Indien führt derzeit exemplarisch vor, was passiert, wenn die Wirtschaftssubjekte ihr Vertrauen in die eigene Währung verlieren. Die Inder flüchten seit einiger Zeit aus der Rupie ins Gold, was für die Staatsfinanzen den unliebsamen Effekt hat, dass das Handelsbilanzdefizit geradezu explodiert: http://sprottgroup.com.
Da Gold im Gegensatz zu Öl nicht lebensnotwendig ist, versucht die Regierung nun seit vorigem Jahr, den Goldimport durch Importsteuern zu verringern. Inzwischen wurde diese Steuer in mehreren Stufen auf 8% angehoben.
Es wird zudem erwartet, dass auch weitere Einfuhrabgaben den Import von Gold nicht verringern, sondern dass dann das Gold über den Schwarzmarkt ins Land kommt. Das mangelnde Vertrauen in die Rupie kommt nicht von ungefähr: Mussten vor 2 Jahren für einen Dollar noch 44 Rupien hingezählt werden, sind es nun bereits deren 60, um über ein Drittel mehr. Selbst beim derzeitigen Goldpreisverfall hält sich der Verlust in Rupien gerechnet in Grenzen.
Nachdem die Goldeinfuhr Indiens im Juli wieder deutlich gestiegen sei, kündigte Finanzminister Chidambaram an, man werde weitere Maßnahmen ergreifen müssen, um die Importe des Landes einzudämmen.
Den Angaben auf Bloomberg zufolge seien die Aufgelder in Indien in der vergangenen Woche von 4 auf 10 USD über Spot gestiegen, nachdem die Zentralbank des Landes am 22. Juli einen Beschluss erließ, demzufolge 20% der Einfuhrmenge für den Re-Export bereitgestellt werden müssten. Weitere Maßnahmen, so schätzt man, könnten das Aufgeld spätestens zum Diwali-Fest im November, zu dem traditionell auch Gold- und Silberschmuck gekauft und verschenkt wird, auf 25 USD je Unze steigen lassen.