Moin moin,
Adam Hamilton gibt seine Weisheiten zum "Roten Oktober" preis.
Auszug Seite 3 + 4 des Beitrages:
"Der steilste saisonale Abstieg des Jahres in Goldaktien findet technisch gesehen nicht im Oktober statt, sondern dauert von Ende September bis Ende Oktober. In diesen modernen Bullenmarktjahren verzeichnen die Goldaktien im Durchschnitt ihre großen Spitzen am 14. Handelstag im September. Dieses Jahr war es am letzten Freitag, den 20. September, als der GDX nach einer scharfen Korrektur um 13,9% im September wieder sprungartig anstieg. Dieser saisonale Abstieg trennt die Herbst- von der Winterrally.
Im Durchschnitt dauerte es bis zum 19. Handelstag im Oktober; was dieses Jahr Freitag, der 25. Oktober ist. In dieser Zeitspanne verzeichnete der HUI in den letzten Gold-Bullenmarktjahren saisonale Rücksetzer um durchschnittlich 6,9%. Das klingt vielleicht gar nicht so schlecht, doch vergessen Sie nicht, dass hier Daten aus 15 Jahren geglättet wurden. Von diesen 15 Jahren widersetzten sich Goldaktien diesem saisonalen Abstieg für eine 5-jährige Rally. Dabei wurden im Durchschnitt moderate Gewinne um 5,1% erzielt, meist im Zusammenhang mit ihren Oktobereinsätzen.
Im weiteren Verlauf werde ich "Oktober" verwenden, um mich auf den Zeitraum, in dem die Goldaktien sinken, zwischen Ende September und Ende Oktober zu beziehen. Die Goldminenunternehmen konnten sich diesem saisonalen Ausverkauf wenige Male widersetzen, wenn sie davor eher flach oder niedriger gehandelt wurden. Wenn Goldaktien kurz vor Oktober gesunken sind, dann wurde ein Teil ihres Verkaufsmomentums aufgebraucht. Dadurch zeigen technische Daten und Stimmung weniger Unterstützung für weitere Rückgänge.
In den anderen 10 Jahren bzw. zwei Drittel der Zeit sanken Goldaktien im Durchschnitt um 12,5% im Oktober. Das ist gravierend. Dieser saisonale Ausverkauf, der die Herbstrally in Goldaktien abwürgt, bevor er den Weg für die Winterrally ebnet, dauert lediglich 5 Wochen. Also sind durchschnittliche Korrekturen dieser Größenordnung, die in eine derart kurze Zeitspanne komprimiert sind, von Nachteil für die Stimmung. Sie beseitigen vorangegangene Gier viel effektiver als langsame Ausverkäufe.
Die größten saisonalen Rückgange treten tendenziell auf, nachdem die Goldaktien kurz vor Oktober höher gestiegen sind. Dann, wenn technische Daten überkauft sind und die Stimmung bei relativ hohen Goldaktienpreisen überschwänglich geworden ist. Ein kürzliches Beispiel ist 2016. Etwa so wie dieses Jahr stiegen die Goldaktien vor dem Marktsommer. Obwohl sie früher eine Spitze verzeichneten, stiegen sie im Oktober, nach einem anfänglichen Ausverkauf, relativ hoch.
Allerdings sank der GDX innerhalb dieser ganzen saisonalen Abstiegsspanne um 14,9%. Im schlimmsten Fall, war der GDX Mitte Oktober innerhalb weniger Wochen um 19,1% von der saisonalen Spitze Ende September gesunken! Es würde mich nicht überraschen, wenn die großen Goldaktien wieder irgendwann im nächsten Monat um 20% sinken. Basierend auf dem Höchststand des letzten Goldaktienaufschwungs Anfang September, bedeutet das für den GDX einen Preis von 24,76 Dollar. Der Grundgedanke dahinter ist einfach.
Denken Sie daran, dass Gold fast ausschließlich die Zukunft der Goldaktien lenkt. Vor ein paar Wochen schrieb ich über diesen ominösen riesigen Goldfutures-Verkaufsüberschuss. Die extrem gehebelten Goldfutures-Spekulanten dominieren die kurzfristige Goldpreisbewegung. Doch ihr Kapital ist begrenzt, da das ein sehr riskantes Spiel ist. Ihre gemeinsamen Positionen waren und sind überaus bullish, fast alle nehmen Long-Positionen und kaum Short-Positionen ein.
Damit bleibt ihnen wenig Spielraum, um mehr Goldfutures zu kaufen, doch sehr viel Platz, um beim richtigen Auslöser groß zu verkaufen. Und weil der Hebel im Goldfutures-Trading so extrem ist, vergrößert und verselbstständigt sich der Ausverkauf bald. Also ist ein Kursrückgang um 6% bis 12% in Gold sehr wahrscheinlich. Basierend auf seinem letzten Hoch bei 1.554 Dollar Anfang September bedeutet das, dass ein Bodenbildungsniveau zwischen 1.367 Dollar und 1.460 Dollar in diesem Roter-Oktober-Zeitraum auch wahrscheinlich ist.
Normalerweise sinkt Gold um den Oktober, weil es eine Lücke zwischen übergroßen saisonalen Treibern gibt. Das ist der Zeitraum, nachdem asiatische Käufe nachlassen - auch die für die indische Hochzeitssaison - doch bevor die westlichen Feiertagskäufe zunehmen. Dieses Jahr wurde der Goldpreis stark von Nachrichten zum Handelskrieg und Zinssenkungen durch die Fed beeinflusst. An der ersten Front stehen Mitte Oktober Handelsgespräche zwischen China und den USA auf hoher Ebene an. Wie gewöhnlich werden sie sich nur auf positives Gerede beschränken.
Obwohl seit anderthalb Jahren wenige oder keine Fortschritte bei den schwierigen Fragen zwischen den USA und China gemacht wurden, werden die Offiziellen nach allen Treffen auf hoher Ebene optimistisch. Das erzeugt bullishe Schlagzeilen für Aktien, was bearish für Gold ist. Und an der Zinssenkungsfront müssen hochrangige Fed-Offizielle die verrückten Erwartungen der Trader für mehr Zinssenkungen vor der nächsten FOMC-Sitzung Ende Oktober zügeln. Sie müssen einen aggressiven Ton anschlagen.
Also wird es in den kommenden Wochen wahrscheinlich wichtige Nachrichten geben, die die Goldfutures-Spekulanten dazu bewegen, ihre übertrieben bullishen Positionen aufzugeben. Wenn diese Verkäufe wie üblich lawinenartig anschwellen, wird der Goldpreis stark sinken. Die großen Goldaktien neigen dazu, die Goldbewegung um das 2- bis 3-Fache zu hebeln. Also steht dem GDX bei einem Goldpreisrückgang um 6% bis 12% eine Abwärtsbewegung um 12% bis 36% bevor. Die Mitte dieser Spanne ist 24%, was dem Mittelwert von 26,1% des letzten langanhaltenden Goldaktien-Bullenmarkts entspricht.
Obgleich die tatsächlichen Ausverkäufe in Gold und Goldaktien anhand anderer Entwicklungen auf den Märkten, wie der Entwicklung des S&P 500, kleiner oder größer ausfallen könnten, spricht die Wahrscheinlichkeit definitiv für unmittelbar bevorstehende Ausverkäufe. Zusammen mit den immer noch überkauften Goldaktien und dem allgemeinen Enthusiasmus für diesen Sektor ist das ein großes Warnzeichen. Es ist nicht klug, vor dem steilen saisonalen Rückgang im roten Oktober wesentliche Goldaktienpositionen einzunehmen. Wieso sollte man das Schicksal herausfordern?
Goldaktien-Trader müssen wachsam bleiben. Alle derzeitigen Positionen sollten sollten durch relativ eng gesetzte Stop-Loss-Orders abgesichert werden, um die Gewinne im Falle eines großen Ausverkaufs zu maximieren. Und Barmittel aus Trades, die bereits ausgestoppt oder verkauft wurden, sollten gehalten und nicht gleich wieder eingespeist werden. Es ist immer riskant, bei angespannten technischen Daten und allgemeiner Begeisterung hoch zu kaufen. Doch noch riskanter ist es, wenn starke saisonale Gegenwinde jegliche Verkäufe beschleunigen und intensivieren könnten.
Sollte es zu diesem saisonalen Ausverkauf kommen, dann wäre Ende Oktober eine vortreffliche Zeit, um bei viel niedrigeren Goldaktienpreisniveaus wieder einzusetzen. Der GDX sollte viel näher an seinen gleitenden 200-tägigen Durchschnitt sein und es ist kurz bevor der Großteil der Goldbergbauunternehmen ihre Ergebnisse für das dritte Quartal 2019 veröffentlichen. Die Einnahmen aus Goldaktien sollten in die Höhe schnellen, da der Goldpreis im dritten Quartal bisher bei durchschnittlich 1.473 Dollar lag. Das ist ein Anstieg um erstaunliche 12,5%! Wir müssen einfach nur vorher einen Ausverkauf überstehen.
Um Ihr Kapital auf den Märkten zu vervielfachen, müssen Sie wie ein Querdenker handeln. Das bedeutet, zu kaufen, wenn nur Wenige dazu bereit sind, damit Sie später bei hohen Kursen verkaufen können, wenn es wenige andere können. In der ersten Jahreshälfte 2019, lange bevor Goldaktien höher stiegen, schlugen wir in unseren beliebten wöchentlichen und monatlichenNewslettern vor, Aktien vieler fundamental hochwertiger Gold- und Silberminenunternehmen zu kaufen. Später realisierten wir große Gewinne um 109,7%, 105,8% und 103,0%!"
@Nebelparder, dein Indikator für Gold zeigt die extrem überkaufte Situation bei Gold an.
Könnte sich die überkaufte Situation, wie Hamilton meint, noch durch einen deutlichen Rückgang normalisieren?
LG Vatapitta