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Dieses neue, weltweit ungedeckte Papiergeldsystem ist noch sehr jung und ist danach bestrebt gen Himmel zu wachsen. Es basiert auf dem Versprechen, dass die Schulden, auf die es gegründet ist, eines Tages eingelöst und beglichen werden. Fast alles Papiergeld wurde in der Geschichte bisher immer so lange gegen Gold abgewertet, bis es schließlich ganz oder nahezu wertlos war. Deshalb ist es für die Reservebanken so wichtig, dieses Signal zu unterdrücken, damit das per Notenpresse beliebig ausweitbare Fiat-Money-System ("Falschgeldsystem" nach Meinung konservativer Währungsexperten) weiter funktioniert. Wenn man über den Wert und Preis des Goldes spricht, muss man sich immer vor Augen halten, dass Gold ein politisches Metall der Regierungen ist und sein Preis im wahrsten Sinne des Wortes "regiert" wird, und zwar aus genau dem Grund, den Alan Greenspan in seinem Aufsatz "Gold und wirtschaftliche Freiheit" beschreibt. Greenspan ist der momentan einflussreichste Geldpolitiker der Welt. Er bestimmt weitgehend ob die US-Wirtschaft, und somit die auch die restliche industrialisierte Welt, gesund wachsen kann.
"Eine geradezu hysterische Feindschaft gegen den Goldstandard verbindet Staatsinterventionisten aller Art. Sie spüren offenbar klarer und sensibler als viele Befürworter der freien Marktwirtschaft, daß Gold und wirtschaftliche Freiheit untrennbar sind, daß der Goldstandard ein Instrument freier Marktwirtschaft ist und sich beide wechselseitig bedingen." (18 )
Lips stellt nun folgende Behauptung auf:
"Wäre der Goldstandard beibehalten worden und hätten sich die kriegführenden Nationen an die Regeln des Goldstandards gehalten, hätte der Erste Weltkrieg nicht länger als sechs Monate gedauert. Wegen der Automatik und den damaligen `Regeln des guten Benehmens´ wäre eine Finanzierung des Krieges auf Pump à la Keynes nicht möglich gewesen. Bald nach Beginn des Ersten Weltkrieges kam aber der Moment, wo die Welt zum Geldbetrug überging. Politischer Druck, den Krieg mit Anleihen zu finanzieren, machte eine gesunde Währungspolitik unmöglich und führte zum Ruin der Währungen. Und zu einem Krieg, der schliesslich 4 Jahre dauerte. Alles fiel in Schutt und Asche, und eine Generation von jungen, hoffnungsvollen Menschen blieb auf den Schlachtfeldern liegen." (19)
Dass wir uns heutzutage weit von einer erneuten Währungsdeckung durch Gold entfernt haben, proklamierte Präsident Bush in einer Rede am 7. August 2002:
"Wir wissen nicht, wie viele Kriege es braucht, um den Frieden in der Heimat zu sichern." (20)
Lips stellt zu Recht die Frage, wie es den USA möglich war und ist, solche Kriege zu finanzieren:
"Theoretisch können sie also gar keine Kriege mehr führen, das heisst, unter der Disziplin des Goldstandards wäre dies nicht möglich. Wegen der Defizite des amerikanischen Staates haben sie gar kein Geld dazu, um es für einen unproduktiven, zerstörerischen Krieg auszugeben. Ihre Auslandschuld ist enorm. Im Gegensatz zu den 1930er Jahren, als die USA noch ein Gläubigerland waren, sind sie heute ein Schuldnerland. Gar nicht zu sprechen von der katastrophalen Handelsbilanz, deren Defizit im Jahr jetzt ungefähr bei 450 Milliarden Dollar liegt. Trotzdem führen sie Krieg und bezahlen einfach mit ihrem Papiergeld ohne Deckung, sozusagen mit Falschgeld."(21)
Dieses "Falschgeld" drucken die Amerikaner selbst. Seit 1971 wird es von jedermann akzeptiert. Seit 1971, zum ersten Mal in der Geschichte, lebt die ganze Welt mit einem Papiergeldsystem ohne Deckung. Jetzt kann bereits feststellen: Basierte die Welt auf einem Goldstandard, könnte Amerika keine Kriege führen. Warum? Weil sie dann mit Gold bezahlen müssten. Gold fungiert demnach als "Bremse".
Lips beantwortet die Frage, wer nun letzten Endes diese Kriege finanziert kurz und prägnant mit: "Wir alle ... über die Weltinflation"(22) und vergleicht den seit 1971 herrschenden Teufelskreis des Geldsystems und das Dilemma der Regierungen wie folgt: "Die Papier- oder Falschgeldkrankheit ist ... wie die Drogensucht.Es braucht immer mehr von der Droge, und am Ende kommt der Zusammenbruch."(23)
Gold erscheint kaum noch vereinbar mit unserem derzeitigen Geldsystem. Der Aufbau dieses Systems war, wie die Wirtschaftsgeschichte ausführlich demonstriert, nur durch einen zunehmenden Abbau der Rolle des Goldes als Geld möglich. Wollen wir hoffen, dass John M. Keynes während seiner Beteiligung am Konstruieren dieses Wirtschaftssystems sich mit seiner häufig zitierten Aussage "Langfristig sind wir alle tot" nicht auf die langfristigen Folgen dieses neuen Währungssystems bezog. Leonard Rean hat folgende Lösung parat:
"Wir müssen lediglich unsere Köpfe aus dem Sand nehmen und klar erkennen, dass Intervention nicht nur versagt hat, das versprochene "Etwas-für-Nichts" zu besorgen, sondern zu verschiedensten, ungewünschten Konseuqenzen geführt hat. In der Tat, viele beginnen zu realisieren, dass wir uns in Richtung Desaster bewegen, obwohl wir schon seit Jahrzehnten einen falschen Kurs eingeschlagen haben." (24)
Die Weltwirtschaft konnte in den 90ern einen bemerkenswerten Boom erleben, der seit 2001 erstmals aufgehalten worden ist. Der Konsumrausch der privaten Haushalte hat in Verbindung mit dem starken US-Dollar zu einem Importboom geführt. Allein durch das Defizit in der Leistungsbilanz wächst die Auslandsverschuldung der USA jährlich um mehr als 4% des BSP. Der Boom an den Aktien- und Konsummärkten beruhte u.a. auf der überreichlichen Liquiditätsversorge der amerikanischen Wirtschaft durch das Federal Reserve System. Gerade als ab 1998 eine allmähliche Straffung der geldpolitischen Zügel angezeigt gewesen wäre, drehte Fed-Chairman Alan Greenspan angesichts der Krisen in den Emerging-Markets (insb. Asien) und der Pleite des Hedge-Fonds LTCM (Long Term Capital Management) im Herbst 1998 die Geldhähne noch einmal voll auf.
Die Folge der laufenden Geldinjektionen war die Fortsetzung der Hyperinflation auf dem Aktienmarkt (Asset Inflation) mit jährlichen Preissteigerungsraten von durchschnittlich 20%. Die Kapitalmarktpreise konnten bei diesen extremen Steigerungsraten ihre Lenkungsfunktion nicht mehr erfüllen. So kam es zu Überinvestitionen in den Boomsektoren. Bemerkenswert brisant stellt sich in diesem Zusammenhang das Schuldenproblem in den USA dar. Zwar durfte der neu gewählte Präsident dank der boomenden Konjunktur und hohen Steuereinnahmen im Jahr 2001 einen öffentlichen Budgetüberschuss von rund 2% des BSP verteilen. Doch während der Staat spart, geben die Privaten mehr aus, als sie verdienen. Die Sparquote der privaten US-Haushalte ist auf ein Rekordtief von zuletzt -0,8% gesunken, ein für entwickelte Volkswirtschaften einmaliger Vorgang. Um das gegenwärtige Konsumtempo halten zu können, müssen die Amerikaner zunehmend auf Kredite zurückgreifen. Die ausstehenden Konsumentenkredite erreichten mit knapp 15% des BSP eine Größenordnung wie zuletzt vor dem Aktiencrash im Jahre 1987.
Gold wird generell als Instrument gegen Inflation und als Schutz vor politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen gesehen, mit einem werterhaltenem Charakter wie die Währungsgeschichte des Goldes proklamiert. Die Weltwirtschaft und -Politik erscheinen seit dem Einbrechen der Kapitalmärkte nicht mehr so stabil wie sie noch vor drei Jahren hochgejubelt wurden. Krisen aller Art überschatten die Welt und sind mittlerweile für viele zum Alltag geworden. Der aktuelle Kampf gegen den Terror und extremistischen Moslems könnte erst begonnen haben und noch verschärft zunehmen. Politiker aller Staaten kämpfen für eine Harmonisierung der Spannungen zwischen Indien und Pakistan, Israel und Palästina, Nord- und Südkorea um nur drei geo-politische Spannungen angesprochen zu haben. Südost-Asien, Japan, Russland, Argentinien und Brasilien scheinen die ersten Opfer der sich anbahnenden Weltwirtschaftskrise geworden zu sein. Die Arbeitslosenzahl nimmt in Deutschland und auch in anderen industrialisierten Ländern historische Höchststände an. Unternehmen zeigen zunehmend Rentabilitätsprobleme. Banken fürchten um ihre Liquidität. Die Gesamtverschuldung von Staat, Unternehmen und Haushalten hat Ausmaße erreicht, die nicht mehr bezahlbar erscheinen (werden). Die Konsumenten-Nachfrage ist weltweit eingebrochen. Der US-Dollar zeigt nicht nur wegen des langjährigen Handelsbilanzdefizits eine fundamentale Überbewertung an. Obwohl die Inflation augenscheinlich erfolgreich bekämpft worden ist, zeigt sie durch die starke Kreditexpansion der 90er Jahre zunehmend Potentiale. Weiter dürfte ein steigender Ölpreis zusätzlicher Grund für eine ansteigende Inflation sein, könnte aber auch die Folge sein, wie Lips angesprochen hat...
In den breiten Publikumszeitungen und -Magazinen verstummen die Meinungen über einen baldigen Aufschwung mehr und mehr, obwohl die aktuelle Rallye an den Börsen bei vielen ein zaghaftes Hoffen auslöst. Nach Aufarbeitung, Aufschlüsselung und Veröffentlichungen der Werke "Elliott-Waves" von Robert R. Prechter Jr. und dem deutschen Wellen-Papst Jürgen Küssner, zeigen sich in der heutigen Weltwirtschaft wieder zunehmende Tendenzen, dass eine Wirtschaftsstagnation die Kontrolle übernehmen könnte, zum Selbstläufer wird und fiskalpolitische Eingriffe und Aufschwungshoffnungen ohne nachhaltigen positiven Einfluss auf die Abwärtsspirale wirken würden. Das letzte Mal, als die Kontrolle verloren ging, war Mitte der 1970er Jahre, als die Inflation und die Zinsen auf 18% stiegen und Gold um 850% zulegte. Eine Bankenkrise wie in Japan würde alle Hoffnungen auf einen baldigen Stimmungswechsel bis auf weiteres begraben. Sollte die amerikanische Wirtschaft in eine ähnlich tiefe Depression wie in den 1930ern fallen, würde dies heutzutage im Gegensatz zu damals die gesamte Weltwirtschaft mit in den "Abwärts-Sog" ziehen.
Alan Greenspan äußerte sich noch vor seiner Zeit als Chef der amerikanischen Notenbank (Fed) zu den Ursachen der Großen Depression wie folgt:
"Der übertriebene Kredit, den die Fed in die Wirtschaft pumpte, floss in den Aktienmarkt und löste einen fantastischen spekulativen Aktienboom aus. Verspätet versuchten die Federal Reserve Beamten die Überschussreserven abzusaugen und es gelang ihnen schließlich, den Boom zu brechen. Aber es war zu spät: 1929 war das spekulative Ungleichgewicht so überwältigend, daß dieser Versuch einen scharfen Rückgang noch beschleunigte mit einem daraus folgenden Zusammenbruch des Geschäftsvertrauens. Im Ergebnis brach die amerikanische Wirtschaft ein."(25)
Der damalige Präsident Herbert Hoover erklärte der Bevölkerung noch am 25. Oktober 1929 kurz vor dem Einbruch der amerikanischen Wirtschaft in die tiefste Wirtschaftsdepression der Menschheitsgeschichte - die Wirtschaftslage der Nation: (26)
"The fundamental business of the country ... is on a sound and prosperous basis."
George Bush erklärte uns am 15. Juli 2002: (27)
"I want you to know the economy, our economy is fundamentally strong."
George Bernard Shaw (1856-1950) hatte schon vor mehr als einem halben Jahrhundert zu politischen Aussagen nur folgendes zu sagen:(28)
"Sie haben die Wahl zwischen der natürlichen Stabilität des Goldes und der Ehrlichkeit und Intelligenz der Politiker. Und mit dem Respekt für diese Herren, rate ich Ihnen solange das kapitalistische System besteht, das Gold zu wählen."
Abschliessend der ehemalige US-Kongressabgeordneten Howard Buffett, Vater von Warren Buffett, welcher schon 1948 prophezeite:
"Infolge der wirtschaftlichen Stärke der USA kann es lange dauern, bis das Ende des Papiergeldexperiments erreicht ist. Aber wenn dieser Tag kommt, dann wird unsere dannzumalige Regierung wahrscheinlich finden, dass ein Krieg im Ausland klüger ist als eine Auseinandersetzung im eigenen Land. Dies war auch der Ausweg für die Papiergeldwirtschaft Hitlers und anderer. Wenn die menschliche Freiheit überleben soll, dann gibt es keine wichtigere Herausforderung, als den Kampf um die Wiedereinführung von ehrlichem Geld zu gewinnen, sprich die Wiedereinführung der Goldwährung. Nur so sind wir sicher, dass uns allen die Früchte unserer Arbeit erhalten leiben." (29)
Quellenangaben ersichtlich unter:
http://www.goldseiten.de/ansichten/bogner-04.htm