Lieber @Vassago, ein ganz großes DANKE für deine unermüdliche Arbeit! Ich denke es kommt häufig zu kurz, auch wenn ich immer versuche, es über Likes ein kleines Stück zu honorieren.
Nun zu den Zahlen. Es wird immer offensichtlicher, dass die Branche selbst den Wettlauf gegen die Inflation aufgrund steigender Kosten (Öl, Strom, Löhne) nicht gewinnt, obwohl man im Markt selbst mit einem Inflationsschutz, dem Gold, als "Anbieter" auftritt. Faktisch sind die Minen kein Kauf zum aktuellen POG, obwohl wir gerade einmal 10% unter dem ATH liegen. Für ein 20-30er KGV brauche ich kein Investment in Ländern, die zudem häufig noch politische Instabilitäten aufweisen. Überdies wird meiner Meinung nach das KGV ohnehin überschätzt. Eine Unternehmung kann noch im letzten Abbaujahr ein KGV von 15 aufweisen, während die Mine im Folgejahr aufgrund von sich abzeichnender langfristiger Unwirtschaftlichkeit stillgelegt wird. Dies hatte vor einiger Zeit auf den Kurs der damaligen Galiano Gold gedrückt. Ich denke daher, der Free Cash Flow über die Minenlaufzeit wäre sinniger.
Ich möchte nicht die Charts aus den Threads zwischen @woernie und @Caldera bemühen, aber auf lange Sicht war mit der breiten Masse an Goldminen kein Blumentopf zu gewinnen. Der XAU schloss gestern bei 119 Punkten, im Jahr 1978 waren es 100 Punkte. Mit dem POG direkt sieht es anders aus. Ich denke, dies sagt alles über Minen auf langfristige Sicht.
Wenn man dann noch bedenkt, dass sich die Abzocker im Markt, das zieht sich dann über die vermeintlich herkunftssicheren Länder von gewissen Scam-Connections von Toronto bis Perth, über Optionen und Insidertransaktionen noch einen gewaltigen Anteil in ihre eigenen Taschen lenken, muss man sich fragen, was für einen selbst noch realistisch und ohne Beschönigung übrigbleiben kann. Hat man selbst die Insiderinformationen und kann realistisch beurteilen, welches Vorhaben zum Erfolg führt? Breite Streuung macht keinen Sinn. Denn wie @LuckyFriday richtigerweise hier im Thread einige Posts zuvor erwähnt hatte, führt angeblich jede 800te Unternehmung tatsächlich zur wirklich erfolgreichen Mine.
Ich behaupte es ist fast schon ein eigenes aufgebautes Narrativ in einer Branche, die über nun 50 Jahre keine andauernden Wertzuwächse vorweisen kann, auf eine gewinnbringende Langfristanlage zu spekulieren. Einzig und allein das Timing ist der Schlüssel. Sollte der POG nicht überraschend 500-1000 USD in kurzer Zeit ansteigen, während die Inputkosten noch unten sind, wird es keine signifikanten Wertzuwächse geben können. Ich bin seit dem Jahr 2000 in Minen, damals lagen die günstigen AISC bei 300 USD/Unze. Mittlerweile könnt ihr bei durchschnittlichen POG von 1850 USD das Trauerspiel mit Margen um durchschnittliche 3-8% in der Tabelle von @Vassago bewundern. Die Kurse von Gold Fields oder Harmony Gold liegen übrigens deutlich tiefer als damals. Machen wir uns nichts vor, auf dem aktuellen Niveau ist die Bewertung für einen neutralen Investor außerhalb der Gold-Bug-Szene keine Überlegung. Ohne eine signifikante Bewegung passiert hier gar nichts. Und keiner investiert unter dieses Voraussetzungen immer schneller steigender Investitionskosten und ausufernder CAPEX in Exploration. Dass selbst eine B2Gold mit einem Cashbestand von einer Milliarde in eine vollfinanzierte Übernahme bei Sabina geht, sagt eigentlich alles.