man könnte das Zinsproblem in einem kleinen Spiel verdeutlichen.
100 cent stücke
ein paar Notizzettel
ein paar Waren (Feuerzeuge, Besteck, Obst, Gemüse, Murmeln, Spielzeug...)
die 100 cent werden als Kredit mit 5% Zinsen an alle Anwesenden gleichmäßig verteilt.
jeder Anwesende darf sich 5 Waren aussuchen und in seinen Besitz nehmen.
Der Spielleiter übernimmt die Bank, er teilt die Kredite aus und bietet den Spielern auch die Möglichkeit, ihr Geld auf einem Konto gegen 3% Verzinsung anzulegen.
Die Spieler erhalten für ihre Spar-Einlage einen Berechtigungsschein (beschriebener Notizzettel mit dem Geldbetrag). Von den Geldeinlagen kann die Bank wiederrum 80% als Kredit an die Spieler vergeben, wenn diese das möchten.
Ablauf des Spieles:
Die Teilnehmer versuchen nun, ihre Waren für einen Preis an den anderen zu verkaufen. Sie feilschen, verhandeln, stehlen, betrügen, wie auch immer alles ist erlaubt, es dürfen auch neue Gegenstände herbeigezaubert werden, nur die Geldmenge (100cent-Stücke) darf nicht erhöht werden.
Ziel des Spieles: Nach 10 Minuten die geliehenen 100cent + 5 Cent Zinsen zurückzahlen.
Gewinner des Spieles ist derjenige, der nach der Rückzahlung seines Kredites + Zinsen das meiste Geld übrig hat.
Verlierer sind diejenigen, die Ihre Kredite nicht zurückzahlen konnten, diese bleiben darauf Sitzen und müssen in der nächsten Runde wiederrum 5% Zinsen auf die 105cent bezahlen.
Das ganze macht man ein paar Runden lang weiter, sollten die Spieler nicht selbstständig auf die Idee kommen, dass sie ja auch ihre beschriebenen Notizzettel (Berechtigungsscheine) als Tauschmittel einsetzen könnten, muss man eben ein bisschen mit Tipps nachhelfen. (Als Bank hat man ja dann den Vorteil, dass man mit den Einlagen "arbeiten" kann und die Spieler trotzdem mit den Berechtigungsscheinen Handel betreiben werden, ohne ihre Spareinlagen anzurühren - vielleicht legt sogar noch jemand den Berechtigungsschein selbst als Spareinlage an, das machst du als Bank natürlich bereitwillig!)
Nach 5 Runden oder so kann man das Spiel beenden, indem man die Spieler auffordert, erstens ihre Schulden zurück zu bezahlen und zweitens ihre Spareinlagen vom Bankkonto in Cent-Münzen auszahlen zu lassen.
Jetzt sollte der Aha-Effekt eintreten, nämlich erstens werden 20%-50% der Spieler ihre Schulden schlicht und einfach nicht zurückzahlen können und als Folge wird zweitens die Bank die anderen Spieler nicht mit ausreichend Centmünzen auszahlen können, denn inzwischen müsste durch Geldvermehrung (Berechtigungsscheine und Sparzinsen) die scheinbare Geldmenge stark angestiegen sein.
Der alternative Spielausgang wäre, dass sich keine wirklichen Tauschgeschäfte einstellen, da jeder sein Geld behalten will und das Spiel somit nicht vorwärts geht... auch nicht schlimm, denn dann hat man doch sofort ein anschauliches Fallbeispiel für die derzeitige Situation, und dass es zwingend erforderlich ist, neue Schulden zu machen um fortzufahren.
Ein Spielbrett basteln, Warenkarten und ein Regelwerk, vielleicht noch ein paar Ereigniskarten... und das ganze dann als Gesellschaftsspiel verkaufen - das wäre doch was oder? 