Zwei wesentliche Versorgungsrisiken
Was das Angebot betrifft, so wird die weltweite Kobaltproduktion der Minen für das Jahr 2018 auf 140.000 Tonnen geschätzt, so der United States Geological Survey (USGS). Die Kobaltproduktion ist insofern spezifisch, als sie ein Nebenprodukt der Kupfer- und Nickelvorkommen ist. Um eine Größenordnung zu nennen: Es wird geschätzt, dass 65 % des Angebots aus dem Kupferbergbau stammen, während der Nickelanteil fast 30 % beträgt.
Die Demokratische Republik Kongo (DRC) ist bei weitem der größte Akteur auf dem Markt. Das viertbevölkerungsreichste Land Afrikas liefert über seine Kupfervorkommen effektiv fast 60 % der weltweiten Kobaltproduktion und verfügt über nicht weniger als die Hälfte der weltweit bekannten Reserven. Während die DRK praktisch das Monopol auf die primäre Kobaltproduktion hat, ist es jedoch China, das den vorgelagerten Teil der Kette mit der Kobaltraffination als Anker beherrscht. China repräsentiert somit mehr als die Hälfte der veredelten Kobaltproduktion, eine paradoxe Situation, wenn man bedenkt, dass China nur das zwölfte Erzeugerland ist.
Die Risiken auf der Angebotsseite sind daher doppelt so hoch. Zum einen liegt der Schwerpunkt der Einsätze im Wesentlichen in der DRK, deren Rohstoffhandel mit der politischen Instabilität eines der ärmsten Länder der Welt, aber auch mit der Überarbeitung des umstrittenen Bergbaugesetzes konfrontiert ist. Auf der anderen Seite bleibt Chinas, was man als totale Kontrolle über den Sektor bezeichnen könnte, ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor hinsichtlich der Lieferungen von raffiniertem Kobalt. Dieses Risiko ist heute, in einer Zeit, in der die Vereinigten Staaten China in Handelsfragen weiterhin stark ablehnen, umso offensichtlicher.
Die Verbindung zwischen Produzenten und Endverbrauchern wird daher durch langfristige Lieferverträge und Kooperationsvereinbarungen hergestellt, die eine bessere Steuerung der Risiken in Bezug auf Preis und Verfügbarkeit des Rohstoffs innerhalb der Branche ermöglichen. Der weltgrößte Kobaltproduzent Glencore ist durch Lieferverträge mit verschiedenen Akteuren verbunden, wie dem chinesischen multinationalen Unternehmen GEM, der belgischen Gruppe Umicore und dem koreanischen Batteriehersteller SK Innovation. Der in Zug ansässige Gigant verhandelt Berichten zufolge auch mit Tesla, um das Unternehmen mit den notwendigen Inputs für sein neues Werk in Shanghai zu versorgen.
Bergbau: Preise gedrückt, aber stabilisiert
Der Rückgang der Kobaltpreise, der 2018 begann, hat sich offensichtlich auf die Tätigkeit der wichtigsten Produzenten der Welt ausgewirkt. Auch Glencore, das langfristige Partnerschaften anstrebt, hat seine Produktion rationalisiert, wie die Schließung der Mutanda-Mine zeigt.
Auch die Kostenkontrolle bleibt eine Priorität für die wichtigsten chinesischen Unternehmen, die ihre Präsenz in der DRK ständig verstärken. Bergbauunternehmen wie China Molybdenum, Zhejiang Huayou Cobalt und die Jinchuan-Gruppe tendieren dazu, sich durch Partnerschaften und sogar durch vertikale Integration mit Raffinerien und Batterieherstellern zu integrieren. Eine Strategie, die sich langfristig auszahlen könnte.
In diesem Zusammenhang haben sich die Aktienkurse der wichtigsten Kobaltproduzenten nach einem besonders schwierigen Jahr 2018 Ende 2019 stabilisiert. Der Markt scheint also den Strategien der wichtigsten Akteure Anerkennung zu zollen.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass es aufgrund des deutlichen Rückgangs der Kobaltpreise in den letzten beiden Jahren verfrüht wäre, das "Ende des Kobalts" anzukündigen. Dieses Metall ist nach wie vor von wesentlicher Bedeutung für die Entwicklung neuer Technologien, und die Industrie strukturiert sich, um es besser zu nutzen. Wie die Seltenen Erden und Lithium wird Kobalt weiterhin im Mittelpunkt der globalen Wirtschaftsprobleme stehen. Aus diesem Grund haben wir nicht nur eine der Überzeugungen von MarketScreener für das Jahr 2020, sondern auch eine thematische Investitionsliste erstellt, die sich an Unternehmen richtet, die in strategischen Sektoren (Kobalt, Lithium, Seltene Erden, Zinn...) einen wichtigen Platz einnehmen.
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