... und da kratzt man sich zurecht am Kopf!
gerne nehme ich andere Menschen mit auf eine kleine Reise in die Welt von Selbständigen:
Angenommen, ein Kunde zahlt für eine Leistung einen Preis von 1.000 € nach ordentlicher Rechnungslegung seitens des Selbständigen, dann beginnt folgendes Spiel:
- 19% Umsatzsteuer ans FA, beim Kunden ist das als MwSt. auf der Rechnung ausgewiesen.
- XX % Betriebskosten (variabel, außerdem erfolgt hier eine Verrechnung der UST über die sog. "Vorsteuer"...)
= "vorläufiger Gewinn"
davon gehen ab: Renten-, Kranken-, Pflegeversicherung ohne Arbeitgeberanteil, also alles selber zahlen, Gesamtsozialversicherungsbeitrag 2024: - 40,9%
= "zu versteuerndes Einkommen"
davon gehen ab: Steuern! Einkommensteuer Eingangssteuersatz 2024 14% - 42% innerhalb der Progressionszone.
= weniger als vorher.
Ab hier kann ich von Verdienst sprechen, mir Brötchen, Butter, Bier oder Knöpfe kaufen...
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Wenn ich deine Aufzählung so sehe, geht es dir bis auf die 19% Umsatzsteuer und 19% Vorsteuerabzug als Selbständiger nicht viel anders als einem Arbeitnehmer, fractalius !
Beim Arbeitnehmer entspricht deinem Umsatz sein Lohn bzw. Gehalt, die oftmals nicht leistungsgerecht (weil zu gering) vergütet werden.
Wie du haben auch Arbeitnehmer ihre Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen. Zusätzlich haben Arbeitnehmer auch noch zur Arbeitslosenversicherung einzuzahlen.
Die Einkommensteuertarife gelten für Selbständige und Arbeitnehmer gleichermaßen, abhängig vom Einkommen.
Schließlich gilt für Selbständige und Arbeitnehmer gleichermaßen, dass man gerne über den zu geringen Verdienst meckert (= Selbständige vielleicht gerne noch etwas ausgiebiger) und beide letztendlich mit dem auskommen müssen, was ihnen nach all den Abzügen verbleibt.
Edit:
Anmerken will ich noch, dass man m.E. die Beiträge zu Renten-, Pflege- und Krankenversicherung (die bei fractalius gewaltige 40,9 % ausmachen) nicht als Ausgaben für "wohltätige Zwecke" bezeichnen kann, da diese zur eigenen Absicherung geleistet werden.
Viele Selbständige vergessen ihre eigene Absicherung, denken deswegen z.B. nicht an ihre Altersvorsorge und leisten keine Beiträge in eine Renten-, Lebens- oder andere Versicherung für das Alter.