Helikoptergeld würde vermutlich besser funktionieren als immer tiefere Zinsen. Es ermöglicht einen direkten Vermögenseffekt, der nicht in den Händen weniger landet, wie es aktuell der Fall ist. Der Durchschnittsbürger hat wenig vom steigenden Aktienmarkt. Helikoptergeld würde auch die Spekulationsblasen auf dem Anleihen-, Aktien- und Immobilienmarkt eindämmen. Nur weil jemand 1.000 Euro mehr hat, kauft er sich ja nicht gleich drei Häuser.
Für diese Überlegungen ist es nun zu spät. Die Spekulationsblasen sind schon da. Sie existieren allein aufgrund der lockeren Geldpolitik und nicht, weil eine wirtschaftlich begründete Nachfrage dahintersteht. Es handelt sich um Vermögenseffekte, aber keinen nachhaltigen Wohlstandseffekt. Die Wertsteigerungen sind mit einem Ende der Geldpolitik schnell wieder verloren.
So unpopulär es sein mag, Helikoptergeld wäre möglicherweise von Anfang an die bessere Alternative zu QE und Negativzinsen gewesen. Würde mir die Zentralbank heute 1.000 Euro schenken, dann würde ich das Geld vermutlich in Gold investieren, weil mein Vertrauen in Geldpolitik bestenfalls noch moderat ist. Vor einigen Jahren war das für viele noch anders. Jetzt Helikoptergeld einzuführen kann das Vertrauen endgültig zerstören, anstatt es wieder aufzubauen.