@woernie & @Nebelparder:
Seid ihr sicher, dass die Zinsen überhaupt jemals steigen?
Sobald es einen Abverkauf von Anleihen gibt (den hat es seit der Finanzkrise schon mehrfach in Ansätzen gegeben), dann springen die Zentralbanken ein und kaufen alles auf und zwar solange, bis die Zinsen wieder da sind, wo man sie haben will.
Für ein derart aggressives Zentrentralbankverhalten fehlen uns einfach die historischen Erfahrungswerte, weil das erst seit der Finanzkrise so exzessiv betrieben wird. Von daher bin ich mir eben nicht so sicher, ob die Zinsen wirklich mal explodieren.
Andererseits: Ob nun die Zinsen explodieren oder massiv Geld gedruckt wird, dürfte für Gold auf's gleiche Ergebnis hinauslaufen.
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So sehe ich das auch. Nimmt die FED alle Schuldverschreibungen in ihre Bücher, müssten zwangsläufig auch alle anderen bedeutenden Notenbanken das gleiche tun. Auch dem letzten Systemling wird dann klar, dass Fiat nur eine Illusion war. Es wäre das Ende, außer man hätte bis dahin eine diktatorische Weltregierung installiert.
@sirgey
Das Zinsniveau steigt ja nur, wenn der Kurs der am Markt befindlichen Anleihen fällt. In der Folge würden neue Anleihen mit einem höheren nominalen Zinssatz ausgegeben werden.
Warum sollen US-Anleihen attraktiv werden, wenn das Zinsniveau im Trend steigt?
Das bedeutet doch, dass du beim Kauf einer Anleihe heute, eine höhere Rendite einstreichen kannst als vor ein oder zwei Wochen. Es bedeutet aber auch, dass du beim Kauf erst in einer Woche eine noch höhere Rendite einfahren könntest. Noch besser ist es dann, wenn du noch länger wartest, denn einen Monat später sind die Anleihen noch mehr im Preis gefallen und die Rendite ist noch viel höher.
Wer bei steigenden Zinsen zu früh kauft, nimmt einen Kursverlust seiner Anleihen in Kauf. Müsstest du (warum auch immer) verkaufen, resultiert daraus ein Verlust.
Paul Volker musste die Leitzinsen auf beinahe 20%, was real (inflationsbereinigt) noch immer fast 10 Prozent entsprach anheben, bis der Goldanstieg 1981 abrupt beendet wurde. Erst ab da waren genügend Goldbesitzer bereit, die Gewinne mitzunehmen und in US-Anleihen anzulegen.
Gut, wir wissen, heute wird das Spiel mit unfaireren Regeln gespielt. Trotzdem sind auch hier der Manipulation Grenzen gesetzt. Uns wird diese Korrelation - steigende Zinsen = fallender Goldpreis - als in Stein gemeißelt vorgegaukelt, indem man Goldfutures leerverkauft, wenn die Zinsen etwas anziehen. Nur die Allerwenigsten werden tatsächlich ihre Unzen verhökern, wenn sie für eine dreißigjährige US-Anleihe 2,2 statt 1,8% erhalten können. Selbst die ETF-"Goldhalter" werden das kaum tun. Den fallenden POG nutzen immer wieder Investoren physisch oder per ETF/ETC nachzukaufen.
Durch das Zinsgedöns werden wir schlimmstenfalls (u.U. erheblich
) später belohnt für unsere Entscheidung, in Edelmetalle investiert zu haben. Irgendwann läuft halt jedem die Zeit davon.
Und da das hier eine Chartfaden ist, habe ich noch einen...
Für Pd und Pt hat der Anbieter keine längere Datenreihe. Trotzdem finde ich es sehr schön zur Visualisierung.
In den letzten rund 30 Jahren hatte Gold demnach eine Preissteigerung von 5,5 p.a. , Silber ist etwas besser. Palladium ist der klare Gewinner mit 10,08% p.a. und Platin, der Loser, den ich seit zwei Jahren langsam einsammel.
