Die meldung hab ich in Englisch schon hereingestellt, nämlich die produktionseinstellung in der Magistral Mine.
Am 29.07.05 gab es einen Bericht in goldinvest.de:
GOLDINVEST-Kolumne: Nevada Pacific Gold - Buy on bad News?
Gutes Management zeigt sich im Umgang mit schlechten Nachrichten. Nevada Pacific Gold hat gestern seinen Aktionären überraschend mitgeteilt, dass die eben erst in Betrieb genommene Magistral Mine in Mexiko ihre Goldgewinnung vorübergehend massiv einschränken wird. Als Gründe werden die gestiegenen Kosten bei Öl, Chemikalien und Stahl genannt sowie saisonale Einschränkungen durch die in diesem Jahr besonders heftigen Regenfälle. Statt also weiter neues Erz abzubauen, wird man sich darauf beschränken, das bereits zur Haufenlaugung gesammelte Golderz durch Laugung zu gewinnen. Die Aktie reagierte umgehend mit einem 10-prozentigen Kurseinbruch, allerdings bei hohen Umsätzen. In der Tat müssten Börsianer diese Situation eigentlich lieben. Denn jetzt kennt der Markt die negativen Fakten. Das zeigt die Handlungsfähigkeit des Managements, denn es hätte genauso die Option bestanden, unauffällig weiter zu machen. Immerhin produziert die Mine seit April positiven Cash Flow und man hätte auch weiter mit schmaler Marge operieren können. Die Enttäuschung wäre dann eben mit Zeitverzögerung im Quartalsbericht offenbar worden.
Die Situation bei Nevada Pacific ist im mehrerer Hinsicht spannend und repräsentativ. Erstens: Die konsequente Managemententscheidung bei Nevada Pacific wirft ein Schlaglicht auf das Kostenproblem, das die gesamt Branche erfasst hat. Nevada Pacific steht ja nicht allein da. Sogar Placer Dome musste im abgelaufenen Quartal 7 Mio. CAD Verlust melden - ein geradezu groteskes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass 916.000 Unzen gefördert wurden. Die Hedging-Problematik einmal ausgenommen, bedeutet dies, dass der aktuelle Goldpreis für sehr viele Firmen nicht auskömmlich ist. Die Industrie bräuchte einen höheren Goldpreis, um die gestiegenen Rohstoffkosten zu kompensieren. Die Herausforderung für Nevada Pacific liegt darin, den Betrieb auf der Magistral Mine noch weiter zu optimieren. Am besten, indem man bei den laufenden Erweiterungsbohrungen möglichst hochgradiges Erz hinzufügt.
Zweitens: Nevada Pacific verfügt über eine prall gefüllte Pipeline an potenziellen Nachrichten von ihren Explorationsprojekten. Insgesamt werden in diesem Sommer sechs Projekte von Nevada Pacific Gold Ltd. exploriert und getestet, drei davon durch Nevada Pacific selbst, drei durch den Joint Venture Partner Placer Dome. Vier der sechs Explorationsprogramme liegen im so genannten Battle Mountain/Cortez Graben, einem der goldreichsten Gebiete weltweit mit hoher Explorationstätigkeit. Zusätzlich wird die Gesellschaft ein " Follow up" -Bohrprogramm auf dem Bat Ridge Projekt (siehe Pressemitteilung vom 17. März 2005) in Utah durchführen, wo frühere Bohrungen eine Zone mit einer hochgradigen Gold/Kupfer/Silbervererzung in drei Bohrlöchern nachgewiesen haben. Nur vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, warum das kanadische Brokerhaus Canaccord Nevada Pacific just am Tag vor der " bad news" als Top-Pick auf ihren Radarschirm genommen hat. Immerhin ist es das erste Mal in der achtjährigen Firmengeschichte, dass Nevada Pacific sein ausgedehntes Explorationsportfolio in Nevada systematisch testet. Denn anders als die meisten anderen Explorationsgesellschaften, hat Nevada Pacific den ersten Finanzierungsschub, den die Branche auf breiter Front Ende 2003 erhielt nicht in Explorationsbohrungen verbraucht, sondern zur Akquise und Rehabilitierung der Magistral Mine verwendet.
Drittens: Bisher wurde Nevada Pacific aufgrund seiner Magistral Mine und der erwarteten Erträge bewertet. Der Markt hat - vielleicht sogar in Vorwegnahme der Betriebsrisiken die eine Mine hat - den grundsoliden Background von erwarteten 30.000 Unzen Jahresproduktion in Mexiko nicht wirklich wert geschätzt. Im Gegenteil: Die Aktie war seit Übernahme der Mine im Frühjahr 2004 in einer Seit-/Abwärtsbewegung und kroch von 1,50 CAD auf jetzt 0,63 CAD herunter. Gleichzeitig wurde der " blue sky" der qualitativ herausragenden Explorationsprojekte im Aktienpreis überhaupt nicht berücksichtigt. Im Vergleich zu anderen, nur explorationsgetriebenen Aktien herrschte bei Nevada Pacific deshalb über eineinhalb Jahre ziemliche Langeweile. Vielleicht führt die gegenwärtige Zäsur dazu, dass das Explorationspotenzial von Nevada Pacific wieder mehr in den Vordergrund rückt. In jedem Falle dürfte es sich lohnen, in den kommenden Wochen zu beobachten, wo die Aktie ihren Boden findet. Von dort könnte sie mit dem anhaltenden Newsflow, der in den kommenden vier bis fünf Monaten von den Nevada-Projekten erwartet wird, leicht wieder nach oben arbeiten. Angesichts der Lage und Qualität der Liegenschaften, die jetzt von Nevada Pacific exploriert werden, ist die Aktie aber auch jederzeit für eine große Überraschungen gut. Gut möglich, dass sich bei Nevada Pacific die alte Börsenregel bewahrheitet: Buy on bad news.
GOLDINVEST.de berichtet und kommentiert das aktuelle Geschehen an den Rohstoffmärkten und verfolgt die Entwicklung von Minengesellschaften, insbesondere aus den Bereichen Gold- und Silber, aber auch bei Basismetallen und sonstigen Rohstoffen. Weitere Infos unter: http://www.goldinvest.de