Ein KINEGRAM® ist ein zweidimensionales, optisch variables Element. Grundlage dieses Effektes ist die Beugungsoptik, bei der die Lichtstrahlen auf sehr feine Oberflächenstrukturen treffen und abgelenkt werden. Die metallisch schimmernde Spezialfolie ist heute ein weit verbreitetes Sicherheitselement auf Banknoten, Tickets, Dokumenten, EC-Karten und in Ausweisen. Das Verfahren wurde von der schweizerischen Firma Landis & Gyr Communications patentiert. Nach internen Umstrukturierungen wurde der Geschäftsbereich 1998 in die OVD Kinegram AG mit Sitz in Zug eingebracht. (Optical Variable Devices, auf deutsch: optisch variables Grafiksystem) Das Unternehmen wurde schließlich von der Leonhard Kurz Gruppe in Fürth übernommen.
Eine Weiterentwicklung stellt die KINEGRAM®-Technologie auf Edelmetallbarren dar: der kinebar®. In Zusammenarbeit mit der schweizerischen Firma Argor-Heraeus wurde für Goldbarren ein spezielles High-Tech-Verfahren entwickelt. Dabei wird auf die Unterseite eines geprägten Goldbarrens das Sicherheitselement, in Form von feinen Mikrostrukturen direkt auf die Oberfläche geprägt. Genauere Angaben zur Technologie werden nicht publiziert.
Barren mit dem kinebar® Sicherheitsmerkmal werden weltwei ausschließlich von Argor-Heraeus, unter eigenem Namen oder im Auftrag, seit 1994 produziert. Das Sicherheitselement erstreckt sich über die komplette Barrenoberfläche eines geprägten Goldbarrens. Auf der anderen Seite sind die herkömmlichen Daten, wie das Emblem, das Wort "Fine Gold" nebst der Feinheitsangabe "999.9", das Prüfer- und Schmelzerzeichen sowie das Gewicht ersichtlich. Je nach Barrenart sind die gängigsten Stückelungen die 1, 2, 5, 10 und 20 Gramm. Es werden aber auch Einheiten in Tael (Hongkong = 37,429 g, Taiwan = 37,5 g) und in Unzen produziert, die offiziell jedoch nur für einzelne Länder bzw. Regionen bestimmt sind. Zur Auslieferung kommen die Goldbarren in einer Schutzfolie eingeschweißt, inklusive Echtheitszertifikat und einer Produktionsnummer.
Die kinebar®-Goldbarren mit dem "Argor-Heraeus"-Logo werden neben Argor-Heraeus, auch von Heraeus aus Hanau (20, 10, 5, 2, 1 g und 1 oz) und von der Züricher Kantonalbank (10, 5 und 1 g) angeboten. Eigene Logos haben die Westdeutsche Landesbank (Sparkassen Logo: 1.000, 500, 250, 100, 50, 20, 10, 5, 2 und 1 g, sowie 1 oz) und die UBS (wie zuvor, jedoch auch als 1 tael, 1/2 und 1/4 oz, 2,5 g) in der Schweiz. Die UBS bietet zudem ein weiteres kinebar®-Motiv an, das je nach Region in den Größen 1.000, 500 und 100 g vertrieben wird. Die Münze Österreich bietet nebst einem eigenen Motiv, der "Lippizaner der Spanischen Hofreitschule" in drei Größen (10, 5 und 1 g) auch den MILLENNIUM kinebar® an. Das einmalige "Feuerwerk"-Motiv wurde von Argor-Heraeus exklusiv zum Jahrtausendwechsel entwickelt. Für die Singapore Mint produzierte Argor-Heraeus weiterhin drei Tiermotive des Lunar-Kalenders auf 50g (rund) und 10g (rechteckig) Barren.
Fazit: Trotz der Exklusivität und Schönheit ist die Verbreitung verhältnismäßig gering.
Quelle: http://www.goldseiten.de/content/muenzen/barren-kinebar.php