[Blockierte Grafik: http://www.wams.de/tplpix/wams/chl_kpf_61.jpg]
http://www.wams.de/data/2004/06/13/290700.html
Inflation kehrt zurück
Die Zeiten einer parallelen Notenbankpolitik in den USA und Europa sind vorläufig vorbei
von Ulrich Reitz
Die warnenden Worte waren nicht zu überhören. "Höhere Ölpreise auf Dauer werden wahrscheinlich die Verbraucherpreise sowie das gesamte Preisniveau in diesem Land nach oben treiben", orakelte US-Notenbankchef Alan Greenspan am Dienstag bei einer Konferenz in London, zu der er per Video zugeschaltet worden war. Und: Die Fed werde in angemessener Weise auf die Inflationsgefahr reagieren.
Die Fed-Mitglieder William Poole und Jack Guynn, beide sitzen bei der nächsten Notenbanksitzung Ende Juni mit am Abstimmungstisch, wurden am Freitag deutlicher: Es sei "wichtig für die Fed, Führung zu zeigen und auf die bevorstehenden Informationen zu reagieren", sagte Poole. Guynn mahnte eine "deutliche Beachtung in unserer Analyse und in unseren geldpolitischen Diskussionen" an.
Die Botschaft ist klar: Die US-Notenbank wird Ende Juni die Zinsen erhöhen. Die Zeiten, in denen der Schlüsselzins in Amerika mit einem Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 1958 liegt, sind dann passé. Keine Frage nach dem Ob und dem Wann. Nur über die Höhe des Zinsschrittes wird noch spekuliert.
Greenspan muss handeln. Die Inflationsgefahr, vor allem durch steigende Ölpreise, wächst. So steht Amerika die erste Zinsanhebung seit dem Frühjahr 2000 bevor. 13 Zinssenkungen um insgesamt 5,5 Prozentpunkte hat es seitdem gegeben, um die Ökonomie in Fahrt zu bringen.
weiter...