Und daher ist dieses Moratorium gegen Mark-to-market, das nun von den Republikanern ins Spiel gebracht wurde, zwar völlig ungeeignet, die realen Verluste zum Verschwinden zu bringen - aber wunderbar geeignet, die kurzfristige Todesdrohung von den Banken zu nehmen!!
Es verschlimmert alles nur noch mehr, loest keine fundamentalen Probleme, schiebt lediglich den Kollaps zeitlich auf. Da ja dort hochintelligent Leute arbeiten, haben die sicher noch viel mehr in der Trickkiste. Man will die exponentielle Geldmengenvermehrung noch mal Jump-Starten. Es ist wie einem Junky immer mehr Dope zu geben.
BTW, Leveraging ist beileibe nicht nur ein Moral Hazard , sondern ein reales Problem (damit stieg im Mittelalter die Wahrscheinlichkeit als Goldschmied gelyncht zu werden), welches die Banken immer staerker empfindlich gegen Liquiditaetsengpaesse (z.B. slow motion bank runs) macht.
EDIT: Ein zweiter Aspekt
=> Klar die Verluste bleiben erstmal in den Bilanzen. Sie werden aber nicht aufgedeckt, da eben NICHT mehr marked-to-market bilanziert wird und damit eben nicht nach dem kaufmännischen Niederstwertprinzip, falls die Marktwerte tiefer als die Buchwerte liegen, was sie derzeit tun! Und wenn sie nicht AUFGEDECKT werden, gibt es eben auch keinen Grund, auf die WAHREN Verkehrswerte ABZUSCHREIBEN! Und damit werden diese AfAs eben NICHT sofort gewinn (bzw. verlust)-wirksam.
=> Und DAS ist der ganze Überlebenstrick: Wenn man erst in 10 Jahren (oder nie) marktgerecht bepreisen muss, muss man 10 Jahren nicht abschreiben und somit 10 Jahre keine Verluste ausweisen.
Haben das nicht die Japaner so gemacht ? Die sog. Bad-Loans oder der Toxic-Waste bestehen ja fast nur aus Krediten mit denen Haeuser zur irrwitzigen Preisen zu 100% oder mehr finanziert wurden . Nun muss man wissen, dass die meisten Oekonomen das als die "worst bubble ever" bezeichnen, was ein extreme Ueberbewertung dokumemtiert und real auch darstellt. Dazu kommt ein bestehendes Ueberangebot, strengere (staatlich verordnete) Kreditvergabebedingungen und der pshychologische Faktor einer implodierten Bubble, was nachhaltig die Immobilienpreise immer weiter druecken wird. Das alte Preisniveau wird daher in den naechsten 15 Jahren (Immobilienzyklen dauern typisch 15..20 Jahre), inflationsbereinigt die naechsten Hundert Jahre bestimmt nicht wieder erreicht werden (vergl. auch Japan RE bubble). Selbst wenn die Banken ihre Verluste durch Inflation verschwinden lassen koennten, entstehen ihnen nicht unerhebliche Kosten durch unverkaeuflichen Immobilienbesitz (Verwaltung, Steuern, Werterhaltung). Zudem koennen die Banken neue Verluste nicht vermeiden, denn mit ihren "kreativen" Kreditprodukten haben sie sich neue Verlustbringer auf die naechsten 5 Jahre (siehe z.B. Option-ARMs) selbst in die Pipeline gelegt.