
Große Wende beim Gold und niemand schaut hin?
ein Beitrag von Jochen Stanzl
Große Wende beim Gold und niemand schaut hin?
es lohnt sich das mal zu lesen
grüsse papillon
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...jetzt ein Goldtop und die große Aktienhausse auszurufen ist ja gerade en vogue und in aller (vieler) Munde. Aber die Argumente für dieses Goldtop kommen doch recht schwächlich daher. Große Wenden sehen anders aus...
Fassen wir es zusammen:
Da kommt zunächst etwas diffuses aus der 'Sentimentkiste': Goldankaufsläden bei uns schießen aus dem Boden und Goldverkaufsläden in China. Ja ? Und ? Was ist damit ? 
Zweites Argument: bärische Candlestickmuster im 3 Monatschart. Völlig illegitimes Prognoseinstrument aus meiner Sicht. Wer gründet Kauf-/Verkaufsentscheidungen auf den Quartalschart ? Antwort: niemand ! Und wer schaut auf Kerzen im 3 Monatschart ? Antwort : niemand ! Außer Herr Stanzl natürlich.
Und Papillion, dem wahrscheinlich auch jedes Argument recht ist um seine Prognose zu 'untermauern'.
Dann begibt sich Herr Stanzl auf's 'Fundamentalparkett'...und schießt sich prompt von hinten ins Knie:
Zitat
Am Geldmarkt gibt es eine Knappheit an Vermögenswerten. Es existiert nur eine begrenzte Anzahl guter Aktien....

Es gibt aber auch nur eine begrenzte Menge an Gold/Silber. Dieses Argument dürfte also nicht greifen. 
Gehen wir näher auf das Kernargument von Herrn Stanzl ein: er sieht eine mögliche generelle Trendwende im Fokus der Anleger zu Gunsten der Aktie . Ähnlich hat ja auch John Murphy, der Altmeister der Intermarkt-Anallyse argumentiert. Man kann im Ratio-Chart von S&P500/Gold soetwas wie Gegenwehr oder ein kleines Zucken ausmachen. Manche machen daraus eine Bodenbildung und eine General-Trendwende. Schauen wir detailliert hin:
Die Aktienindizes, hier der SPX, haben Gold seit letzten November klar ausperformt. Stanzl behauptet gar:
Zitat
Seit November tendiert der S&P 500 Aktienindex in den USA aufwärts, das Gold abwärts. Das ist das erste Mal der Fall innerhalb des gesamten zwölfjährigen Haussezyklus des Goldes, dass es fällt, während Aktien steigen.
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Dass es auch zuvor Zeiten steigender Aktien und fallenden Goldes gegeben hat zeigt dieser Chart (Gelbe Bereiche)
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Im Monatschart offenbart sich die *Ironie an* geballte Wucht des Trendbruches und die solide Kraft der Bodenbildung. *Ironie aus*.
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Allerdings hätte man einigen anderen Stellen im Chart bereits zu einem früheren Zeitpunkt die gleiche Diagnose stellen können...
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Gerne wird um zu zeigen was man gerne zeigen möchte mit der Skalierung gespielt. Gut. Spiele ich auch mal. Im lg. Chart ist der Abwärtstrend des Ratios voll intakt:
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Und man mag es auf den ersten Blick nicht glauben: seit dem Ratio Top bis zum heutigen Stand hat sich Gold etwa 5 mal besser entwickelt als Aktien (S & P 500). Um die bisherigen Ratio Tiefs zu erreichen müsste er sich aber nochmals mehr als 5 mal besser entwickeln als Aktien. Sprich in Relation zum SPX müsste (und wird) sich Gold verfünffachen !
Edit: habe genauer nachgerechnet...im Tief waren nur 0,13 Unzen nötig für den Erwerb eines Anteils am S & P 500...also ist vom heutigen Niveau aus auch eine VERACHTFACHUNG des Goldpreises nichts weiter , als eine Wiederholung dessen was wir bereits hatten. 
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In diesem Sinn , wünsche ich allen Bugs einen schönen Sonntag und die notwendige Geduld bei ihren 'Anlage-Entscheidungen'.
