.....Ich kaufe stattdessen lieber Gold, weil ich glaube, dass Gold relativ zu anderen Rohstoffen nicht wirklich
stark im Preis gestiegen ist. Und mit gelddruckenden Zentralbanken weltweit, nicht nur in den USA, und noch
einer vergleichsweisen geringen Verbreitung von Gold unter Investoren, gaube ich, dass noch viel Geld in Gold
fliessen könnte.
Moderator: Hey Marc, ein Mitgrund warum wir diese Einbrüche bei den Finanzwerten gesehen haben,
waren die Downgrades von einigen der Broker in den USA. Und dennoch beschleicht die Anleger noch immer
der Verdacht, dass da noch größere Probleme auf die Banken, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa
und anderswo, zukommen könnten. Wie sagten Sie kürzlich, Sie erwarten 150 Bankpleiten in den nächsten
12 Monaten? Könnten Sie dazu etwas mehr erläutern?
Faber: Ha, ich glaube, eine ganze Reihe von Banken sind eigentlich bereits jetzt pleite. Und die Mononline-Versicherer
als auch andere Finanzinstitute. Sie verbergen nur ihre Schrottwerte in Level3-Bewertungskategorien, wo sie sie nicht
wirklich abwerten müssen. Aber wenn Sie natürlich sehen, dass Aktien wie die von MBIA oder AMBAC um 90% fallen, und
die Ratingagenturen bis vor kurzem dennoch der Meinung waren, dass diese Firmen ein AAA-Rating verdienen würden,
dann ist das natürlich ein totaler Witz! Diese Firmen sind im Prinzip „out of business”. Daher glaube ich, dass der
Finanzsektor im großen und ganzen viel schlimmere Probleme hat, als öffentlich wahrgenommen wird. Und der
Aktienmarkt bestätigt Ihnen das im Prinzip auch. Die entsprechenden Preissignale vom Markt sind ja da. Und eigentlich
ist es ja lustig, dass eine Finanzfirma eine andere herabstuft, um dann postwendend von einer anderen Finanzfirma
selbst heruntergestuft zu werden. Wir sehen also eine Art „Dominoeffekt”. Sehr lustig, das alles zu beobachten.
Moderator: Nun, wie Sie schon sagten, es scheint da wirklich eine Art „Wie du mir, so ich dir”-Einstellung unter den
Banken zu geben. Aber zurück zu den Bankbilanzen, die mögen tatsächlich in so schlimmem Zustand sein, wie Sie
sagen. Aber hat die FED nicht klargestellt, dass sie, nach Bear Stearns, die großen Brokerhäuser und Banken nicht
pleitegehen lassen würde? Glauben Sie daher, dass die Bankpleiten, über die sie sprechen, eher auf der regionalen
Ebene stattfinden oder kleinere Häuser betreffen werden?
Faber: Haha, das liebe ich: „Wir werden Euch nicht pleite gehen lassen!” … Ich denke mal, es gibt eine echte Chance,
dass die FED darob selber pleite gehen wird und dass schließlich die Regierung das komplette System herauspauken
wird müssen.
Mal ernsthaft, ich kann nichts schlechtes darin erkennen, wenn mal ein Haus wie Bear Stearns oder eine andere Bank
pleite gehen würde, denn man könnte die Aktiva von Kunden ja ohne weiteres auf andere Banken übertragen.
Ich meine, Drexel Burnham, für die ich gearbeitet habe, wir gingen auch pleite, und nichts ist den Kunden passiert,
ihre Aktiva wurden einfach auf andere Firmen übertragen.
Es ist eine sehr fragwürdige Praxis, einem Finanzsektor, der dermaßen viel Geld gemacht hat, dann unbedingt vor
Schwierigkeiten bewahren zu wollen, wenn er von selbstverursachten Problemen bedroht ist.
Moderator: Marc, wie immer ein großes Vergnügen, mit Ihnen zu plaudern. Auch wenn Sie dieses Jahr von Ben
Bernanke vermutlich keine Weihnachtskarte bekommen werden.