Katherina Reiche, CDU-Wirtschaftsministerin, sagt: „Wir können nicht ein Drittel des Erwachsenenlebens in Rente verbringen.“ Damit beleidigt sie alle Rentner. Die Deutschen, so Reiche, sollen länger arbeiten, am besten bis kurz vor die Bahre.
Von Meinrad Müller
Tritt Frau Reiche etwa in die Fußstapfen von Robert Habeck, dem Mann mit der bekannten Taschenrechnerallergie? Jenem Philosophen im Ministerrang, der zwar den Strommarkt reformieren wollte, aber am kleinen Einmaleins scheiterte? Dabei ziert selbst den einfachsten Schreibtisch ein solarbetriebener Taschenrechner, zuverlässig wie ein Finanzbeamter, aber weit weniger ideologisch.
Wenn Reiche rechnen könnte
Sie hätte ihren Blick einfach einmal über den Rhein werfen können, dorthin, wo man das Leben genießt: Frankreich. Dort liegt das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei 62,4 Jahren, die Rentenbezugsdauer bei satten 23,6 Jahren. Und in Deutschland? Eintritt mit 66,3 Jahren, Rentendauer 19,3 Jahre. Macht ein sattes Minus von über vier Jahren Lebensfreude oder, wie die Franzosen sagen würden: vier Sommer ohne Rotwein.