Kein Mensch kann es bezahlen, die Stromnetze auf die Anzahl E-Mobile auszubauen, wie wir heute an Autos in der Republik haben. 42 Mio. PKW zum Laden in ca. 4 h, ergibt mindestens einen GLZ von 0,25, d. h. für mind. 1 h muß die volle Leistung, die hier abgefordert wird, erbracht werden......
In Prinzip ist es eigentlich gar nicht so schlimm. Eigentlich.... und "im Prinzip" wohlgemerkt....
Die notwendigen 380 / 220 KV Leitungen lassen sich - politischer Wille vorausgesetzt - in ca. 10 Jahren bauen. Bei der derzeitigen Planungs- und Genehmigungslage natürlich nicht, da kommt immer eine schützenswerte Echsen oder Antifa-ur-ratte in den Weg. Ein vernünftiges Höchstspannungsntez könnte den Strom großflächig verteilen. Das (Höchstspannungs-)Netz ist imho weniger das Problem. Die Erzeugung ist das Dilemma, denn die Gleichzeitigkeit der Windkraftanlagen in der Nordsee ist nahezu 100%... wenn da mal kein Wind bläst... aber das ist ein anderes Thema.
Die Mittelspannung ist schon erheblich mehr Aufwand. Mal eben 20 Kilometer 20 KV Kabel verlegen, damit die E-Tankestelle angeschlossen werden kann? Nein... so einfach ist das nicht. Alles soll ja ausfallsicher sein, also n+1. Heißt, ich brauche immer noch eine Leitung für den Fall eines Ausfalls. Also lege ich mal eben 2 x 20 Kilometer... wenn das denn reicht, denn die zweite Leitung muss von einem anderen Umspannwerk kommen, sonst bringt sie nichts.. aber das ist nicht notwendigerweise direkt um die Ecke. Also schon fast Kabel ohne Ende, durch viele Gebiete, in der der gemeine Umweltlurch und Karl der Käfer leben. Das dauert...
Was dauerhaft viel schlimmer klemmen wird, ist allerdings das Verteilnetz, denn es ist absolut undenkbar, dass nahezu alle Straßen in Dummland zu den über 40 Millionen Wohnungen aufgebaggert werden, um dickere Kabel (die man btw ohnehin gerade nicht in dern benötigten Menge kaufen kann) einzubuddeln (Wofür es auch nicht genug Bagger und Baggerfahrer gibt...). Das dauert Jahrzente.
Ein weiterer böser Schwachpunkt sind die Ortsnetztransformatoren, die niemals für solche Leistungen konzipiert waren. Wir reden hier von zehntausenden Trafos, die in D friedliche ihren Dienst verrichten. Diese alle durch größere Modelle zu erstzen, um das Szenario von "Sie" abzufangen... ausgeschlossen. Wer sollte die auf die schnelle bauen, ausliefern, aufstellen und anschließen? Das dauert ebenfalls Jahrzente.
Jede Lösung, die irgendwie SInn machen könnte, muss hinter den Ortsnetztransformatoren auf der Niederspannungs-Seite einen Puffer einrichten. D.h. hier müssen mehrere zehntausend dezentrale Speicher eingerichtet werden, die die Ortsnetztransformatoren entlasten, wenn die Stromer in der Garage das Netz leer saugen. Hier jedoch wird das deutsche Baurecht energisch einschreiten.
Die benötigen Speicher brauchen keine hohe Leistungsabgabe, müssen aber mächtig Kapazität haben und endlos viele Zyklen überstehen... mindestens einen pro Tag für mindestens 20 Jahre. Die Tesla-Akkus aus Li-ION-Zellen sind also genau das, was ich NICHT brauche. Die haben hohe Leistung, halten einige Tausend Zyklen, sind allerdings von der Kapazität begrenzt. Mehr Sinn machen z.B. RedoxFlow-Systeme wo ich große Tanks mit zwei Flüssigkeiten habe (einmal die oxidierte einemal die reduzierte Form) und einen kleinen Kasten mit viel Platin in der Mitte, der das Zentrum der Batterie darstellt, wo je nach Lage die ein oder andere Form ineinander umgewandelt wird, um Strom zu speichern / entnehmen. Dummerweise sind diese Systeme recht GROSS, unter einem 40 Fuß Container läuft nicht viel. Also... dann schon mal viel Spaß Herr Netzbetreiber auf der Suche nach einem Platz in der Straße wo Du mal eben ein, zwei oder drei 40 Fuß Container für die Energiewende abstellen kannst. Nicht einmal, oder zweimal sondern irgendwas in der Größenordnung von 600.000 (sic!) mal. Viel Spaß beim Papierkrieg. ![smilie_happy [smilie_happy]](https://goldseiten-forum.com/wcf/images/smilies/smilie_happy_058.gif)