Aber was wäre, wenn alle Lebensmittel ohne Vorwarnung knapp werden würden? Was wäre, wenn ein Teil der Supermärkte im ganzen Land ihre Türen schließen würde?
Eine Knappheit haben wir erst, wenn sich die Auswahl aus einer Produktgruppe auf unter eins reduziert. Bis dahin jammern wir auf hohem Niveau. Die Warnung ist allerdings mehr als berechtigt weil :
Hinzu kommt, dass die lokalen Lagerhäuser, die die meisten Supermärkte früher unterhielten, weitgehend verschwunden sind. Die Supermärkte sind jetzt auf halbwöchentliche Lieferungen von Großhändlern angewiesen, um die Regale voll zu bekommen.
Hier kommt ja hinzu, dass eine Treibstoffknappheit die Lagerkapazität "Straße" sofort ausbremst, also die Lebensmittellieferungen ausbleiben würden, auch wenn die Ware vorhanden wäre.
Der ganze Lebensmittelsektor war wenigstens in den NBL bis 1990 auch noch relativ dezentral in der Produktion aufgestellt. Trotz großer landwirtschaftlicher Erzeuger fand die Verarbeitung der Produkte dezentral statt. Kaum eine größere Region war ohne Zuckerfabrik, Molkerei, Schlachthof oder Bäckereien. Und da waren auch die Lagerkapazitäten dran. Im Rahmen der Gewinnmaximierung wurden die alle abgewickelt und zentralisiert. Man ist also auf die Transporte angewiesen, auch wenn man dezentrale Lagerkapazitäten schaffen würde, was wohl noch am schnellsten ginge.
Nun wissen wir, warum Insekten geplant sind.
Die Insekten dienen allefalls der Gewinnmaximierung. Das hilft nicht, wenn Herstellungs- Transport- oder Lagerkapazitäten nicht vorhanden sind oder wegbrechen. Und auch die Insekten müssen produziert und verarbeitet werden und am Ende doch im weitesten Sinne lebensmittelgerecht. Wer Hunger hat, wird die Insekten von allein essen. Da braucht es kein Gesetz. Mein Großtante, geboren 1901, berichtete, dass sie im ersten Weltkrieg die Spatzen von den Dächern gefangen haben, um etwas Fleisch in die Suppe zu bekommen.
Wohl dem, der in ländlichen Gebieten wohnt.
Grundsätzlich ja, aber, außer einem Kiefernadelbad beim kontrollierten Ableben wird es hier bei vielen kaum reichen. Und auch die Vegetarier werden sich nicht vom Gras allein ernähren können. Sehr viel mehr wächst leider in vielen Gärten auch auf dem Lande nicht mehr. Dazu kommt das fehlende Wissen über den Anbau der Lebensmittel, was jetzt über gut eine Generation abtrainiert wurde. Der jüngsten Generation fehlt es sogar bald am Wissen über die Zubereitung. Wenn man dann den Strom abschaltet, bekommen die nicht mal ein Essen gekocht, weil die App nicht sagt, welches Lebensmittel man benötigt, um die wie lange in welcher Reihenfolge in den Thermomix zu werfen. Vielleicht sind wir ja gerade Teilnehmer des Niedergangs der nächsten Hochkultur in den hoch industrialisierten Gebieten dieser Welt.
Stellt euch vor in 10.000 Jahren graben sie im Bereich des heutigen Berlins eine Glaskuppel aus. Bei der Untersuchung der Reste findet man wenig Anzeichen von Krankheiten, aber auch bei den gut erhaltenen Exemplaren sucht man verzweifelt nach Hirn. Allerdings haben die Reste der Kleidungsstücke alle Taschen voller Geld.