Gold/Silber: Xau-Index von Einbruch erholt
(Siegel Investments) Der Goldpreis wurde im gestrigen frühen New Yorker Handel innerhalb von wenigen Minuten von 444 auf 435 Dollar je Feinunze gedrückt und verlor im weiteren Handelsverlauf zeitweise bis auf 433 Dollar je Feinunze, konnte sich aber bis zum Handelsschluß wieder auf 437 Dollar je Feinunze erholen. Heute morgen erholt sich der Goldpreis im Handel in Sydney und Hongkong weiter bis auf 440 Dollar je Feinunze und liegt damit um etwa 7 Dollar je Feinunze unter dem Vortagesniveau. Begleitet wurde der Goldpreisrückgang von einem Einbruch im Silberpreis um etwa 10 Prozent gegenüber dem Vortagesniveau. Selbst der Platinpreis stand im gestrigen New Yorker Handel unter Druck. Die Goldminenaktien, die den Einbruch des Goldpreises bereits in den letzten Tagen überdeutlich ankündigten, konnten die teilweise zum Handelsbeginn zu beobachtenden Ausverkaufssituationen überwinden und befestigten sich im Handelsverlauf, so daß einige wenige Werte sogar in die Gewinnzone vorrückten. Die wieder zurückgewonnene Stärke der Goldminenaktien deutet auf eine kurzfristige Aufwärtsreaktion des Goldmarktes hin. Auch der Silberpreis dürfte sich in dieser Reaktion deutlich erholen. Auf Eurobasis entfernt sich der Goldpreis weiter von der entscheidenden 11.300 Euro/kg-Marke und bestätigt den aktuellen Abwärtstrend des Gesamtmarktes (aktueller Preis 10.615 Euro, Vortag 10.785 Euro). Sollte die Marke von 11.300 Euro/kg überwunden werden, kann mit einer weltweiten Beschleunigung der Goldhausse gerechnet werden. Damit ist allerdings nach der Entwicklung in den letzten Tagen kurzfristig nicht zu rechnen.
Mittelfristig wird der Goldpreis durch eine breit angelegte Aufwärtsentwicklung der Basismetallpreise und des Silberpreises unterstützt, der allerdings die 8,00 Dollar je Feinunze-Marke nicht halten konnte und nach heftigen Gewinnmitnahmen wieder auf das 7,00 Dollar je Feinunze-Niveau zurückfiel (aktueller Preis 7,09 Dollar je Feinunze). Parallel zu dieser Entwicklung konnten in den letzten Wochen massive Vermarktungsaktivitäten im Basismetallbereich beobachtet werden, die darauf hindeuten, daß dieser Bereich demnächst weltweit "gespielt" werden könnte, was sich wiederum positiv auf den Goldbereich auswirken dürfte. Ein Anstieg des Goldpreises in Richtung 480 Dollar je Feinunze erscheint ohne massive Eingriffe der Zentralbanken mittelfristig weiterhin möglich.
Mit den am Dienstag und Donnerstag (30.11.04 und 02.12.04) im New Yorker Handel zu beobachtenden Handelsverläufen, die auf massive lenkende Eingriffe in den Goldmarkt zu interpretieren sind, hat sich die Gefahr deutlich erhöht, (aktuelle Wahrscheinlichkeit 50:50), daß der Goldpreis durch gezielte Manipulationseingriffe der Zentralbanken, insbesondere durch Goldverleihungen der Bank of England unter den langfristigen Aufwärtstrend bei 400 Dollar je Feinunze gedrückt werden könnte. Daß es hinter den Kulissen mächtig brodelt, verdeutlichen Hinweise auf einen "regen" Schriftverkehr der SPD-Bundestagsfraktion mit der Bundesbank, in dem auf Goldverkäufe gedrängt wird und Schlagzeilen, die von der Nachrichtenagentur Reuters plaziert werden, wie z.B. "Wirtschaftsweiser Bofinger: Bundesbank soll Gold verkaufen". Trotz solcher Schlagzeiten und der erneuten Veröffentlichung der Verkaufsabsichten der Zentralbank Frankreichs (der Verkauf von 250-300 t bis zum Jahresende scheint geplant zu sein, reagierte der Goldpreis allerdings noch nicht nach unten. Deutliche Abwärtsreaktionen sind jedoch bereits in den nächsten Tagen zu erwarten. Obwohl noch keine Veröffentlichungen gemacht wurden, verdichten sich die Hinweise darauf, daß die Zentralbanken derzeit massiv unter Druck gesetzt werden, die im Rahmen des verlängerten Washingtoner Agreements on Gold vereinbarten jährlichen Verkäufe von 600 t auszufüllen, was mittelfristig zu Rückschlägen beim Goldpreis führen könnte. Der langfristige Ausblick bleibt unverändert positiv.
Im nordamerikanischen Handel konnte sich der Xau-Goldminenindex nach anfänglichen Einbrüchen auf ein Minus von 1,5 Prozent auf 98,8 Punkte erholen. Bei den Standardwerten verloren Iamgold 5,1 Prozent, Barrick 2,1 Prozent und Placer Dome 1,9 Prozent. Meridian mit einem Gewinn von 0,2 Prozent die Gewinnzone erreichen. Bei den kleineren Werten büßten Zaruma 11,1 Prozent, Claude und Richmont 5,1 Prozent, Apollo 4,7 Prozent, High River 4,6 Prozent und Northgate 4,5 Prozent ein. Gegen den Trend konnten Yamana 4,6 Prozent und Gammon Lake 1,5 Prozent zulegen.
Die südafrikanischen Werte zeigten sich im New Yorker Handel schwächer. Gold Fields verloren 1,9 Prozent und Harmony 1,7 Prozent.
Die australischen Goldminenaktien verzeichneten weitere Verluste. Bei den Produzenten gaben Sedimentary 7,1 Prozent, Dioro 4,2 Prozent, Dragon 3,6 Prozent, Equigold und Northern Gold 3,5 Prozent, Troy 3,3 Prozent und Oxiana 3,3 Prozent nach. Gegen den Trend konnte Oceana um 2,6 Prozent zulegen. Bei den Explorationswerten verloren Climax 8,7 Prozent, Tribune 7,7 Prozent, Gindalbie 6,5 Prozent, Range 5,3 Prozent und Midas 4,4 Prozent.
Der Silberwert Macmin konnte 3,7 Prozent zulegen. Bei den Basismetallwerten gaben Independance Gold 7,3 Prozent, Portman 4,2 Prozent und Sally Malay 3,6 Prozent nach.
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