Oktober 26, 2022
"In letzter Zeit wird Russland vom Westen vorgeworfen, unser Land sei an einer diplomatischen Lösung der ukrainischen Krise nicht interessiert. Die Unterstellungen entsprechen nicht der Wirklichkeit und den allgemein bekannten Fakten.
So, kam Russland im Zeitraum von 2014 bis 2022 seiner Funktion als Vermittler im Rahmen der Minsker Gespräche zwischen Kiew und dem Donbass gewissenhaft nach. Nach Beginn der militärischen Sonderoperation im Februar 2022 haben wir positiv auf Kiews Bitte um Friedensgespräche reagiert und uns am Verhandlungsprozess über den Vertrag über die Neutralität der Ukraine und deren Sicherheitsgarantien beteiligt. Es war Kiew, das diese Gespräche abgebrochen und unsere abermaligen Formulierungsvorschläge zum Vertragsentwurf vom 15. April 2022 ohne Antwort gelassen hat. Und das augenscheinlich auf Anweisung aus Washington. Auch heute noch sind wir für einen Dialog offen. Dieser hat jedoch mit Blick auf die Realitäten «auf dem Boden» stattzufinden. Das wurde bereits mehrmals öffentlich und auf höchster Ebene bekräftigt.
An dieser Stelle weisen wir auf ein destruktives Verhalten Kiews hin, das 2014/2022 sich der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen verweigerte und in den Gesprächen innerhalb der Kontaktgruppe mit dem Donbass und im Normandie-Format auf dumm machte. Ein genauso inkonsequentes Verhalten wurde von Kiew im
Februar/April 2022 bei den Gesprächen mit uns gezeigt.
Es sei daran erinnert, dass am 24. Mai 2022 Wladimir Selensky im Gespräch mit dem japanischen TV-Sender «NHK» erklärte, die Ukraine würde Gespräche mit Russland nur dann aufnehmen, wenn sie ihre Gebiete zurückgeholt habe, die nach Beginn der militärischen Sonderoperation verloren wurden.
Am 11. September 2022 sagte der Sekretär des ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Alexey Danilow, im Gespräch mit «Voice of America», dass Kiew nicht ruhig schlafen könne, bis Russland zerfallen sei. Russland sei auseinanderzulegen. «Der Endsieg bedeutet eine Veränderung der russischen Staatsgrenzen», so Danilow. Die Ukraine wolle auf die Grenzen von 1991 zurückkommen, eine Kapitulation und Demilitalisierung Russlands und eine Auszahlung «gewaltiger Reparationen» durch Russland durchsetzen.
Schlussendlich wurde am 30. September 2022 von Selensky ein Dekret unterzeichnet, womit die «Unmöglichkeit» der Gespräche mit dem Präsidenten der Russischen Föderation gesetzlich festgehalten wurde. Gleich darauf erklärte Selensky am 1. Oktober 2022: «Die Ukraine ist offen für die Gespräche mit der Russischen Föderation, allerdings mit einem anderen russischen Präsidenten, der sich darüber im Klaren sein wird, was gerade geschieht… Die Ukraine wird das zurückholen, was ihr gehört. Überall werden unsere Flaggen gehisst sein. Auch werden jene bestraft werden, die diese verbrecherische Aggression gegen unseren unabhängigen Staat ausgeführt haben». Am 18. Oktober 2022 bestätigte er auf Twitter, dass es für die Gespräche «mit dem Putin-Regime» keinen Platz mehr gebe.
In diesem Zusammenhang ist durchaus offensichtlich, wer in Wirklichkeit nicht an einer Verhandlungslösung interessiert ist."
https://russische-botschaft.ru…russland-und-der-ukraine/