Gold-Investoren aufgepasst!
von Mark Ehren
Wer sich für echtes Gold interessiert, kennt das Problem: Entweder man versteckt die Barren zu Hause und lebt mit dem Diebstahlrisiko, oder man übergibt sie der Bank und zahlt schmerzhafte Schließfachgebühren. Mit "Gold Bullion Securities" gibt es nun einen Ausweg.
Seit Monaten wird die neue Gold-Anlage für den deutschen Markt vorbereitet, seit Anfang Juli ist sie von der Wertpapieraufsicht zum Handel zugelassen. Ein näherer Blick zeigt, dass das Papier durchaus Marktchancen hat.
Gold in Papierform
Die GBS (ISIN GB00B00FHZ82) sind mit einem Gold-Fonds vergleichbar. Jedes einzelne Wertpapier verbrieft eine Zehntel Feinunze, das entspricht 3,11 Gramm. Der derzeitige Wert dieser Goldmenge liegt bei rund 40 US-Dollar bzw. 32 Euro. Für die eingezahlten Beträge kauft die britische Investmentgesellschaft Gold Bullion Securities physisches Gold. Damit ist der Wert der Fondsanteile mit echtem Gold hinterlegt, der Anleger wird Eigentümer "seines" Goldes. Allerdings können sich Anleger das Gold nicht physisch ausliefern lassen.
In Großbritannien und Australien sind die GBS schon länger zu haben. Die bisher verkauften Anteile haben derzeit einen Wert von rund 624 Millionen US-Dollar. Das entspricht 49,1 Tonnen Gold. Zum Vergleich: Die jährliche Gold-Produktion liegt weltweit bei unter 3000 Tonen im Jahr. Das physische Gold der GBS lagert in Tresoren in London bei der britischen Großbank HSBC.
GBS hilft Gebühren sparen
Im Vergleich zu den klassischen Gold-Investments wie Goldbarren oder -münzen ist der Kauf billiger, den die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs ist geringer. Sie liegt beim Handel über deutsche Börsenplätze bei rund fünf Prozent. Zusätzlich fallen noch die "normalen" Börsenhandelsgebühren wie beim Kauf von Aktien an. Dagegen kann die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs beim Kauf von Goldbarren- oder münzen schnell die 10-Prozent-Marke überschreiten. Außerdem fallen beim Kauf von physischen Gold noch Kosten für den Aufbewahrung und die Versicherung an, wenn man es zum Beispiel bei seiner Hausbank aufbewahrt. Aufbewahrungs- und Versicherungskosten gibt es den GBS nicht, hier sind alle Kosten mit dem Kauf abgegolten.
Im Vergleich zu Gold-Zertifikaten bieten die GBS ebenfalls Vorteile. Bei Gold-Zertifikaten hat der Anleger das Recht, sich den Wert des verbrieften Goldes vom Emittenten auszahlen zu lassen. Der Anleger ist aber nicht Eigentümer des Goldes. Vielmehr sind Gold-Zertifikate rein rechtlich Anleihen. Der Emittent ist der Schuldner und der Anleger der Gläubiger. Falls ein Emittent von Gold-Zertifikaten also einmal in finanzielle Schwierigkeiten geriete, wäre das angelegte Kapital der Anleger in Gefahr.
Nachteil: Nichts zum Anfassen
Für die absoluten Pessimisten unter den Gold-Anlegern, die eine Weltwirtschaftskrise und den Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems befürchten, sind die GBS freilich nicht geeignet. Denn diese Anleger werden ihre Goldmünzen oder -barren lieber im eigenen Garten vergraben als sie in irgendwelchen Banktresoren zu lagern.
mein Fazit:
Das Gold wird zwar physisch 1:1 hinterlegt, aber man hat nur ein verbrieftes Recht und kann sich es nicht ausliefern lassen. Die Sicherheit hängt vom Emittenten ab. Ob es auch wirklich physisch hinterlegt wurde, ist daher eine Vertrauenssache. Eigentlich wie beim Central Fund of Canada, nur denen würde ich eher vertrauen, dass sie die Ware auch wirklich physisch kaufen.