Folgende Ziele haben die Vereinigten Staaten mit dem Stellvertreter-Krieg gegen Russland in der Ukraine erreicht:
1. die Trennung Europas von billiger russischer Energie, die Erschließung Europas für teures US-LNG sowie die Trennung Russlands von europäischer Technologie und europäischem Kapital
2. die Komplettierung des „Intermariums“, der angestrebten militarisierten Zone vom Baltikum bis zum schwarzen Meer als Bollwerk gegen und zur nachhaltigen Isolation Russlands in Richtung Westen
3. die Renaissance des NATO-Bündnisses
4. die Erschließung der Ukraine für die Übernahme durch US-Firmen.
Die Erreichung des übergeordneten Ziels einer Destabilisierung Russlands zur späteren Erschließung der Rohstoffe durch US-Firmen ist zwar noch nicht unerreichbar, der Erfolg aber fraglich. Womöglich haben die USA das Gegenteil erreicht:
Denn was die USA kaum vorhergesehen haben ist, dass sich über den Proxy-Krieg als Katalysator unter den BRICS-Staaten eine neue Autonomiebewegung, ein neues Bündnis formt, dass die USA als uneingeschränkten Führer des „Westens“ sowie seine Leitwährung, den US-Dollar, nicht länger akzeptiert.
Sollte der US-Dollar als internationales Devisenaufbewahrungs- und Transaktionsmittel auf den Rohstoffmärkten an Bedeutung verlieren, bricht der US-Dollar zusammen.
Bislang hat die Welt den US-Dollar aufsaugen müssen wie einen Schwamm. Wird dieser Schwamm voll Fiatgeld über den USA ausgewrungen weil niemand mehr auf den US-Dollar angewiesen ist, bricht er zusammen.
Man könnte auch von einem potentiellen Pyrrhussieg sprechen.
(Alexander von Schlaun)