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Krise der Subprime-Hypothekenkredite: nach den Finanzmärkten der US-Dollar als nächstes Opfer
- Was sich hinter den offiziellen Nachrichten verbirgt (19. August 2007) -
Die gleichen "Experten", die noch vor Kurzem uns erzählen wollten, dass eine Subprime-Finanzkrise ausgeschlossen wäre, wollen uns heute glauben machen, dass der Dollar von den zu erwartenden Turbulenzen auf den Währungsmärkten nicht besonders betroffen sein werde - und wieder wissen sie nicht, wovon sie reden...
So stimmt es z.B. nicht, auch wenn es die meisten Finanzmedien zur Zeit berichten, dass die EZB riesige Mengen Liquidität in die Eurozone einschleusen würde; richtig ist allerdings, dass sie via der grossen europaeischen Banken, die alle globale Banken sind, dem internationalen Banksystem Riesenmengen Kredit zur Verfügung stellt. Diese "Euro" werden überwiegend in US-Dollar getauscht und in die USA weiter geleitet, die hauptsächlich unter dem aktuellen globalen Liquiditätsproblem leiden. Dadurch hilft die EZB der US-Zentralbank, die selber weniger Liquidität zur Verfuegung stellen muss (was wiederum dazu beiträgt, dass an der Wall Street, wo sich die Probleme angesammelt haben, eine Panik vermieden werden kann); und kurzfristig hilft diese Taktik der EZB, sich dem internen politischen Druck wegen des angeblich zu starken Euros zu entziehen, da es nun zu einer verstärkten Dollarnachfrage und einem daher stärkeren Dollarkurs kommt. Aber die Wirtschaftsprognosen für das zweite Halbjahr in den USA verdüstern sich weiter (Aktienerträe waren die letzte Quelle, die den Konsum des US-Verbrauchers finanzierte- vgl. 9. Ausgabe des GEAB und LEAP/E200 artikel 'US-Wirtschaft: Infusionen der US-Zentralbank und von Wall Street verschleiern die harte Realität der Rezession'), womit die Voraussagen von LEAP/E2020 über die bevorstehende Rezession bestätigt werden; neueste Zahlen der Zentralbank von Philadelphia weisen eindeutig in diese Richtung und belegen auch, dass der US-Bausektor noch tiefer in die Krise rutscht. Hingegen wird sich das Wachstum in der Eurozone nur abschwächen (vgl. 16. Ausgabe des GEAB).
Wenn sich der Staub des aktuellen Zussammenbruchs der Finanzmaerkte gelegt haben wird, wird deutlich werden, dass die US-Wirtschaft ins Trudeln geraten ist, während die Eurozone die Turbulenzen relativ unbeschadet überstanden hat. Asien wird dann in einer labilen Situation sein, da die Auswirkungen der US-Schwierigkeiten auf Export und Wechselkurse sich erst allmählich abzeichnen werden."