Zitat
Original von Mehlwurm
Arbeitnehmer+Arbeitgeber haben Vorteile, da sie dem Staat keine Steuern und Sozialabgaben zuführen. Arbeitgeber zahlt weniger und der Arbeitnehmer verdient netto=brutto mehr durch die Umgehung des Staates.
Vorsicht Vorsicht, da machen viele einen Denkfehler. "Schwarze" Einnahmen sind zwar schön, schwarze Ausgaben aber steuerlich betrachtet unschön!
Der Unternehmer, der Schwarzarbeiter beschäftigt (und zwar direkt - bei den Geschichten am Bau sind meist ein bis mehrere "Subunternehmer" zwischengeschaltet), kann die Ausgaben nicht absetzen und muß somit das fiktive Gehalt der Schwarzarbeiter selbst versteuern, als fiktiven aber eben nicht realen Gewinn (weil er das Geld ausgegeben hat) - zum mutmaßlich höheren Steuersatz. Dazu rechtliche Risiken, ok Sozialbeiträge fallen weg - aber es lohnt sich nicht mehr. Oder nur noch in "komplexeren" Strukturen (Subunternehmer etc.), wie angedeutet.
Das beschränkt Schwarzarbeit weitgehend auf den privaten Raum/Dienstleistungen, wo/soweit es nicht um Steuerabzug geht. Naturgemäß gibt es in diesem Sektor Privat/Dienstleistung keine immense Produktivität durch weit fortgeschrittene Arbeitsteilung, Produktivitätssteigerungen bis ins Unendliche usw., so daß Schwarzarbeiterlöhne immr limitiert sein werden - und zwar auch dann, wenn man sich die polnische Billiglohnkonkurrenz wegdenkt!
Diese Mechanismen sind der eigentliche Schutz vor dem Anwachsen der Schwarzarbeit in bisher ungekannte Dimensionen.