen Bereich nördlich der Osburn-Fault, der dann demnach durch andere Formationen ersetzt wurde. ...
Dadurch sind die verschobenen Teile natürlich auch nicht mehr so homogen geblieben, bei der Verschiebung wurde ja nicht einfach ein Kuchenstück herausgeschnitten, & wo anders eingesetzt, - nein, da ging geologisch vermutlich der Punk ab, es hat die Schichten uneinschätzbar deformiert!
In solchen Lagen helfen dann wohl nur konkrete Drillings, um die Gebiete einzuschätzen.
Wichtig ist dies u.a. um zu verstehen, warum gerade dieses östliche Silver Valley Gebiet, in dem sich auch die Vindicator, Teile der Independence Lead & das Lucky Friday-Gelände, sowie die Hunter Creek Mining, hinsichtlich der Einschätzung der Erfolgsaussichten etwas haarig ist. Es hat eine gute Geologie für die Minen dort, aber die Erzadern sind bisweilen weniger kontinuierlich dort.
Dieser Streifen ist also heterogener, als die Gebiete im West Valley südlich der Osburn Fault (U.S. Silver Corp als Nachfolger der Coeur, Sterling Mining, American Silver Mines, Cester Mining usf.).
Vor allem mit Bezug auf die erste Quelle von 1972 kann man dennoch etwas Interessantes & Allgemeines zur Qualität der Erzvorkommen im gesamten Silver Valley sagen, ich zitiere:
Zitat
"The most deformed areas are the areas of strongest faulting. Studies done by the writer (Anmerkung: Arthur H. Sorensen) seem to indicate that faulting occured with the later stages of folding. This also seems indicated by the fact that the degree of crystillisation of metamorphic sericite increases as the principal faults and mineral zones are approached.
(Auszug aus Quelle 1, Seite 22.)
Dies bestätigt, dass man in den meisten Fällen nach Minen als Investments suchen sollte, die ihre Claims über solchen Bruchlinien (möglichst einigen mehreren) liegen haben.
Ganz auffällig ist dies im südlich der Osburn Fault gelegenen Teil des West Valley, z.B. American Silver Mine, Galena Mine, Sunshine Mine, Argentine Mine, Polaris Mine, Bunker Hill, usf..
(Sagt natürlich noch nichts über Einsprüche der EPA aus. ...
)
Und im nördlich der Osburn Fault gelegenen Teil des East Silver Valley (Lucky Friday, Hunter Creek, Vindicator, Coeur & Butte, Idaho Silver usf.)
Nichtsdestotrotz ist im letzteren fall wie oben angeführt noch zu berücksichtigen, dass in diesem Bereich des East Valley ein Teil der Geologie durch eine grobe "Verschiebung" eines ganzen geologischen Teilstückes efolgt ist.
Und deshalb streckenweise dort die Aussagen ohne konkrete Drills etwas vage bleiben müssen (s.o.).
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Quellen:
1) Age and Mode of the Origin of the Coeur d' Alene ore deposits, Idaho.
Arthur H. Sorensen, 1972, Carlton Press Inc, New York, USA.
Kommentar: Der Autor war 16 Jahre bei Hecla angestellt als Geologe & kennt deren Gelände wie seine Westentasche.
2) Geochemical Exploration Studies in the Coeur d' Alene District, Idaho and Montana.
Geological Survey Professional Paper 1116.
US Department of the Interior.
By Garland B. Gott and John B. Cathrall.
United States Government Printing Office, Washington, 1980.
Kommentar: Umwerfende Veröffentlichung mit ca. über 20 Karten & einem excellenten Beiheft. Unter anderem Verteilungskartierungen der Metalle in Part per Million Einheiten & Geologische Karten mit Eintragungen der Stollen & Tunnel der jeweiligen Minen im Silver Valley.
Allein dieser letzte Aspekt birgt so manche Überaschung, sage ich Euch. 
Und davon hänge ich 2 Kostproben unten an, den meisten wird dies erst mal so genügen (interessiert si ja eh no koa Sau dafier
West-Valley & East-Valley.
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Gruss,
gutso
PPS:
Beides Kartenausschnitte der oben genannten Quelle Nr. 2, von 1980, & dort wiederum aus der beiliegenden Map 1.
Bild 1: West Silver Valley (Geology and underground workings).
Bild 2: East Silver Valley (Geology and underground workings).