GOLDINVEST-Kolumne: Denver Goldforum - Branchen-Highlight
In den Alpen treiben die Bauern bereits wieder ihre Kühe ins Tal. Einen Almauftrieb bekommen Goldliebhaber derzeit dagegen in Colorado zu sehen. In Denver findet vom 26. bis 28. September das alljährliche Goldforum statt. Dieses Jahr geben und gaben rund 60 Konzerne ihr Bestes kund. Obwohl meist nicht viel Neues von den Unternehmensbossen zu hören ist, so stellen einige Updates doch positive Überraschungen dar.
Positive Ergebnisse kann vor allem Sino Gold vorweisen. Die Gesellschaft verkündete die Bohrergebnisse von Jingfeng und White Mountain am 26. September. Sino strebt danach seine Reserven auf drei Millionen Unzen auszuweiten. Der Vorstandsvorsitzende Jake Klein setzt ganz auf die beiden genannten Projekte, um das Unternehmen voranzubringen. Sino hat sich unter den Explorationsgesellschaften einen guten Platz geschaffen um auf längere Zeit in der Goldminenindustrie mit vorne dabei zu sein.
Eine andere Gesellschaft, die mit positiven Ergebnissen aufwarten kann, ist Aurizon Mines Ltd.. David Hall, der Präsident, verkündete den neuesten Stand beim Casa Berardi Projekt. Die Mine soll, so David, im vierten Quartal 2006 starten. Das Equipment ist zu 82 Prozent bereitgestellt. Da Anfang Oktober zudem die Berardi-Mine vor Ort Analysten vorgestellt wird, könnte sich der Aurizon-Aktienkurs in den nächsten Tagen positiv bewegen.
Ebenfalls zu den besonders aussichtsreichsten Goldsuchern gehört Eldorado Gold. Ab 2007 sollte die Gesellschaft zu den mittleren Produzenten gehören. Ende 2006 wird mit den Bohrungen beim Tanjianshan Projekt begonnen. Pro Jahr sollen dort 100.000 Unzen gefördert werden. Insgesamt warten hier Goldreserven von 944.000 Unzen Gold abgebaut zu werden. In Nordbrasilien besitzt Eldorado Gold das Projekt Vila Nova, hier ist der Abbau einfach und die nötige Infrastruktur bereits vorhanden. Die Reserven bei der Sao Bento Goldmine in Brasilien werden bis Ende 2008 erschöpft sein.
Zu den Explorationsgesellschaften, deren Vorträge kaum oder gar nichts Neues brachten, gehört zum Beispiel Guinor Gold Corp., dessen Vorstandsvorsitzender Trevor Schultz einen Überblick über das Projekt Lero gab. Für das Jahr 2007 wird erwartet, dass diese relativ neue Mine 320.000 Unzen Gold produzieren wird. Wir berichteten über Guinor vor einigen Wochen.
Eine weitere Gesellschaft, die sich beim Denver Gold Forum präsentierte, ist High River Gold Mines Ltd. Dieses Unternehmen hat Projekte in Russland und Westafrika, die noch in der Entwicklungsphase sind, nämlich Berezitovy und Taparko in Burkino Faso. Für Berezitovy wird der Produktionsbeginn im dritten Quartal 2006 erwartet, für Taparko wird der Startschuss für das zweite Quartal 2006 vorausgesagt. Hierbei dürfte es sich letztendlich um ein besonders lukratives Projekt handeln. Mehr als 300.000 Unzen jährlich erhofft sich das Untenehmen.
Ebenfalls als neutral zu bewerten ist der Vortrag von Hecla Mining Company. Präsident Phil Baker sprach über die Projekte La Camorra und San Sebastian. Die Bohrungen beim Projekt Lucky Friday kommen gut voran. Dort soll die jährliche Ausbeute 4 Millionen Unzen Silber betragen und dies für mindestens sieben Jahre. Der Produktionsbeginn wird in 2006 stattfinden.
Wenig neue Aufschlüsse gab es auch bei Stillwater Mining. Der Wert des Unternehmens sollte zwar weiterhin steigen. Grund dafür ist der hohe Preisunterschied zwischen Platin und Palladium, der sich verringern könnte. Der Vorstandsvorsitzende Frank McAllister hob besonders hervor, dass das Unternehmen mit jeder Unze Platin noch 3,3 Unzen Palladium produziert. Es wird ein Produktionsumfang von 550.000 bis 570.000 Unzen der weißen Edelmetalle im Jahr 2005 bei Kosten von 315 bis 320 US-Dollar pro Unze erwartet.
Noch eine Gesellschaft gesellt sich zu den als neutral zu wertenden Unternehmen, die Pan American Silver Corp. Vorstandvorsitzender Geoffrey Burns verkündete, dass er eine Produktion von 12,5 Millionen Unzen Silber in 2005 erwartet. Im Jahre 2008 soll das Produktionsvolumen auf 23 Millionen Unzen Silber erhöht werden. Dies bei reinen Abbaukosten von 3,50 US-Dollar pro Unze.
Auch in der Mine La Colorada wurde wieder mit der Förderung begonnen. Die Produktion soll auf 0,9 Millionen Unzen bei Kosten von 2,20 US-Dollar pro Unze gesteigert werden.
Sehr interessant waren auch die drei Vorträge australischer Minengesellschaften. Kingsgate Consolidated, die in Thailand fündig wurde, besitzt großes Potenzial. Der Vorstandschef geht davon aus, die Ressourcen zumindest von drei auf fünf Millionen Unzen Gold zu erhöhen.
Oxiana ist ohnehin bereits die zweitgrößte noch börsennotierte und noch nicht übernommene Goldmine Australiens. Das Management sieht eine jährliche Produktion von 500.000 Unzen Gold und 300.000 Tonnen Kupfer durchaus als möglich an.
Dagegen klein aber fein erscheint Leviathan mit ihrer Stawell Mine. Doch die Gesellschaft besitzt insgesamt 36 aussichtsreiche Ziele. Die 130.000 Unzen Gold fördert Leviathan bei Cash Costs von gut 400 A-Dollar je Unze. Diese Marke will der Vorstand nach unten drücken, um den Cash-flow zu steigern.
Jeder Goldminen-Anleger sollte einmal versuchen bei der Denver-Goldshow, dem Almauftrieb der Goldminen-Auguren dabei zu sein. Es ist durchaus interessant direkt zu erleben, wie mancher CEO mit seinen Ausführungen einen in seinen Bann ziehen kann. Doch die kühle Analyse sollte darauf nicht vergessen werden und vor dem Investment folgen.
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Quelle: FINANZEN.NET