Beiträge von schachspieler

    Goldy,


    Du sprichst einen entscheidenen Punkt an. Die groesste Nachfrage nach physischem Gold zur Herstellung von Schmuck kommt z.Z. noch immer aus Indien, dicht gefolgt von China. Man kann - denke ich - davon ausgehen, dass ein Platzen der Immobilienblase in den USA & einigen Teilen Europas nur einen geringen Einfluss auf die Schmucknachfrage aus Indien & China haben duerfte, wenn auch die Folgen fuer Chinas Wirtschaft nicht unerheblich waeren.


    Diejenigen, die in den USA in finanzielle Probleme geraten duerften, sind m.E. z.Z. keine Besizter von grossen Mengen physischen Goldes. Es traefe die breite Mittelschicht, die konsumverliebt dem m.E. Unvermeidbaren entgegenschaut und sehenden Auges weiter konsumiert. Die Sparquote in den USA ist erbaermlich gering, so dass ich keine grossen "Notverkaeufe" von physischem Gold aus der breiten Mittelschicht in einem solchen Szenario erwarte.


    Diejenigen allerdings, die zu den wohlhabensten 5% gehoeren, duerften ihr Vermoegen in Sicherheit bringen wollen - "Notverkaeufe" gaebe es von dieser Seite hoechstens in Form von "Schadensbegrenzungsverkaeufen" am Aktienmarkt. Freie Gelder duerften in guenstig gewordene Immobilien, Laendereien und u.a. auch Gold fliessen.


    Aehnlich sehe ich die Lage in weiten Teilen Europas.




    mfG

    @ GSP-Komet:


    Zitat

    Der Preis vom Crude beträgt aktuell 58,95!
    0,06oz/bbl => US-$982,50 x 0,06 = US-$58,95
    bei unverändertem Wert von 60,51: wäre
    Crude: $58,95 = Gold: $982,50 = Silber: $16,23!
    ("Patrick Chidley, a New York based sell-side analyst for Barnard Jacobs Mellet, said, in a recent note to clients, that since 1971, the number of ounces of gold required to buy one barrel of oil has averaged 0.06oz/bbl.")



    -> und nocheinmal das Gegenbeispiel zum Nachdenken fuer Dich:




    Merkst Du was? ;)

    Hallo Goldy,


    Zitat

    in einem deflationsszenario wo aktien und immopreise fallen würde auch gold fallen oder?


    -> Das ist nicht so ohne Weiteres zu beantworten. Zunaechst treten deflationaere und inflationaere Tendenzen meistens zugleich auf, d.h. einige Gueter & Dienstleistungen werden teurer, andere zeitgleich billiger. Die Effekte lassen sich natuerlich aggregieren, um so den Nettogesamteffekt zu ermitteln. Nichts anderes geschieht bei der Berechnung laenderspezifischer Inflationsraten. Haeufig entsteht daraus der Irrglaube, dass inflation und Deflation nicht gleichzeitig in einer Volkswirtschaft auftreten koennen.


    Konkret zu Deiner Frage:


    Die fundamentalen Hintergruende am Aktien- und Immobilienmarkt sind gaenzlich andere, als beim Gold. Es waere auch zu einfach, von "dem" Immobilienmarkt oder "dem" Aktienmarkt zu sprechen. Die Fremdfinanzierungsquote in den USA oder in UK liegt z.B. um einiges hoeher, als in Deutschland oder der Schweiz. Anfaellig fuer Preiseinbrueche duerften die Immobilienmaerkte sein, die juengst starke spekulative Exzesse erlebten und auf dem Fundament hoher Verschuldungsgrade der Besitzer "gebaut" wurden. Auch in den USA und UK gibt es wieder regionale Unterschiede bzgl. der Groesse evtl. Spekulationsblasen. Ich persoenlich kann keinen Grund erkennen, warum Gold im Wert fallen sollte, wenn regional die Immobilienpreise einbraechen. Auch wenn in den ganzen USA saemtliche Immobilien um bsp. 50% im Preis korrigierten, waere dies m.E. eher bullish als bearish fuer Gold, da der Wohlstand ganzer Nationen stark an einem solchen Preiseinbruch litte. Du kannst davon ausgehen, dass der Aktienmarkt bei solch starken Preisbewegungen an internationalen Immobilienmaerkten positiv mit diesen korrelieren duerfte, d.h. ein Platzen der Immobilienblase duerfte auch die internationalen Aktienmaerkte stark belasten, da z.Z. noch existierende Buchwerte verloren gingen, Kaufkraft abnehmen wuerde und nicht zuletzt weniger freie liquide Mittel fuer Aktienanlagen zur Verfuegung stehen duerften. Die gesamte Wirtschaft duerfte in einem solchen Extremfall (den ich persoenlich auf Sicht der naechsten Jahre fuer realistisch halte) in eine nachhaltige Rezession eintauchen, die aber positiv fuer den Goldpreis sein duerfte.



    Ich persoenlich wuerde also von einer Inflation des Goldes als Folgewirkung einer starkten Deflation der Aktien- und Immobilienmaerkte ausgehen. Eine eindeutig richtige Antwort auf Deine Frage gibt es aber ganz sicher nicht.



    mfG

    Warum ueberrascht es mich nicht, dass ihr eine Erklaerung schuldig bleibt... ? ;)


    GSP-Komet? Moechtest Du Dich vielleicht an einer Erklaerung zu Deinen Gold/Oel Vergleichen versuchen? Immerhin wirst Du nicht muede, immer wieder auf den langfristigen Mittelwert von 0.06 hinzuweisen und amuesante Rueckschluesse daraus zu ziehen.


    Ganz im ernst: Habt ihr schonmal ueber das, was ihr das schreibt, selber nachgedacht? Oder wiederholt ihr nur gebetsmuehlenartig die Parolen einiger populistischer Goldpusher?



    Im uebrigen moechte ich niemanden persoenlich beleidigen, ich bin mir allerdings darueber im Klaren, dass ihr euch durch meine Kritik an euren Aussagen angegriffen fuehlen duerftet. Versucht doch einfach, die Thematik sachlich zu behandeln. Bin gespannt, was euch dazu einfaellt.



    mfG