Zusammenbruch Immobiliensektor/Bauwirtschaft ?
Die EU hat einen Gesetzentwurf verabschiedet der sich für das Handwerk zunächst vielversprechend anhört, ein Anheizen der der Bauwirtschaft der ohnehin die Fachkräfte ausgehen. Aber wer bezahlt letztendlich diesen finanziellen Kraftakt ? Ich denke der Immobilienbesitzer wird zunehmend so hohe Lasten tragen müssen das es bis zur Zwangsenteignung kommen wird. Die Immobilien werden von staatlicher Seite enteignet und können so für Zuwanderer aus aller Herren Länder zur Verfügung gestellt werden. Meiner Meinung nach sollte man jetzt nicht noch mehr in Immobilien investieren sondern möglichst schnell aus diesem Bereich aussteigen. Damit könnte sich die Bauwirtschaft ein Eigentor geschossen haben, denn die hohen Baukosten machen den Standort Westeuropa zunehmend unattraktiver.
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Für jedes Gebäude soll den Plänen zufolge ein verpflichtender Renovierungspass eingeführt werden. Darin soll dargelegt sein, durch welche Sanierungsschritte ein Gebäude spätestens 2050 emissionfrei wird. Es ergibt sich damit sozusagen eine Sanierungspflicht für alle bestehenden Gebäude, die jetzt eine Energieeffizienzklasse ab dem Niveau G oder F aufweisen. Das sind laut EU-Kommission rund 15 Prozent der Gebäude eines jeden Landes. Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) teilt mit, dass diese verpflichtenden Sanierungen in Deutschland hauptsächlich Bauten der Nachkriegsjahre betreffen würden, die bis heute nicht einmal teilmodernisiert wurden.
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Sanierungspflicht: Deutschland unterstützt EU-Pläne
Im Koalitionsvertrag haben die Ampel-Parteien explizit angekündigt, die Gebäudeinitiativen der EU-Kommission zu unterstützen. Deshalb geht die Deneff davon aus, dass Deutschland die Pläne zur Steigerung der Energieeffizienzklassen übernimmt. Die Bundesregierung und alle anderen Länder können dazu auch nationale Mindestnormen für die Gesamtenergieeffizienz festlegen – also wie man die Effizienzklassen insgesamt erreichen kann. Ob ein Austausch der Heizung, eine Fassadendämmung, neue Fenster oder mehrere Maßnahmen notwendig sind, muss man dann individuell für jedes Gebäude entscheiden. Ausschlaggebend sei die Gesamtbilanz.
Im Koalitionsvertrag haben SPD, Grüne und FDP in Sachen Gebäudesanierung allerdings noch einige weitere Pläne dargelegt. Dazu zählen unter anderem die Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und das Ziel, dass bis 2025 mindestens 65 Prozent aller Heizungen auf erneuerbare Energien umgerüstet sein sollen. Da diese Pläne mit Zeitdruck umgesetzt werden sollen, rechnet etwa der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) damit, dass Deutschland damit schon gesetzlich das erfüllt, was die EU von den Mitgliedsstaaten erwartet. Der ZDB geht davon aus, dass die EU die Gebäudeeffizienzrichtlinie nicht vor 2024 umsetzt.
Sanierungspflicht: Hausbesitzer überfordert?
Die Pläne für die Novellierung des GEG sehen derzeit unter anderem vor, dass ab 2025 alle Neubauten den KfW-Effizienzstandard 40 haben müssen. Bei den Sanierungen sollen ab 2025 die auszutauschenden Teile einen Effizienzstandards 70 vorweisen. Um dies zu unterstützen, wurde bereits zum 1. Februar 2022 die Förderung über die KfW-Bank so verändert, dass Neubauten nur noch ab dem Standard 40 Kredite und Zuschüsse bekommen. Sanierungen bekommen dafür ein stärkeres Gewicht und damit mehr finanzielle Unterstützung. "Es kann also gut sein, dass wir hier schon weiter sind, als es Europa fordern wird", sagt dazu Felix Pakleppa, der Hauptgeschäftsführer des ZDB im Interview mit der Deutschen Handwerks Zeitung.
Der Verband kritisiert die Pläne der EU-Kommission allerdings hinsichtlich ihrer verpflichtenden Vorgaben. Diese könnten Hausbesitzer überfordern, denn die EU gebe einen engen Korridor mit wenig Spielraum vor. "Das wird nicht zu einer höheren Akzeptanz der Vorschläge bei Wohnungseigentümern und Mietern und letztlich bei Bürgern und Bürgerinnen führen", sagt Felix Pakleppa.
Ähnliche Stimmen kommen auch aus dem Handwerk. So sagt Stuckateurmeister Bernd Nees aus Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe, dass schon die aktuellen Fördervorgaben für Fassadendämmungen viele Gebäudebesitzer abschrecken. Dabei seien auch Vorurteile noch verbreitet wie "das Haus könne nicht mehr atmen" und "aus den Fenstern werden Schießscharten, wenn Fensterbänke 40 cm tief sind". Diese führen dann dazu, dass die Hausbesitzer die Fassade oftmals nur streichen lassen. "Dann sind die Weichen für die nächsten 15 bis 20 Jahre gestellt", sagt Nees. Seiner Meinung nach sehe man jetzt schon, wie schwierig es ist, geltende Vorschriften durchzusetzen und zu kontrollieren. Deshalb hält er Verschärfungen, noch dickere Dämmplatten zu fordern, eher für schädlich für ein Vorankommen bei der Gebäudesanierung.
"Viele Gebäudehüllen sind energetisch schlecht"
Michael Weißert dagegen, ebenfalls Stuckateurmeister und Energieberater aus Asperg bei Ludwigsburg, plädiert dagegen für die Pläne und vor allem dafür, dass über die Fördermöglichkeiten, die zur Verfügung stehen und neu geschaffen werden sollen, besser aufgeklärt werden muss. Denn aus seiner Sicht können Mehrkosten damit aufgefangen werden und damit auch für die Gebäudebesitzer sinnvoll sein. Weißert sagt, dass auf Hausbesitzer nun schon etwas zukommt und das wohl auch nicht nur auf die, die sowieso eine energetische Sanierung planen. "Aber das ist auch nötig, denn es gibt so viele Häuser aus den 50ern und 60ern, deren Gebäudehüllen einfach energetisch schlecht", sagt er.
Oftmals sei es derzeit so, dass Hausbesitzer denken, wenn sie dann mal die Fenster machen lassen, hätten sie schon energetisch was getan. "Neue Fenster alleine bringen aber nur etwa fünf bis acht Prozent an Gesamtenergieeinsparung und wenn man nichts an der Gebäudehülle macht, kann sich das in Sachen Schimmel sogar noch negativ auswirken. Dann sind die Wände manches Mal kälter als die Fenster", sagt der Energieberater und weist auf die Bedeutung hin, dass Sanierungsmaßnahmen immer am ganzen Gebäude ansetzen und aufeinander abgestimmt sein müssen. Hierbei erwähnt er den individuellen Sanierungsfahrplan, den Energieberater vor einer Sanierung erstellen können. Der Staat fördert ihn derzeit zu 80 Prozent. Er erfüllt sozusagen schon an die EU-Pläne des Renovierungspasses.