oder Misan? Das gehts es ja auch drum: "Was erforscht werden kann, wird erforscht, und was entdeckt werden kann wird entdeckt".
das Buch empfehle ich übrigens allen hier, die gegen Gentechnik sind. Nicht weil ich dafür bin (ich arbeite zwar in der Genetik, aber deswegen muss ich Gentechnik in Lebensmitteln ja nicht gut finden), sondern weil es eindrucksvoll zeigt, dass man den Fortschritt (ob nun gut oder nicht) nicht aufhalten kann. Macht es nicht Monsanto, dann halt jemand in einem anderen Land. Und dass es gewisse Vorteile bringt Lebensmittel gentechnisch zu verändern, bedeutet, dass irgendjemand auch seinen Nutzen daraus ziehen wird, solange er selbst nicht dafür bezahlen muss. Diese Unausweichlichkeit, mit der dieses Buch zum ende kommt, hat mich in meiner schulzeit tief getroffen und auch mein Wissenschaftlerdasein geprägt.
einer von euch meinte, warum auch in Bio Gentechnik bis zu einem gewissen %-Satz drin sein darf. Naja, ganz einfach aus 2 Grunden:
0 % sind technisch praktisch nicht machbar oder nur zu Kosten die keiner zahlen kann. Geht nur bei kompletten Verzicht auf Gentechnik
'Einer' der das geschrieben hat, hat das als rhetorische Frage geschrieben. - 'Geht nur bei kompletten Verzicht auf Gentechnik' ist genau die richtige Antwort. Das wäre technisch sehr leicht umsetzbar. Haben wir die letzten 2000 Jahre technisch prima im Griff gehabt. Bin ich deswegen ein ewig gestriger? - Nein ich bin eher ein 'zukünftiger'. Ich habe durchaus verstanden dass Forschung uns das Leben erleichtern kann und ich möchte nicht mehr ohne bestimmte technische Möglichkeiten leben. Ich arbeite täglich mit der neuesten Software und erlebe welche Fortschritte eine neue Technologie bringen kann. Ich erlebe auch, dass es Zeiten gibt in der die neueste Software nicht oder noch nicht beherrscht werden kann, weil sie nicht mehr wartbar oder kontrollierbar ist. Ich habe als Techniker Projekte gesehen, die nach 2-3 Jahren Einführungszeit abgewickelt wurden, weil die 'Fehler' ( mit der die Software ausgeliefert wurde) nicht in den Griff zu bekommen waren. Nicht 'on Time and on Budget'.
Ich habe auch nichts dagegen, dass geforscht wird und sehe eine freie Forschung als unentbehrlichen Standortvorteil. Ich würde nur gerne die Konsequenzen der Forschungsergebnisse kennen, BEVOR die neuen Technologien eingesetzt werden. Das heisst eigentlich will ich das gar nicht wissen - weil ich es im Detail eben selbst gar nicht mehr beurteilen kann. Ich würde mich gern darauf verlassen wollen, dass die 'freien' Wissenschaftler sich selber kontrollieren und die Risiken abwägen. Das ist nicht mehr gegeben. Und ich würde auch gerne sehen, dass die handelnden Personen: Wissenschaftler und ihre Firmen, die die Produkte einsetzen, die Verantwortung dafür tragen müssen, sollte etwas schief gehen. Das heisst sie sollten den Volkswirtschaftlichen Schaden übernehmen und ggf. ihr Leben lang pleite sein. - 'Normalen' Menschen geht das nämlich so, wenn sie Ihren Firmenwagen and die Wand setzten oder einen miserablen Vertrag abgeschlossen haben.
Und ich bezweifle den Nutzen der Gentechnologie und deren Einsatz bei der Erzeugung von Nahrungsmittel für die Allgemeinheit. Den eventuellen Kostenvorteil der Anfangs durch einen höheren Ertrag entstehen könnte, werden diejenigen abknappern die die Lizenzen zur Herstellung der Samen kassieren. Warum? - Aus dem selben Grund warum sich der Hund die Eier leckt - weil ers kann!