Beiträge von Kellermeister

    mesodor39 und andere


    Lieber Mesodor, wenn ich mich wie die Masse verhalten soll, warum dann nicht auch zur Masse gehören?
    Ok, das wäre dann doch zu viel verlangt. Was ich sagen will: Warum diese Detailverliebtheit? Warum dieser Aufwand? Warum der Krise entgegenfiebern?


    Es wird anders kommen, anders als Du denkst, anders als ich denke !
    Ich halte es eher mit meiner Großmutter. Die füllte immer ihre Speisekammer auf, hatte immer auch Bares im Haus (war seinerzeit auf dem Lande eher üblich) und vertraute ansonsten auf Gott. Damit ist sie durch die große Inflation, die Depression und den 2.Weltkrieg gekommen. Glück hatte sie auch - oder war es doch eher Gott? Es waren ein paar Verluste zu beklagen, man mußte sich anpassen, es gab Veränderungen!


    Dein ganzes Szenario und diese Mühe der vorauseilenden Anpassung an viele mögliche Varianten, das zeugt mir doch eher von einer Paranoia (entschuldige, ist nicht persönlich). Das zeugt von einer großen Versagensangst, sich auch einmal einer Herausforderung stellen zu können.


    Und nochmal meine Großeltern, die hier exemplarisch für seinerzeit normales und übliches Verhalten stehen, ein Verhalten, welches lediglich in den letzten Jahrzehnten vedrängt wurde: eigener Besitz, wenn vorhanden, in Sachwerten ; ein paar Vorräte in der Speisekammer ; ein paar Mark im Hause. Der Glaube an höheren Beistand schadete auch nicht. Das Wissen, im Leben immer auch mit Krisen und allerlei Unbill konfrontiert zu werden, und die Bereitschaft und die Kraft, es zu nehmen, wie es kommt.

    ...er kommt gar nicht. Weil....
    (aus der Chartanalyse des DAX bei godmode-trader)


    "
    Sie wissen, dass ich für das übergeordnete BIAS der Chartanalysen auf GodmodeTrader.de verantwortlich bin. Sie wissen, dass ich seit geraumer Zeit dem Aktienmarkt skeptisch gegenüber stehe. Und das, obwohl ich die bullischen Argumente alle kenne.


    Es gibt viele Argumente, die für eine Bodenbildung auf dem aktuellen Niveau sprechen. US-Wahljahr, 08er Jahr, Bernanke & Co mit der Tendenz zum R-Wort wohlwissend, dass viele Marktteilnehmer die Gesetzmäßigkeit des Marktes kennen, wonach genau dann, wenn die Rezession festgestellt wird, der Aktienmarkt schon wieder deutlich weiter nach vorne schaut und nach oben durchzieht.


    Ein weiteres Argument für die Bodenbildung ist die Reaktion der Märkte auf eigentlich gravierend negative Nachrichten. UBS und Deutsche Bank melden milliardenschwere Abschreibungen, die Kurse steigen. Einige größere US Hedgefunds geraten in Schieflage, die Kurse steigen. Normal einer der besten Indikatoren überhaupt. Was mich diesmal irritiert hat, war, dass diese brachial negativen Nachrichten recht kumuliert in einem Zeitfenster erschienen. Kaum waren die Nachrichten raus, sprang der Markt massiv an. Die Reaktion auf die negativen Nachrichten kam zu schnell. Normal oszilliert der Markt noch etwas seitwärts oder bröckelt noch etwas ab und dann kommt langsam Bewegung nach oben rein. Diesmal aber knallte wenige Minuten nach den Meldungen das Volumen hoch. Als ginge es darum, negatives Momentum sofort zu ersticken.


    Möglicherweise ist es der gesunde Schuß Paranoia, - nein, das ist kein Widerspruch :) -, eines Momentumtraders und -investors und die Intuition, die mir sagt, dass mir die Argumente diesmal zu idealtypisch serviert werden, wie einem Huhn eine Reihe von Körnern. "

    @ allesklar


    Mutig !
    Ich hatte Ende 2005/Anfang 2006 auf die Vollendung einer mehrjährigen und langfristig wirkenden SKS-Formation gesetzt, welche eine langfristige Euroschwäche eingeläutet hätte. Ich wurde eines Besseren belehrt. Seither übe ich mich in Demut und freue mich über solche recht detaillierten Prognosen.

    @Dis Pater


    Noch gar nicht. Eine Runde 'älterer Herren, acht bis zehn an der Zahl' vermisse ich auch nicht so unbedingt. :sleeping:


    Nen frischen Riesling kann man doch auch in angenehmerer Gesellschaft zechen. :love:

    Bei allem, was ich hier und anderswo lese, stelle ich mir einen halb verdunkelten Raum mit ein paar schweren Holzmöbeln vor, ein paar ältere Herren, so acht bis zehn an der Zahl, die sich am späten Nachmittag getroffen haben, und über die Banken - und Kreditkrise reden. Sie sind mittelbar alle betroffen, da sie so oder so im Bankgewerbe zu Hause sind. Sie sind keineswegs in der Weise betroffen, dass sie über eigene, existenzbedrohende Verluste klagen müßten.


    Sie fachsimpeln und fragen sich, wie man am besten von dieser Krise profitieren könnte. Nicht so, wie wir hier, die über Kaufen, Halten, Verkaufen, Puts und Calls, Gold und Silber nachdenken.


    Nein. Es ist eher wie auf einem Schachbrett oder Schlachtfeld. Was ist zu tun, um selbst zu erstarken und andere zu schwächen. Kann man Einfluss auf pol. Entscheidungen, Kursverläufe, Ratingagenturen etc. nehmen?


    Man entwirft ein Bild der Zukunft, ein Bild nach der Krise. Nach der Krise sind eine Reihe kleinerer Banken verschwunden. Einige Großbanken wurden ganz oder teilweise von anderen Großbanken übernommen. Die eine oder andere Großbank gibt es nicht mehr. Einige wenige Großbanken gehen gestärkt aus der Krise hervor. Sie haben sich die Märkte neu aufgeteilt. Zentralbank und die mächtigsten Großbanken arbeiten noch enger zusammen; Massnahmen werden abgestimmt und Personal wird gegenseitig getauscht.


    Das ist nicht alles Zukunftsmusik. Fand und findet alles schon statt. Die Frage stellt sich, welche Banken werden diejenigen sein, die eindeutig als Gewinner dastehen werden? Und, lohnt es sich, Aktien dieser Banken zu kaufen?


    Goldman Sachs, LehmanBr., welche europ. oder asiatische Großbank?

    Hallo Daniel,


    Goldkauf=Geldvernichtung ?


    Ich habe mir angewöhnt, ein Portfolio anders zu betrachten. Macht allerdings nur bei langem Anlagehorizont Sinn:


    Geld in Euro, Dollar, CHF ; Aktien in Stück ; Land in qm ; Gold in gramm


    Dieses ständige Umrechnen von Sachwerten in Geldwerte in Daytradermanier ist mir relativ fremd.


    PS: Bei über 1000$ hätte ich jetzt aber auch nicht im großen Stil gekauft.

    Hallo Jürgen,


    zunächst mal Respekt für Dein Gegenhalten in bestimmten Grundsatzfragen gegen den allgemeinen Forums-Mainstream. Wäre tatsächlich langweilig ohne Kontrapunkte.


    Aber zu Deinem letzten Post: Ich bin ehrlich gesagt nicht freiwillig Goldbug. Ich gehöre auch nicht zu denen, die ihre Goldstücke laufend anfassen müssen, fotographieren, oder seltene Stücke sammeln, tauschen etc.


    Mir wäre es wirklich lieber, ich bekäme als Lohn für meine Arbeit eine Gegenleistung, bei der ich nicht überlegen müßte, wie ich sie gegen Verlust absichern muß, wenn ich sie nicht sofort in Ware und Dienstleistung umsetzen will.


    Ich bin mehr oder weniger gezwungen, Konsumverzicht zu üben und diesen Verzicht zu "lagern, sparen, konservieren". Meine Kinder werden in ein paar Jahren eine kostspielige Ausbildung anstreben, ich selbst werde alt, also Rentner etc. etc.


    Ich hätte es lieber, ich könnte meine Euro bedenkenlos in eine Ecke legen und sie wertmäßig unversehrt in ein paar Jahren dort wieder rausnehmen. Oder ich könnte diese Euro für eine Weile gegen Zins verleihen, wobei der Zins mich vor allem für den gegenwärtigen Konsumverzicht und das eingegangene Ausfallrisiko entschädigt. Dies ist aber nicht der Fall. Wenn ich Glück habe, so wird der Wertverlust gerademal durch den Zins ausgeglichen; von einer Entschädigung kann keine Rede sein. Und dieses Ausfallrisiko besteht und ist in letzter Zeit extrem gestiegen.


    Zusammengefasst will ich sagen, dass es bei mir (und sicher vielen anderen) eben nicht um die klammheimliche Freude am allgemeinen Niedergang geht, weil ich mich vermeintlich mit EM in einer komfortablen Position weiss. EM wird mich nicht vor den ganz grundsätzlichen Verwerfungen bei einem wirtschaftlichen Desaster schützen (Arbeitslosigkeit, Tumulte, staatliche Repression), und außerdem macht EM eben nur einen gewissen Teil aus. Ich werde nach wie vor in Euro bezahlt, meine Angehörigen auch, Freunde und Verwandte auch.... es macht keinen Spass anzusehen, wie alles den Bach runtergeht, weil wir in einem System leben müssen, in welchem das Geld das private Spielzeug von einer Hand voll selbsternannter Elite ist.

    Zitat

    Schau dir mal die Meinungen zum Artikel im Spiegel-Forum an. Die Naivität und das ökonomische Unwissen eines Teils der dort postenden User ist erschreckend.


    Marty


    Geht aber noch. Ich kann ein leichtes contra gegen Verkäufe herauslesen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass einige Goldseiten-User dort "meinungsbildend" tätig sind.


    Mich interessiert allerdings die Häufung von goldkritischen Beiträgen im Spiegel. Mal sehen, ob das eine konzertierte Aktion ist. Wäre z.B. daran zu erkennen, ob das Thema von anderen Medien aufgegriffen wird.

    @ freefly


    Sehe ich genau so. Bei deutlich über 640 Euro für die Unze wünschte ich mir diesen Rückgang, um ggf. doch noch das eine oder andere Stück zu kaufen. Jetzt, wo er da ist, ist man zwiegespalten.


    Ich denke, die Korrektur war unausweichlich und wird sich über ein paar Monate hinziehen. Dennoch erwarte ich eigentlich kaum Kurse unter 850 USD. Mal sehen, wie schwer sich der Kurs tun wird, markant unter das alte historische Hoch von 871 zu fallen.

    @ Renegat-5


    Passt schon, der Spiegelartikel. Vor allem, weil hier gestern oder vorgestern über "schmutzigesGold" ebenfalls vom Spiegel gepostet wurde. Dort scheint es ein höheres Interesse zu geben. Allein schon bei der Summe von zu erlösenden 50-65 Milliarden Euro hätte es dem Autor dämmern müssen. Abgesehen davon, ob dies zu erlösen wäre, hätte er wissen müssen, das dies ca. der Jahresneuverschuldung Deutschlands im Jahre 2004 entspricht. Diese Relation muß doch normal denkenden klar machen, welcher Fliegenschiss diese paar Milliarden wären. Als nächstes wird das "Investieren" in verzinsliche Papiere empfohlen, womöglich noch in USD. In Asien versuchen die großen Zentralbanken, von ihren Anleihe-Bergen herunterzukommen, und dieser Schreiberling (und die von ihm erwähnten Politiker) empfielt den Aufbau eben dieser. Das Problem ist nur, dass es für diesbzgl. wenig Belesene einleuchtend erscheinen könnte. X(

    @ mesodor39


    Auf die herausragende Stellung von Gold habe ich hingewiesen. Lies nochmal mein Post.


    Es ging mir darum, zu betonen, dass nicht alles immer auch unter dem Aspekt der Liquidierbarkeit gesehen werden soll. Wertspeicherung mittels EM, aber auch Immos und Aktien ist eben nicht immer nur unter dem Aspekt der Absicherung während eines Kollapses zu sehen, sondern eben auch als Dauerspeicherung, welches weder in guten noch in schlechten Zeiten liquidiert werden soll, sondern allenfalls, wenn möglich, von der einen in die andere Klasse geswitcht wird.


    Für die Krise, und das ist ganz klar, sind Immos und Aktien als zu liquidierende Notgroschen völlig ungeeignet. Deswegen auch EM.

    mesodor39 und andere


    Über Gold als ultimativen Wertspeicher ist alles gesagt. In der heutigen Zeit wegen seiner Mobilität und seiner weitgehend eingeschränkten Registrierbarkeit allen anderen überlegen!
    Dennoch sollte man analysieren, wie reiche Familien bzw. Dynastien über die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte ihre Vermögen erhalten haben. Geld spielte dabei meist keine Rolle, Aktien - und Grundbesitz aber allemal.
    Nun ist das Einfamilienhaus mit Garten und einem Mittelschichtler als Besitzer etwas anderes als der Grund und Boden der Weltiner oder der Turn und Taxis.
    Und auch ein 5%, 10% oder 50% Aktienanteil eines Unternehmens macht weniger antastbar, als ein paar Streupapiere des Kleinanlegers.
    Trotzdem haben sich auch diese Vermögenswerte über die Zeit als Wertspeicher bewährt; Ausnahmen bestätigen wie immer diese Regel. Wer also nicht alles in EM stecken will, kommt daran nicht vorbei.


    Im übrigen sollte bei allen Vermögenswerten die Frage der Liquidierbarkeit nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt werden. Für außergewöhnliche Umstände sollte vorgesorgt werden, aber Vermögen in Gold, Grund, Aktien wird in der Regel nicht verkauft sondern vererbt.

    Zitat

    ...auch wenn eine Kurskorrektur beim Gold bevorsteht. Diese Kurskorrektur sehe ich allerdings auch. Kursziel 870.


    Hey. Dies stand gestern hier im Forum um 10:12 Uhr, bei Gold deutlich über 1000$. Das Zitat ist von mir selbst. Da klopfe ich mir doch mal selbst auf die Schulter. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. ;)

    Zitat

    Ich schlag mal diese Antwort vor: weil der Verschuldungsstand mittlerweile so hoch ist, daß nur fortgesetztes Wachstum die Räder am Rollen hält. Es ist kein Speckgürtel mehr da, der Puffer für den kleinsten Abschwung sein könnte.



    Damit bist Du sicher ziemlich nah dran.