Beiträge von SalonHelga

    @KR:
    Obwohl Deine Fakten ja stimmen, sehe ich das anders. Das Internet hätte ja stets eine Informationsplattform des DoD und der Wissenschaft etc. bleiben können, aber es hat nahezu alle realwirtschaftlichen Prozesse verändert. Daß sich dies in der Breite und für jeden von uns materialisiert hat, ist ein Verdienst der vielen Dot-Coms, die mit der überschüssigen Liquidität neue Technologien und Wirtschaftsmodelle quasi ausprobiert haben. Viele von Ihnen sind grandios gescheitert, aber die technologischen Fakten sind geschaffen und dienen nun den Big-Caps, um die realwirtschaftlichen Gewinne einzufahren. Ein heutiges Big-Cap Google hätte es ohne die Dot-Com-Blase m.E. nicht gegeben.
    Ähnlich war es damals mit der Blase in den Automobilwerten: Es gab zig amerikanische Automobilhersteller, die unsere Welt nachhaltig verändert haben. Auch das wieder eine mit Spekulation finanzierte Blase. Die gigantische Investition in das US-Highway-System wäre ohne eine GM nicht machbar gewesen.

    Wayne Schlegel:
    Also als Gegenargumentation, die sich zwar nicht so sehr mit den Fundamenten der Währung beschäftigt, kann ich das Buch "Der Jahrhundertboom" empfehlen.
    U.a. wird hier auch die wirtschaftliche Notwendigkeit von extremer Liquidität zum Aufblasen von z.B. technologischen Blasen diskutiert. Es ist eine interessante Frage, ob ein goldgedecktes Finanzsystem die Kraft für große technologische und revolutionäre Veränderungen unserer Wirtschaft wie z.B. das Internet gefunden hätte. Wer hätte das voranbringen können, wenn nicht von überschüssiger Liquidität finanzierte Start-Ups?
    Das Buch geht jedenfall von einem Weiterprosperieren des US-Modells bis ca. 2009 aus, da hier die Baby-Boomer-Generation ihren Ausgaben-Peak erreicht und den Dow auf 40.000 katapultiert. Danach geht es demographisch und wirtschaftlich für sehr lange Zeit abwärts und dann dürften auch nach Ansicht des Autors die Tage des US-$ endgültig gezählt sein, obwohl er aus meiner Erinnerung nicht sehr darauf eingeht.

    Ja, HIghtekki. Und militärisch starke Nationen werden den anderen wieder ihre Bedingungen diktieren können, wie beim Gold-Devisen-Standard des US-$. Nach dem Crash sollte also der New-$ wieder eine Vormachtsstellung haben.

    Danke für die vielen Antworten, die einleuchten und sich mit den Erinnerungen von Ferdinand Lips decken. Daß das Gold von den Leihenden, z.B. Barricks, sofort verkauft wird war gar nicht so sehr mein Punkt. Auch dieses Gold liegt ja noch irgendwo, z.B. bei arabischen Investoren, und dürfte nur zum Teil in Schmuck und Bonddrähte umgewandelt worden sein.
    Wenn es nach dem Crash einen neuen Goldstandard gibt, mit Gold bei $10.000, dann wären ja diejenigen Nationen am "reichsten", deren Zentralbanken noch das meiste Gold haben, oder? Und das deckt sich ja nicht unbedingt mit der volkswirtschaftlichen Stärke dieser Nationen, oder? Holen sich dann die wirtschafts- und militärisch mächtigen Nationen Gold zurück? Wenn ja, von wem?
    Wo ist der Denkfehler?

    Zitat

    Original von nodollar
    Die Bullionbanken, also die Ausleiher, werden der Reihe nach Pleite gehen und die Volksvermögen sind unwiederbringlich weg.


    Wer auch immer pleite gehen wird, das Gold der Zentralbanken ist ja in diesen Größenordnungen nicht weg, d.h. verbraucht, sondern es hat nur den Besitzer gewechselt. D.h. was passiert mit dem entliehenden Gold in den Tresoren der Bullionbanken nach der Pleite? Zurück an die Zentralbanken aus der Konkursmasse?

    Hmm. Die Zentralbanken verkauften und verliehen seit den 80er Jahren mehr und mehr Ihr Gold.
    a) Wer waren die Käufer, wo ist das verkaufte Gold heute?
    b) Wo ist das verliehende Gold derzeit physisch?


    Ich glaube kaum, daß der Leiher es den Zentralbanken wieder zurückgeben wird, denn das ist ja das katastrophale an den Leasinggeschäften, daß die Zentralbanken das Risiko eines Totalverlust zu mickrigen Zinsen eingehen.

    Was ich noch nicht verstehe ist, wie das derzeit verliehende Gold der Zentralbanken wieder auf die Nationen aufgeteilt werden soll. Wenn ein Großteil des Zentralbankgoldes heute in den Depots der Shorties ist, sind diese dann am Ende der Gewinner, weil im Besitz des Goldes oder werden Sie enteignet?

    Zitat

    Original von Kaufrausch


    Ich würde sie in einen Parkautomaten in S.F. stecken. :D


    Okay, wenn der Gegenwert des silbernen Adlers mir dereinst die Reise finanziert, dann ist das der Plan.


    Eine gesunde Risikovorsorge mit einem gewissen Anteil am Portfolio in Edelmetallen ist sicher sehr sinnvoll. Aber um bei einer Krise von den dramatischen Umverteilungen zu profitieren, müßte man eben ungefähr wissen, wann sie kommt. Denn es macht eben schon einen erheblichen Unterschied, ob Dank einer neuerlichen gigantischen Geldspritze der Dow bis zum Ende des Jahrzehnts auf 40.000 klettert oder eben nicht...


    Auch vermute ich, daß es im Falle einer dramatischen Krise noch Wochen vorher deutliche Anzeichen geben wird und dann kann man immer noch eher zur Bank als seine Mitbürger gehen.

    Zitat

    Original von mesodor39
    Wenn man da auch bei geschlossenen Banken oder Börsen ran kommt, dann viel.


    Was hätte einem Argentinier in der Argentinienkriese ein Geldmarktfonds, ein Tages- oder Geldmarktkonto bei einer argentinischen Bank genutzt?.


    Also nix. Allerdings glaube ich, daß die Argentinien-Krise bei der ganze Diskussion kein gutes Beispiel ist, denn hier wurde die Währung gegen den Dollar abgewertet. Ich denke, niemand hier rechnet mit einer Euro-Abwertung gegenüber dem Dollar, oder?

    Zitat

    Original von mesodor39
    Wer dann keine Liquidität und kein Edelmetall hält, der wird mit voller Wucht davon getroffen. Völlig unmöglich sich in einem solchen Szenario ohne ulitmative Liquidität (Geld und/oder GOLD) irgendwie zu positionieren.


    Sehe ich im Prinzip genau so. Was ist denn von Liquidität in Geldmarktfonds zu halten?

    Na dieser Thread nimmt ja einen immer unerfreulicheren Verlauf, wahrscheinlich haben wir alle Katastrophen durchdekliniert. Aber vermutlich kommt es erstens anders und zweitens als man denkt...
    Die Diskussion um die Barreserve in Notzeiten fand ich interessant, aber ich werde mir wohl keine 10T€ in Papier unter die Matratze stecken. Und in dieser Höhe Silbereuros zu beschaffen, ist wohl eher eine bestelltechnische Herausforderung. Insofern bin ich froh, silberne ML-Unzen zu besitzen, die Stück für Stück und sehr langsam dann verlauft werden könnten, wenn auch nicht zum nur etwas später möglichen höhreren Preis.

    Also ich habe bei der Diskussion hier die Redewendung "Banken zumachen" stets als Metapher dafür verstanden, daß die Banken das Giralgeld der Kunden nicht mehr auszahlen. Und in diesem Falle werde ich wohl kaum mehr mit der EC-Karte Waren erwerben können.


    Also die Idee, daß, wenn die Banken auf Grund des Bankrotts des kreditbasierten Finanzsystems "zumachen", noch irgendjemand auf sein Girokonto zugreifen kann, fand ich schon sehr lustig...

    Zitat

    Original von martin1ws
    wenn jemand vor 20 Jahren die Fiat-Problematik gesehen hat, hat er langfristig gesehen genauso recht gehabt wie heute... und hätte mit Physischem Edelmetall vor 20 Jahren eine sehr schlechte Anlageform gewählt...


    Genau das ist der springende Punkt. Die Weltuntergangsszenarien gab es sicher schon vor 20 Jahren, mit guten fundamentalen Argumenten. Aber das System lief eben noch 20 Jahre weiter und man konnte Fiat-basiert bestens sein Vermögen vermehren...