Moin moin,
weiter oben hatte ich diesen Text an einen Beitrag angehängt:
PS.: Wenn JPMorgan und Bear Stearns Counterparts von Dervategeschäften sind, dann kann JPM diese jetzt doch einfach mit Null schließen.
Bear Stearns wird nicht auf der Gewinnerseite gewesen sein, sonst hätten sie ja einfach JPM Margin Calls erteilen können.
Aber wenn Bear Steans untergegangen wäre, hätte niemand gewusst, wie diese Derivate zu bewerten wären.
Z.B. mit einer Insolvenzquote von 10% ??? - das hätte JPM dann zu entsprechenden Abschreibungen gezwungen.
Da JPM als der größte Derivatehalter gilt, haben sie wohl noch mehr große Counterpartner.
Werden die jetzt aus Buchhaltungsgründen auch alle übernommen? Oh OH OHA
JPM ist auf Grund ihres irrsinnigen Derivate Volumens DAS Zentrum des Risikos.
Wenn sie fallen, reißen sie ALLES mit!!!!!!
Deshalb müssen sie überleben, koste es was es wolle!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Nun findet sich in der FAZ.NET zu diesem Thema ein interessanter Artikel, den ich hier aus einer völlig
ungewohnten Perspektive betrachten möchte.
Zitat
Wäre Bear Stearns nicht gerettet worden, wäre das Kontrahentenrisiko tatsächlich schlagend geworden: Ungezählte Geschäftspartner hätten dann ihre Forderungen fällig gestellt. Schon allein aufgrund der Vielzahl der Kontrakte hätte dies vermutlich ein Chaos von bislang ungekanntem Ausmaß verursacht. Die Ungewissheit, ob Bear Stearns etwaige Forderungen erfüllen könnte, hätte die allgemeine Unsicherheit zusätzlich verschärft. In der Konsequenz hätte es zu einer nicht mehr kontrollierbaren Kettenreaktion kommen können. Nicht von ungefähr sprach Bundesfinanzminister Peer Steinbrück nach der Rettung von Bear Stearns davon, er habe eine "Kernschmelze" des internationalen Finanzsystems befürchtet.
Eigentlich sollte das ganze für Bear Stearns kein Problem sein, da sich die unterschiedlichen Positionen
gegenseitig aufheben. Zumindest theoretisch. Man hatte aber nicht bedacht:
Zitat
Die Beinahe-Pleite hat den Finanzakteuren das sogenannte Kontrahentenrisiko bewusstgemacht, und zwar gleich doppelt.
Auslöser der Krise bei Bear Stearns waren Sorgen einiger Geschäftspartner, dass die Investmentbank ihren Verpflichtungen aus Derivate-Kontrakten nicht nachkommen könnte. Sie hätten deshalb Engagements aufgelöst und Liquidität abgezogen, berichtet Marco Ryll, ein Kreditstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Dies habe die Bank innerhalb weniger Stunden in existenzbedrohliche Bedrängnis gebracht.
"Engagements aufgelöst und Liquidität abgezogen": damit läßt sich die Derivateposition jeder Bank in volatilen Märkten innerhalb von Stunden
ins Ungleichgewicht bringen. Und schon hat man den Konkurrenten weg vom Markt oder gleich in der eigenen Tasche. Der größte
Couter"partner" wird schon wissen, an welcher Stelle es am meisten schmerzt und kann in Ruhe einen günstigen Zeitpunkt abwarten.
Noch besser sieht es bei JPM und der Deutschen Bank aus, die nach diesem Artikel der weltweit zweitgrößte
Derivatehalter nach JPM ist:
Zitat
Mit dem Derivate-Engagement von 13,4 Billionen Dollar (am Bilanzstichtag 30. November 2007) hat Bear Stearns zwar ein großes Rad gedreht, aber keineswegs das größte.
Die Deutsche Bank zum Beispiel hat für Ende 2007 ein Derivate-Engagement von rund 70 Billionen Dollar ausgewiesen. Mit 77 Billionen Dollar noch stärker engagiert war J. P. Morgan Chase - die Bank, die Bear Stearns praktisch über Nacht rettete. "Mit der Rettung von Bear Stearns haben J. P. Morgan und die amerikanische Notenbank Fed nicht zuletzt einen Kollaps des Derivate-Marktes verhindern wollen", sagt Ryll.
Nun erst einmal zu den konkreten Zahlen:
Deutsche Bank 70 Billionen, das sind 70.000 Milliarden oder als Zahl
7 0 . 0 0 0 . 0 0 0 . 0 0 0 . 0 0 0 , - Dollar
Da eine Abwicklung von Derivategeschäften mit unzähligen verschiedenen Counterpartnern
wohl unmöglich erscheint, da diese "Assets" mit jedem Tag ihren "Wert" ändern und Derivate darüber
hinaus auch einen eingebauten Zeitwertverfall haben, wird niemand noch mit z. B. einer
Deutschen Bank in Konkurs Geschäfte machen wollen.
Da bleibt den staatlichen Stellen im Zweifel gar keine Wahl.
Jetzt lohnt sich das Zocken für die Banken wieder,
je höher die Derivateposition, desto sicherer der Bailout!
Jederzeit kann eine Bank ganz nach Wunsch der Finanzmafia in New York oder London durch Gerüchte oder Absprachen
zum Absturz gebracht werden, um zum Beispiel eine widerstrebende Notenbank unter Zugzwang zu setzen oder um auf
Politiker in aufmüpfigen Staaten Druck auszuüben. Für ein paar Tage Ruhe werden sie dann gerne "ihre" Goldreserven opfern
oder nach einer entsprechenden "Schutzgelderpressung" mit Truppen bei der "Terrorismusbekämpfung" aushelfen.
Zumindest die Figuren, die sich derzeit als Volksvertretung bezeichnen dürfen, haben bisher weder Mut noch Klugheit bewiesen.
FAZ.NET
OHA
Vatapitta