Was viele offenbar nicht bedenken ist, dass viele der weltweit existierenden Derivate und Swap-ETFs über japanische Aktien abgesichert sind. Immer noch gibt es zudem viele andere Absicherungen über japanische Wertpapiere. Auch die japanischen Schulden, die zwar zu einem großen Teil bei der eigenen Bevölkerung liegen, können sich auswirken. So ist nicht abschätzbar, wie viele der Schulden, die sich nicht in den Händen der japanischen Bevölkerung befinden, in anderen Derivaten "versteckt" verbrieft in den Depots der Banken und den Portfolios der Fonds liegen.
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Ein weiterer, wesentlicher Punkt, der meines Erachtens übersehen wird, sind die Immobilien in Tokio, die kurzerhand durch eine starke radioaktive Verseuchung wertlos werden würden. Stellen Sie sich vor, Immobilien für 40 Mio. Menschen, Büroräume, Industrien, etc., werden über Nacht quasi wertlos. Was geschieht mit den ganzen Krediten, welche diese Immobilien finanzierten? Ähnlich wie bei dem Platzen der Immobilienblase in den USA kann Ihnen niemand sagen, auf welche Derivate, die von irgendwelchen Fonds, Immobilienfonds, Banken, etc. gehalten werden, dies Einfluss nehmen würde.
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Kommt nun eine solche, oben skizzierte, wirtschaftliche Katastrophe in Japan hinzu, wird das Finanzsystem in einer äußert labilen Situation getroffen und es ist nicht abzusehen, wie und ob ein zweiter derartigen Schock von den Notenbanken und der Politik gemeistert werden kann. Und hier verbirgt sich die eigentliche Gefahr, die meines Erachtens zurzeit nur wenig, wenn überhaupt diskutiert wird.
Alle anderen wirtschaftlichen Folgen sind dagegen meines Erachtens Peanuts. Aber dieses Szenario müssen Sie einfach als mögliches im Hinterkopf behalten, für den Fall, dass sich solche Entwicklungen abzeichnen.