ceritus80
Ich hatte schon befürchtet, dass das Thema "Lage" hier zerkaut wird ... auch dazu hier nochmal ein paar Überlegungen.
Versuche 'mal, Dich für einen kurzen Moment von Deinen Wertvorstellungen zu trennen und mir zu folgen:
- Ein Deutsch-Russe fühlt sich in deutsch-russischer Nachbarschaft wohl, der will nicht unbedingt in Deine Nachbarschaft ziehen.
- In Stadtteilen mit hohem Anteil an Deutsch-Russen (oder anderen Ethnien) kann ich Wohnungen mit deutlichem Abschlag erwerben - muss man nicht gut finden, ist aber so.
- Wenn ich dem o.g. Deutsch-Russen jetzt eine billig gekaufte Wohnung anbiete muss ich natürlich den Preisvorteil weitergeben, d.h. meine Erträge/Gewinne liegen auf einem niedrigeren Niveau; dafür habe ich aber auch weniger investiert.
- Und nach meist zähen, manchmal unangenehmen Verhandlungen geht es auf einmal ganz schnell, manche würden am liebsten bar zahlen.
Ein anderer Aspekt:
Neubauviertel aus den 70er Jahren, die damals fest in Hand der Mittelschicht waren (d.h. gute Lage) fliegen heute durch die Erbengeneration vermehrt auf den Markt.
Angebot steigt --> Preise sinken --> Käufer greifen zu, die sich das vorher nicht leisten konnten --> Lage verschlechter sich --> noch mehr wollen verkaufen --> Preis sinkt weiter --> usw. usw.
Dieser Prozess muss nicht, aber kann eintreten; was heute eine gute Lage ist, kann in 20 Jahren eine entmilitarisierte Zone sein.
Die sog. "Lage" ist keine Konstante, sondern irgendetwas zwischen Hoffnung und Spekulation - und ein beliebter Grund für überhöhte Preise.