ZitatAuf der anderen Seite kann man die niedrigen Zinssätze derzeit auch nutzen, um umzuschulden. Wenn man beispielsweise vor mindestens zehn Jahren einen Vertrag über einen Kredit mit mehr als zehnjähriger Zinsbindung abgeschlossen hat, dann kann man diesen mit einer halbjährigen Kündigungsfrist kündigen und umschulden. So kann man beispielsweise die sechs, sieben oder mehr Prozent Effektivzins, die beim Abschluss seinerzeit vereinbart wurden, mit einem Vertragswechsel durch niedrigere Zinsen ersetzen. Das spart Geld, weil man die monatliche oder jährliche Rate durch die niedrigeren Zinsen nach der Umschuldung drückt bzw. mehr und schneller tilgen kann.
Kann mir jemand sagen, ob es stimmt, daß Kredite mit mehr als zehn Jahren Laufzeit per sechsmonatiger Frist gekündigt werden können?
Unsinniger Vorschlag, denn ein Finanzinstitut bietet mir bestimmt keinen Vertrag mit günstigeren Zinsen an, um einen hochverzinsten Vertrag abzulösen. Ob ein Konkurrenzunternehmen auf dies Spiel eingeht? Hat eigentlich der Gegenpart die Möglichkeit bei Niedrigzinsen den Vertrag zu kündigen, um gegenwärtig höhere Zinsen durchzusetzen?
Zitat...die Bürger die Zeit der Niedrigzins-Politik nützen, um ihre privaten Schulden abzubauen.
Die wenigsten Schuldner können von ihrem Einkommen Schulden sofort tilgen, sonst hätten sie sich nicht verschukden müssen.
ZitatDie private Altersvorsorge läuft aus dem Ruder: Die Kunden zahlen für Produkte, die sie nicht verstehen und deren Risiko sie niemals abschätzen können. Der Bamberger Finanzwissenschaftler Andreas Oehler rät: Statt aus Nervosität in vermeintlich noch attraktivere Anlagen zu gehen, sollten die Bürger die Zeit der Niedrigzins-Politik nützen, um ihre privaten Schulden abzubauen.
Schön und gut, was der Finanzwissenschaftler rät. Nur hätten diese Warnungen vor mehr als zehn Jahren kommen müssen. Da wurde die private Altersvorsorge von Lobby und Politik als unverzichtbar regelrecht "gepuscht". Jeder Kritiker wurde nieder gemacht und ein Zwang per Gesetz wurde laufend hinaus posaunt. Wir waren hier doch schon einen Schritt weiter, daß vom Gesetzgeber nicht einmal der Bestandsschutz (Garantiezins, Überschußbeteiligung) eingehalten wird. Das Kind befindet sich schon im Brunnen. Sobald der Zins in die Höhe krabbelt beginnt die Endphase des jetzigen Systems. Eine Altersvorsorge die ihren Namen verträgt kann nur über einen langen Zeitraum aufgebaut werden. Jede Anlage gerät im Laufe der Zeit in ein oder mehrere Krisen.
Was ich alter Trottel während der Zeit der schleichenden und aufgedeckten Finanzkrise gelernt habe; in Eigenverantwortung verwaltetes Vermögen hinterläßt ein besseres Gefühl als fremdverwaltetes Vermögen. Natürlich begeht man selbst Fehler und kann sich bei Verlusten in den Allerwertesten beißen, aber wenn andere mit meinem Sparvermögen baden gehen, frißt einen das Lebensgift innerlich auf. Übrigens besitze ich sogar noch ein Sparbuch, aber der Inhalt hat sich dem subjektiv gefühlten Risiko angepaßt.