Nachdem es charttechnisch eigentlich wenig positives von unseren Lieblingen zu berichten gibt, will ich mich nochmal mit 'Ursachenforschung' befassen. Gold, Silber, Minen in mittelfristigen Abwärtstrends, die Schlüsselunterstützungen samt sonders unterschritten, somit wenig Absicherung aus charttechnischer Sicht in Form von Trendlinien, Retracements oder Horizontalunterstützungen. Dafür jede Menge overhead Resistance ! Unterstützung wird ja bekanntlich zu Widerstand.
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Die TOPs haben wir (eigentlich) schon im August 2020 gesehen. Danach ein sekundäres , respektive tertiäres Hoch im Juni '21 und im April dieses Jahres. Aussagekräftiger über die momentane Lage (und über das Kursziel der Kabale) dürfte folgende Grafik sein:
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Nachdem das Kind jetzt im Brunnen liegt, stelle ich mir die Frage: warum hat es niemand ( außer @Caldera
) so kommen sehen ? Ursachenforschung also , nicht in erster Linie aus 'Rechthaberei' (ein bissle vielleicht auch das...
) sondern mit dem Anspruch aus dem Fehler zu lernen.
Was sind die wesentlichen Einflußgrößen auf den Goldpreis, damit auf den Silberpreis und den Kurs der Minen ? In zufälliger Reihenfolge wie sie mir einfallen, also ohne Wertung oder Gewichtung:
1)Währungstrends , in erster Linie die Reservewährung No. 1 US-Dollar
2)Renditetrends , man sagt die Realrendite ist Treiber #1 für Gold (No. 1 
3)Allg. Markttrends (Hausse/Baisse/Boom/Bust/Expansion/Rezession)
4)Zentralbank-Policy (Easing/Tightening/Zinspolitik)
5)Technische Faktoren (Trend, Sentiment, Intermarkt etc.)
6)Zyklik (?)
7)Saisonalität
Die Punkte die im wesentlichen falsch eingeschätzt wurden sind :
1)Währungstrend (US-$-Stärke)
2)Zentralbankpolitik
3)Allg. Markttrend (Baisse am Aktienmarkt !)
4)Renditetrend
Und was ist mit der Zyklik ?
Nun, wie hier offen und mehrfach kommuniziert, messe ich der Zyklik nicht die überragende Bedeutung bei. Den 8 Jahreszyklus (bei Gold !) kann ich nachvollziehen.Wobei Hochs/Tiefs innerhalb des Zyklus relativ zu sehen sind und die Tiefs in der Regel keine 'Katastrophentiefs' darstellen Einem '30 Jahreszyklus' spreche ich jede Nachvollziehbarkeit ab.
Okay, nach dem 8 Jahreszyklus in Gold wäre im Jahr 2024 ein 'relatives Tief' zu erwarten...
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...wir sind aber im Jahre 2022 ! 
Wenden wir uns den Punkten zu , die meiner Meinung nach falsch eingeschätzt wurden
1) Dollar
... kurz und bündig: die Dollarstärke wurde falsch eingeschätzt. Aktuell zeichnet sich im Tageschart ein tieferes Hoch ab. Bestätigung würde es durch ein tieferes Tief ( < 110) finden. Den meisten Nektar kann der Goldinvestor aus dem Dollarchart dadurch ziehen, dass sich zweifelsfrei sagen lässt: Dollar-Tops fallen mit Gold-Tiefs zusammen:
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2)Zentralbank-Politik
...in der überwiegenden Mehrheit der Fälle ist es nun mal so, dass Zinserhöhungszyklen der FED Goldschwäche nach sich ziehen. Die Intensität und Geschwindigkeit des aktuellen Zyklus konnte man natürlich nicht vorhersehen. Da sich jetzt (entgegen meiner vorläufigen Erwartung) wohl doch eine Volte der FED abzuzeichnen scheint, könnte die Ampel hier auf grün switchen:
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Jetzt komme ichb zu den wesentlichsten Punkten !
3) Allgemeiner Markttrend : Aktienbaisse ! Das werfe ich mir am meisten vor, das 'übersehen' bzw. vollkommen falsch eingeschätzt zu haben. Die Aktienbaisse war erwartet und vorhersehbar ! In jeder Baisse sind in der Vergangenheit zumindest initial die Minenaktien mit in die Knie gegangen. Es war von daher vollkommen blauäugig zu meinen diesmal könnte das anders sein .

Der Chart zeigt eine nahezu vollkommene Korrelation:
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Selbstredend gibt die jetzt (wahrscheinlich) eingeleitete Bärmarktrallye auch den Mineninvestoren Anlass zur (vorübergehenden?) Hoffnung !
Kommen wir zu Punkt 4.
4)Renditetrend
Es heißt ja immer : negative Realrenditen sind DER Treiber des Goldpreises !
Dieses vermeintliche WISSEN im Kopf hat mich in falscher Sicherheit gewogen. Die Inflationsrate war in die Höhe geschossen , die Realrendite war tief im Keller ! Was könnte den Goldpreis belasten ? So meine Denke und ich glaube einige andere haben ähnlich gedacht/spekuliert. 
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Der Chart hier zeigt 3 große/tiefe Wendepunkte der Realrendite nach oben, die Pfeile im eingefügten Goldchart referrieren auf dies Punkte. Wie sich zeigt haben diese Wenden in der Vergangenheit Goldschwäche nach sich gezogen. So auch dieses Mal. 
Es ist eben nicht die bloße, nominale Realrendite die den Takt schlägt, es ist vielmehr der Rendite-Trend.
Bis sich der in diesem hier gezeigten Chart abzeichnet vergeht eine gewisse Zeit. Als Signalgeber ist das somit unbrauchbar. Ich habe einen Proxy für den Renditetrend entwickelt, der hier frühzeitiger einen Trend anzeigt:
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Wie man sieht indizieren Trendwechsel in diesem Ratio ganz gut die Goldpreisentwicklung . Ist auch logisch , wenn man den Einfluß dieser Größen auf die Realrendite in Betracht zieht.
Steigende/fallende Rohstoffpreise steigern/senken die Inflationsrate (auf mittlere Sicht) und steigende/fallende Nominalzinsen senken/steigern die Realrendite sofort.
Wir können jetzt versuchen den oben angeführten Einflußgrößen Prädikate (plus/minus) zuzuordnen:
1)Währungstrends , in erster Linie die Reservewährung No. 1 US-Dollar
Negativ
2)Renditetrends , man sagt die Realrendite ist Treiber #1 für Gold (No. 1 
Negativ
3)Allg. Markttrends (Hausse/Baisse/Boom/Bust/Expansion/Rezession)
Positiv (? Bärmarktrallye?)
4)Zentralbank-Policy (Easing/Tightening/Zinspolitik)
Negativ
5)Technische Faktoren (Trend, Sentiment, Intermarkt etc.)
Positiv (Sentiment schlecht/Überverkauft...)
6)Zyklik (?)
Neutral
7)Saisonalität
Positiv
Sieht unter dem Strich noch nicht so überzeugend aus. 
Was die Lage und Beurteilung noch viel, viel schwerer macht ist die aktuelle Situation , geopolitisch und marktdynamisch:
mannigfaltige Einflüße auf die oben genannten Faktoren die unvorhersehbar sind.
Das bisher vielleicht wichtigste Ereignis des 21. Jahrhunderts :
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Der Schuldenbullmarkt scheint an seinem Ende angekommen zu sein . Wenn dieser Markt implodiert (Bondcrash!) wird es alles zerreissen. Wer wagt eine Prognose wie dann die Politik, die Zentralbanken etc. reagieren werden ? In der Realwirtschaft scheint das Problem noch nicht angekommen zu sein. Oder ...vielleicht ist es auch gar kein Problem sondern nur die übliche Goldbugs-Panik ? 
Habe jedenfalls gestern mit einem Siemensmanager (keine kleine Charge...) gesprochen , der meinte : alles in Butter . Auftragsbücher voll ! 2022 best year ever ! 3. Q '22 etwas rückläufig...but no problem...wir fahren auf Sicht !
Ich bin nach wie vor der Meinung : Silber ist das unterbewertetste Asset weltweit und kann es in Ruhe erwarten bis dessen echter Wert eingepreist wird. Meinem Sohn habe ich für alle Fälle schon mal gesagt: unter kaufkraftbereinigten 100 $ die Unze wird kein Gramm verkauft. 
In diesem Sinne...ich bleibe Langfrist-Optimist !
Schönen Sonntag.

P.s.: bin jetzt zu faul den ganzen Senf Korrektur zu lesen und bitte für kleinere Fehler um Nachsicht.