Im Frühjahr 2011 kam es durch die Entwicklung in der Elfenbeinküste zu erneuten Preissteigerungen, was für neuen sozialen Brennstoff sorgte. Die Unzufriedenheit über die Preise mischte sich mit anderen sozialen Missständen, aufgestauter Wut und einem Funken Revolution, der aus Tunesien und Ägypten überzuspringen verhieß. Am 22.Februar 2011 löste der Tod des Schülers Justin Zongo in Koudougou infolge von Misshandlungen durch die Polizei (und die infame Lüge der offiziellen Seite, er sei an Meningitis gestorben) heftige Proteste unter Schülern aus. Ein Slogan lautete: „Tunesien in Koudougou“. Nicht nur in Koudougou, auch in Fada N`Gourma, Ouahigouya, Gaoua, Po, Leo, Tenkodogo… gingen Polizeistationen und Polizeiautos in Flammen auf. Allein Koudougou beklagte dabei ein halbes Dutzend Toter, darunter 4 weitere Schüler. Der Anlass wie die Entladung der angestauten Wut blieb jedoch unpolitisch. Der Versuch von 34 Oppositionsparteien, im Zuge dieser Unruhen den Präsidenten zu stürzen ("dégage Blaise"), misslang kläglich.
Mitte April meuterten Soldaten der Präsidentengarde, weil sie sich um Prämien betrogen sahen. Selbst im Präsidentenpalast wurde geschossen. Der Präsident musste in seine Heimat nach Ziniare fliehen, ernannte vier Tage später einen neuen Premierminister und arrangierte sich mit seiner Elitetruppe. Vielerorts kam es zu neuen Meutereien und Plünderungen durch Polizei und Militär. Der Justizpalast wurde angegriffen. Schließlich gab es kein Entgegenkommen des Präsidenten. Er schickte seine Elitesoldaten nach Bobo Dioulasso, um eine Meuterei blutig niederzuschlagen.
In der zweiten Hälfte von 2011 beruhigte sich die Lage. Unruhen solchen Ausmaßes, bei denen es um Prämien und materielle Güter ging, hatte es in Burkina Faso vorher noch nicht gegeben. Die Tatsache, dass der Justizpalast in Fada N´Gourma beschossen wurde und gefangene Militärs auch in Ouagadougou willkürlich befreit wurden, deckte die institutionelle Instabilität des Landes auf.