Zitat von fritz
Nebelparder, woher nimmst Du, dass China in USD verschuldet sei? Nach meinem Kenntnisstand ist China in ungeheurem Umfang Dollar-Gläubiger, auf Grund seiner enormen Währungsreserven, die hauptsächlich in USD bestehen.
Ich meine hier eher chinesische Unternehmen, die in Schulden gerade zu baden. Ebenso chinesische Banken und private chinesische Investoren sind hiermit gemeint.
Was die steigenden US-Zinsen verursachen, hat man ja bereits am chinesischen Aktienmarkt gesehen.
China ist eine einzige Blase, vermutlich die größte überhaupt. (mal die Mutter aller Blasen, den globalen Anleihemarkt, ausgenommen)
Die Währungsreserven kann man vergessen. Die reichen bei weitem nicht aus, wenn das Kartenhaus beginnt einzustürzen. Seit 2013/14 sind bereits 1 Billion an Währungsreserven verschwunden als zeitgleich eine erste Welle an Geld aus China abgezogen wurde.
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https://deutsche-wirtschafts-n…-vor-schuldenkrise-china/
Die Verschuldung der chinesischen Unternehmen beträgt laut dem verlinkten Artikel 180 % des BIP.
Allein diese 180 % entsprechen ca. 25 Bio. $ an Schulden.
Des Weiteren werden genannt:
50 % Staatsverschuldung = 7 Bio. $
50 % private Verschuldung = 7 Bio. $
25 % Verschuldung der Banken = 3,5 Bio $
Insgesamt sind das 42,5 Bio. $ an Schulden. (offiziell wohl gemerkt) Natürlich nicht alles in US-Dollar.
Aber die langjährig niedrigen Zinsen in den USA hat viele dazu verleitet, während des chinesischen Aufschwungs "günstige" US-Dollar Kredite aufzunehmen, um damit in China dann zweistellige Renditen zu erwirtschaften. (Carry-Trade)
Mehr als 10 Bio. $ stecken zudem in einem völlig überhitzten chinesischen Immobilienmarkt mit Geisterstädten in Millionengröße.
Die Währungsreserven von zz. ca. 3 Bio. $ wirken dagegen geradezu mickrig.
Diese enstehen zum einen durch den Handelsüberschuss und zum anderen durch Kapitalzustrom der Investoren.
Die Währungsreserven sind seit 2013/14 von 4 Bio. $ auf 3 Bio. $ bereits zurückgegangen.
Da China in dieser Zeit weiterhin einen Handelsüberschuss hatte, bedeutet das nichts anderes als dass deutlich mehr als 1 Bio. $ aus China bereits abgezogen wurde. (Reduzierung der Währungsreserven + Handelsüberschuss = 1 Bio. $ + X)
Kummuliert beträgt der Handelsüberschuss Chinas seit 2014 ca. 2 Bio. $.
Zitat von Nebelparder
M.E. erhöht die FED die Zinsen nur aus einem einzigen Grund:
Um den Schwellenländern zu schaden, wobei es hier einzig und allein um China geht!
Steigende US-Zinsen bringen die China-Blase zum Platzen. Denn China und die Schwellenländer sind hauptsächlich in US-Dollar verschuldet, was katastrophale Auswirkungen bei weiter steigendem Dollar bzw. abstürzenden Schwellenländer-Währungen haben wird. Aus Sicht der USA muss man dies tun, ansonsten läuft ihnen China bald den Rang ab. Dabei ist es der FED vollkommen klar, dass man sich mit den Zinserhöhungen selbst schaden wird. Aber wenn es die anderen komplett zu Fall bringt und man sich selbst nur ins Bein schießt, dann beißt man eben in diesen sauren Apfel! So sind sie halt, die edlen Ritter jenseits des großen Teiches.
Es droht m.E. demnächst (bis spätestens 2020 - vermutlich aber eher ab jetzt bis Frühjahr 2019) ein Börsencrash von mindestens 50 %.
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Um nun auf das Thread-Thema zurück zu kommen:
Die FED ist aus machtpolitischen Interessen dazu gezwungen die US-Leitzinsen anzuheben. Präsident Trump wiederum ist in der Folge dazu gezwungen, massive Zölle zu erheben. (Handelskrieg) Die US-Wirtschaft ist für einen starken Dollar, der Folge der Zinserhöhungen durch die FED ist, einfach zu schwach. Ausländische Waren müssen daher künstlich teurer gemacht werden. Diese Negativspirale führt zunächst zu einer massiven Krise der Schwellenländer und in einer globalisierten Welt anschließend dann auch zu einer schweren Krise der etablierten westlichen Märkte. Die Krise frisst sich von der Peripherie hin zum zentralen Kern des Wirtschaftssystems, den USA. Da die restlichen Märkte der westlichen Hemisphäre nur der Appendix der US-Märkte sind, führt das ganze letztendlich aller Voraussicht nach zu einer Weltwirtschaftskrise. Die US-Zinserhöhungen werden solange weitergehen bis man China zu Fall gebracht hat oder anders ausgedrückt: bis die Krise im Westen angekommen ist. Da die Reihenfolge aber zuerst China, dann der Westen lautet, wird man zu diesem Zeitpunkt das Ziel schon erreicht haben, die Verhinderung der neuen Hegemonialmacht China und kann daher mit den Zinserhöhungen aufhören, um nicht Gefahr zu laufen, die eigene Wirtschaft gleich mit abzufackeln. Bei welchem Zinssatz dieser Punkt erreicht sein wird, weiß wohl niemand so genau. Ich bin jedoch der Meinung, dass wir dieser Zinshöhe X bereits sehr sehr nahe sind!
Konklusion:
Ein massiver Börsencrash von mindestens 50 % wird m.M.n. in Bälde unumgänglich sein. (siehe in Ergänzung hierzu auch meinen Beitrag # 877)
Die Schuld hierfür wird man zu Unrecht dem Protektionismus des perfekten Sündenbockes "Trump" in die Schuhe schieben.
Das entsprechende Image des amtierenden US-Präsidenten hat man jahrelang in weiser Voraussicht ja bereits aufgebaut.
Aus diesem Grund ist es sehr wahrscheinlich, dass das Ganze während Trumps Amtszeit, also bis spätestens 2020, geschehen wird.